Deutsch-Chinesischer Stahl fürs Klima: TAGAL auf UN-Gipfel
Der chinesisch-deutsche Stahlproduzent TAGAL (鞍钢蒂森克虏伯汽车钢有限公司) hat mit seinem Konzept „Innovation für kohlenstoffarme Lieferkette von feuerverzinktem Automobilstahl“ einen Platz in den „2025 National Excellent Practices for Green and Low-Carbon Development“ ergattert. Als eines von nur 30 Unternehmen im ganzen Land wird TAGAL auf der 31. UN-Klimakonferenz (COP31) der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Die Auszeichnung unterstreicht die nationale und internationale Anerkennung für die grüne Transformation des Unternehmens.
Grüner Stahl: Das Rückgrat der E-Auto-Wende
TAGAL hat sich zum Ziel gesetzt, der führende Lieferant für „grünen“ Automobilstahl zu werden. Dazu setzt das Joint Venture auf zwei Säulen: kohlenstoffarme Produkte und eine Null-Emissions-Fabrik. Auf der Produktseite steht die Marke TAGAL eNovation® – kohlenstoffarmer Stahl, der bereits als erster seiner Art in China in Serie geliefert wird. Die drei Serien ELC30, ELC50 und ELC80 decken Emissionsreduktionen von 30 % bis über 80 % ab. Der Stahl ist nach ISO 14067 zertifiziert und mit einer Umweltproduktdeklaration (EPD) versehen.
Die erste Zero-Carbon-Fabrik bis 2028
Bereits heute ist TAGAL als „Nationales Green Factory“ ausgezeichnet. Nun arbeitet das Unternehmen an der ersten Null-Emissions-Fabrik der Region. Drei Hebel sollen bis 2028 die Produktion vollständig CO₂-frei machen:
- Produktion: Statt punktueller Optimierung wird ein ganzheitliches Energiemanagement eingeführt. Allein 2025 sparte TAGAL 5,1 Millionen kWh Strom im Vergleich zu 2022 ein – das entspricht 12 kWh pro Tonne Stahl.
- Energie: Der Anteil klimaneutraler Energiequellen (Atomkraft, Wind) stieg von 10 % (2021) auf 100 % (2024). TAGAL bezieht ausschließlich erneuerbare Energien.
- Transport: Durch Kooperation der Standorte Dalian, Guangzhou und Chongqing sowie verstärkten Schienen- und Schiffsverkehr werden jährlich rund 4.790 Tonnen CO₂ eingespart. Bei Lieferungen nach Chengdu und Changchun liegt der Bahnanteil bei 74 % bzw. 88 %.
Ausblick: Vom chinesischen Vorzeigeprojekt zur globalen Referenz
Bis 2028 will TAGAL die Zero-Carbon-Fabrik realisieren – inklusive CO₂-Abscheidung und -Nutzung (CCUS). Der Stahl aus der Produktion wird dann nicht nur kohlenstoffarm, sondern völlig emissionsfrei hergestellt. Für die Automobilindustrie bedeutet dies: Hersteller können ihre Fahrzeuge mit einem Material bauen, das die CO₂-Bilanz des gesamten Fahrzeugs deutlich verbessert – vom Rohstoff bis zum Recycling.
In Europa
TAGAL ist kein Fahrzeugmodell, sondern ein Joint Venture zwischen der chinesischen Ansteel Group und der deutschen ThyssenKrupp Steel Europe. Die Produktion erfolgt in China. Eine direkte Markteinführung als Endkundenprodukt in Europa ist nicht vorgesehen. Die Technologie – insbesondere der kohlenstoffarme Stahl – fließt jedoch bereits über ThyssenKrupp in europäische Fahrzeuge ein.


