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XiaomiOFweek NEVVon 4 Min. Lesezeit

Xiaomi SU7 trotzt mit Leichtbau neuer Gewichtsnorm ab 2028

Die neue chinesische Energieeffizienz-Norm GB 36980.1 zwingt E-Auto-Hersteller zum Umdenken. Rund 40 % der aktuellen Modelle fallen durch, während Xiaomi SU7 und andere die Vorgaben bereits heute erfüllen. Ab 2028 droht Verkaufsverbot.

Xiaomi SU7 trotzt mit Leichtbau neuer Gewichtsnorm ab 2028

Ein 100-kWh-Akku reicht kaum für 600 Kilometer – um mehr Reichweite zu erzwingen, werden Karosserien dicker, Batterien schwerer. Ein Teufelskreis, den Chinas neue Energielabel-Norm jetzt durchbricht. Seit Januar 2025 gilt der verbindliche Standard GB 36980.1—2025 (chinesische Energieeffizienz-Vorschrift für Elektrofahrzeuge, vergleichbar mit EU-Verordnungen). Alle Verbrauchs- und Effizienzangaben beziehen sich auf den chinesischen CLTC-Zyklus (ca. 10–15 % höher als WLTP).

Die Norm legt für jedes Fahrzeug einen maximalen Energieverbrauch in Abhängigkeit vom Leergewicht fest. Die zentrale Formel: Verbrauch (kWh/100 km) = 0,00556 × (Masse in kg – 1.780) + 13,92. Klingt technisch, hat aber drastische Folgen: Pro 100 kg Mehrgewicht steigt der erlaubte Verbrauch um nur 0,556 kWh – ein extrem enger Korridor.

Warum die Industrie jetzt in Panik gerät

Seit 2012 ist das durchschnittliche Leergewicht chinesischer E-Autos um 30,5 % auf über 1,7 Tonnen gestiegen. Bis 2025 wird die 2-Tonnen-Marke geknackt. Laut Branchenschätzungen erfüllen rund 40 % der aktuellen Modelle die Norm nicht mehr. Besonders betroffen sind schwere SUVs und Luxuslimousinen: Der Yangwang U8L (仰望U8L) wiegt 3.639 kg, der Denza N9 (腾势N9) 3.130 kg – beide benötigen Verbräuche von über 19 kWh/100 km, was knapp über der Obergrenze für Großfahrzeuge liegt. Die Frist läuft: Ab 1. Januar 2028 müssen alle Neuwagen die Anforderungen erfüllen, sonst droht Verkaufsverbot.

Die Norm ist kein Zufall, sondern bewusste Lenkung. Sie zwingt Hersteller, statt durch immer größere Akkus („Batteriereichweiten-Wettlauf“) nun durch Leichtbau und Effizienz zu punkten. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern senkt auch die Kosten für Käufer: Ein ca. 25.600 € (ca. 200.000 Yuan) teures E-Auto, das die Norm verfehlt, verliert die staatliche EV-Kaufprämie – das sind direkt ca. 1.280 € (ca. 10.000 Yuan) weniger Förderung.*

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Technik: Wie leichter, besser, billiger geht

Die Lösung liegt in drei Hebeln: Materialsubstitution, Systemoptimierung und intelligente Architektur.

  • Materialien: Hochfester Stahl und Aluminiumlegierungen sparen bis zu 20 % Gewicht. Der Xiaomi SU7 (2055 kg) nutzt eine CTB-Struktur (Cell-to-Body) und erreicht einen extrem niedrigen cw-Wert von 0,195. Sein Verbrauch liegt bei nur 12,3–13,7 kWh/100 km (CLTC) – weit unter der 2-Tonnen-Schwelle von 15,1 kWh/100 km.
  • Systeme: 800-Volt-Architektur mit Siliziumcarbid-Wechselrichtern hebt die Effizienz auf über 87 %. Kühlung, Aggregate und 48-V-Bordnetz sparen weitere 10 kg.
  • Struktur: One-Die-Casting (Hinterachsträger) reduziert Gewicht um 10–15 %. Der Luxeed R7 (Vermutlich Stelato R7) wiegt 2180 kg und kommt mit 802 km CLTC – ca. 680 km WLTP – dank 800-V-Plattform und optimierter Aerodynamik.

Hersteller in der Bewertung

Eine Tabelle zeigt die aktuelle Situation ausgewählter Modelle anhand offizieller CLTC-Daten:

Modell Leergewicht Verbrauch CLTC Bemerkung
Xiaomi SU7 2055 kg 12,3–13,7 kWh Besteht souverän
AITO M7 (Schwerlast) 2530 kg 15,7 kWh Kritisch
Li Auto L EV (Schwerlast) 2882 kg 19,1 kWh An der Obergrenze
NIO ET7 2390 kg 16,2 kWh Knapp im Rahmen

Modelle, die die Norm verfehlen, müssen entweder umfangreich überarbeitet werden oder laufen Gefahr, ab 2028 nicht mehr zugelassen zu werden. Die 3 %-Gewichtung für große Fahrzeuge (über 2,71 t) verschärft den Druck zusätzlich.

Vorteile für Verbraucher und Umwelt

Die Entlastung bringt konkrete Vorteile: Jede 100 kg Gewichtsreduktion senkt den Verbrauch um etwa 7,5 %. Ein 2-Tonnen-Auto mit 500 km Reichweite spart so 35 km kostenlose Zusatzreichweite oder umgekehrt Akkukosten von 3.200–15.000 Yuan (ca. 410–1.920 €). Der geringere Reifenverschleiß und bessere Bremsweg runden das positive Bild ab.

In China bedeutet Bestehen der Norm zudem Steuerbefreiung – für ein 20.000-Euro-Auto ein Vorteil von rund 1.280 €. Der Marktkampf zwingt Hersteller, in Leichtbau und Effizienz zu investieren. Unternehmen wie Xiaomi, die bereits heute die Vorgaben erfüllen, positionieren sich als Gewinner des Strukturwandels.


Die Norm GB 36980.1 gilt ausschließlich für den chinesischen Markt. Europäische Hersteller wie BMW oder VW, die in China produzieren (z. B. im Joint Venture), sind betroffen – exportierte Modelle nach Deutschland hingegen nicht. Die Entwicklung zeigt jedoch, wohin die Reise auch in Europa gehen könnte: Weniger Gewicht, mehr Effizienz.

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