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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

Xingdong-Roboter optimieren E-Auto-Produktion bei BYD und NIO

Der chinesische Robotik-Spezialist Xingdong Jiyuan zeigt auf der WAIC 2026 humanoide Roboter und Greifer für die E-Auto-Fertigung. Die Systeme sind bei BYD und NIO im Testeinsatz.

Xingdong-Roboter optimieren E-Auto-Produktion bei BYD und NIO

Auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC 2026) in Shanghai hat Xingdong Jiyuan (星动纪元) seine Robotik-Plattform für die Automobilindustrie vorgestellt. Im Kern geht es um den Einsatz humanoider Roboter und intelligenter Greifer entlang der E-Auto-Produktionslinie – von der Logistik bis zur Montage. Das Unternehmen gilt als Pionier der verkörperten KI (embodied AI) und hat seine Lösungen bereits bei den chinesischen E-Auto-Herstellern BYD und NIO in Pilotprojekten installiert.

Humanoide Roboter übernehmen Logistik und Montage

Das Flaggschiff-Modell Xingdong L7 ist ein vollwertiger zweibeiniger humanoider Roboter, der in der Lage ist, präzise Ganzkörperbewegungen auszuführen. Er wird in der E-Auto-Fertigung eingesetzt, um sperrige Bauteile wie Batteriemodule oder Türen zu transportieren und zu positionieren. Der Roboter arbeitet mit einer AI-Native-Steuerung, die Bewegungen aus realen Produktionsdaten lernt. Laut Xingdong erlaubt die robuste Hardware den Einsatz unter den rauen Bedingungen einer Autofabrik.

Ergänzt wird der L7 durch den Service-Roboter Xingdong Q5, der für kommissionierende Aufgaben in der Teilelogistik konzipiert ist. Er kann Sprachbefehle verstehen, selbstständig Wege planen und Material an die Linie liefern. Beide Roboter sollen die Effizienz in der E-Auto-Produktion steigern und gleichzeitig die ergonomische Belastung für Mitarbeiter senken.

Präzise Greifer für die Batterie- und Kleinteilemontage

Ein besonderes Highlight sind die neu entwickelten Direktantriebs-Greifer XHAND 1 und XHAND 1 PRO. Der XHAND 1 verfügt über 12 aktive Freiheitsgrade, eine Greifkraft von 80 Newton und kann 25 Kilogramm heben – ideal für das Handhaben von Batteriezellen oder -modulen. Der XHAND 1 PRO bietet 21 aktive Freiheitsgrade plus 18 taktile Sensoren mit einer Kraftauflösung von 0,01 Newton. Damit lassen sich empfindliche Komponenten wie Steckverbinder sicher greifen und fügen.

Beide Greifer sind bereits an gängigen Roboterarmen von Universal Robots oder Franka Emika einsetzbar und kommunizieren über Standardprotokolle. In der E-Auto-Produktion übernehmen sie Aufgaben wie das Einsetzen von Kontaktierungen, das Verschrauben von Batteriedeckeln oder das Bestücken von Leiterplatten. Xingdong gibt an, dass die Systeme eine Wiederholgenauigkeit von ±0,1 Millimetern erreichen.

Branchenexperten sehen Potenzial für deutsche Hersteller

Die gezeigten Robotik-Lösungen sind nicht nur für chinesische E-Auto-Hersteller interessant. Auch deutsche OEMs wie Volkswagen oder BMW prüfen den Einsatz von humanoiden Robotern in der Montage. Erste Testinstallationen in chinesischen Werken von Joint Ventures laufen bereits. Xingdong Jiyuan hat angekündigt, die Systeme ab 2027 auch in Europa anzubieten. Derzeit sind die Roboter jedoch noch nicht im deutschen Handel erhältlich.

„Wir sehen einen großen Bedarf an flexiblen Automatisierungslösungen für die E-Auto-Produktion“, sagte ein Sprecher von Xingdong auf der Messe. Die WAIC 2026 zeige, dass verkörperte KI nun bereit sei, aus dem Labor in die Fabrikhalle zu wechseln.


Roboter und Greifer von Xingdong Jiyuan sind derzeit nicht in Deutschland erhältlich. Erste Europa-Expansion wird für 2027 erwartet.

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