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ChanganCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

CATL: E-Lkw-Akkuwechsel in 5 Minuten, 600 km Reichweite

CATL stellt den „Dual-Electric Range Extender' für schwere Elektro-Lkw vor: Wechselakku plus Reservepack, 5 Minuten Tauschzeit — und 58.900 € Ersparnis in drei Jahren.

CATL: E-Lkw-Akkuwechsel in 5 Minuten, 600 km Reichweite

CATL: E-Lkw-Akkuwechsel in 5 Minuten, 600 km Reichweite

Am 20. Oktober hat CATL (宁德时代) in China sein „Dual-Electric Range Extender"-System vorgestellt — eine Doppelbatterie-Architektur für schwere Elektro-Lkw — und gleichzeitig den Ausbau des Wechselnetzwerks „QiJi" angekündigt. Nach Angaben des Batteriekonzerns sind bereits mehr als 430.000 elektrische Schwer-Lkw mit CATL-Zellen unterwegs, das entspricht über 70 % des Weltmarkts. Die Penetrationsrate elektrischer Schwer-Lkw in China stieg von 5,2 % im Jahr 2022 auf 50,28 % im September 2026. Der Streit zwischen Diesel und Elektro sei „faktisch entschieden", so CATL — der Markt befinde sich nun in einer Wettbewerbsphase „Elektro gegen Elektro".

Zwei Akkus, ein Prinzip: Wechseln statt laden

Das System setzt auf eine „A+B"-Architektur. Baustein A ist ein wechselbarer Hochkapazitätsakku mit 432 kWh oder 513 kWh für den Hauptantrieb, der per Leasingmodell flexibel genutzt werden kann und so die Anschaffungskosten senkt. Baustein B ist ein fest verbauter Reservepack mit 77 kWh. Weil das System bei Bedarf auf die Reservezelle umschaltet, lässt sich der Hauptakku bis auf 5 % Ladezustand (SOC) tief entladen, ohne dass die bei Elektro-Lkw gefürchtete Reichweitenangst entsteht. Zusammen mit dem Batteriewechsel in rund fünf Minuten soll das die Betriebseffizienz von Diesel-Lkw erreichen — bei geringeren Gesamtbetriebskosten (TCO).

CATL beziffert das Einsparpotenzial gegenüber einem Diesel-Lkw auf über 460.000 Yuan (ca. 58.900 €) über einen Dreijahreszyklus. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

900 Wechselstationen bis Ende 2026

Um die Technik zu tragen, standardisiert CATL die Akkublöcke in zwei Größen: 260# mit 432 kWh für Fahrzeuge mit 3.800 mm Radstand und 300# mit 513 kWh für 4.200 mm Radstand. Fünf Hauptkorridore sind bereits in Betrieb und haben über fünf Millionen Kilometer im stabilen Betrieb absolviert. Ende 2026 sollen 900 Wechselstationen stehen, 2027 dann 2.000 Stationen entlang des chinesischen Autobahnnetzes; langfristig peilt der Konzern 10.000 Stationen an. Zum Start unterzeichnete CATL Vereinbarungen mit 14 Großpartnern, darunter SF Express, ZTO Express und YTO Express, mit einem Anfangsvolumen von 13.000 Einheiten.

Vier Spezialvarianten der Tectrans-II-Reihe

  • Tectrans II Ultra-Light: für Standardlasten im Nahverkehr, geringes Gewicht zugunsten der Nutzlast
  • Tectrans II Ultra-Thin: für Baustellen- und Kipperfahrzeuge, Akkudicke von 860 auf 580 mm reduziert, ermöglicht 8,8 m lange Ladeflächen
  • Tectrans II Short-Wheelbase: für Bergregionen und Häfen, 3.350 mm kurzer Radstand analog zum Diesel-Pendant
  • Tectrans II Long-Range: für Fernverkehrsstrecken, 760 kWh, über 600 km (CLTC — chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP), entspricht ca. 510 km (WLTP-Schätzwert), 800-Volt-Architektur

In Deutschland

Für deutsche Speditionen ist die Technik bislang Zukunftsmusik: Das „QiJi"-Wechselnetz ist ein reines China-Projekt, ein europäischer Rollout wurde nicht angekündigt. CATL ist hierzulande allerdings bereits industriell verankert — mit dem Batteriewerk in Erfurt und Kooperationen zur Zellfertigung. Auch Changan plant eine Expansion nach Europa; konkrete Deutschland-Pläne wurden bekannt gegeben, ein Marktstart steht jedoch noch aus. Für den Schwerlastverkehr bleibt der Batteriewechsel in Europa vorerst ein Nischenkonzept.


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