Ökonomen warnen: Mindestpreise statt Zölle könnten nach hinten losgehen
Während die EU-Kommission den Weg zu Mindestpreisen für chinesische Elektroautos ebnet, melden sich Ökonomen mit deutlicher Kritik. In einer Analyse für CEPR/VoxEU raten sie davon ab, die bestehenden Ausgleichszölle durch eine Preisuntergrenze zu ersetzen.
Der zentrale Einwand
Bei einem Zoll fließt der Aufschlag als Einnahme in den EU-Haushalt. Bei einem Mindestpreis hingegen bleibt derselbe Betrag beim Verkäufer – also beim chinesischen Hersteller, der ihn als zusätzlichen Gewinn verbucht. Die Verbraucher zahlen in beiden Fällen mehr, doch im Mindestpreis-Modell profitiert nicht die EU, sondern der subventionierte Anbieter.
Weitere Risiken
Die Autoren verweisen zudem auf den hohen Kontrollaufwand: Mindestpreise pro Modell lassen sich über Ausstattung, Leasing- oder Bündelangebote umgehen. Pauschale Zölle seien einfacher durchzusetzen und transparenter.
Einordnung für deutsche Autofahrer
Für den deutschen Markt ist die Debatte mehr als akademisch: Sie entscheidet mit darüber, ob höhere Preise dem Gemeinwohl (über Zolleinnahmen) oder den Herstellermargen zugutekommen – und wie verlässlich die Preisuntergrenzen am Ende im Autohaus ankommen.
Zusammenfassung auf Basis einer Analyse für CEPR/VoxEU. Originalbeitrag über den Quell-Link.

