Roboterhände für E-Auto-Bau: Blackman sichert 12,8 Mio. €
Das im Juli 2024 gegründete Hangzhouer Startup Blackman Technology (黑漫科技) hat Anfang Juni 2025 eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Runde wurde von Yida Capital angeführt; zudem beteiligten sich Jiuzhao Capital und der Bestandsinvestor Zero One Capital. Insgesamt hat Blackman Technology seit seiner Gründung sieben Finanzierungsrunden absolviert und dabei knapp 100 Millionen Yuan (ca. 12,8 Millionen Euro) eingesammelt.
Drei Produktlinien mit Fokus auf Industrieautomation
Das Kernteam verfügt über durchschnittlich acht Jahre Robotik-Erfahrung – mehrere Mitglieder waren an der Entwicklung des Greifers für das Tiefsee-U-Boot „Jiaolong“ beteiligt. Diese Expertise fließt in drei Produktlinien:
- WA100 (Wasserdicht): Für den Einsatz unter Druck – von der Tiefsee (10.000 Meter Druckfestigkeit) bis zu Spritzwasser in Haushalten.
- IN100 (Industrie): Robuste Hand für hochfrequente, präzise Fertigungsaufgaben – speziell geeignet für die E-Auto-Montage, etwa beim Handling von 800-Volt-Komponenten oder der automatisierten Bestückung von Batteriemodulen.
- RE100 (Forschung): Offene Schnittstellen und hohe Freiheitsgrade für Algorithmen-Entwicklung an Universitäten und Instituten.
E-Auto-Fertigung als strategischer Wachstumsmarkt
Die neue Finanzierung fließt in den Ausbau der Serienfertigung und die Optimierung der Herstellungsprozesse. Ziel ist es, von Nischenmärkten (Tiefsee, Militär, Forschung) in die allgemeine Industrieautomation vorzudringen – mit klarem Fokus auf die E-Auto-Produktion. Die Greifer können dort bei der Montage von Batteriepacks, dem Verlegen von Hochvolt-Kabelbäumen oder der Bestückung von Leistungselektronik eingesetzt werden. Branchenkenner sehen ein hohes Potenzial, da chinesische Hersteller ihre Fertigung zunehmend automatisieren, um die Stückzahlen zu steigern.
Blackman Technology ist kein Fahrzeughersteller, sondern ein Robotik-Zulieferer. Eine direkte Markteinführung in Deutschland ist nicht geplant, die Roboterhände könnten jedoch in deutschen Automobilwerken oder bei Zulieferern für die E-Auto-Produktion zum Einsatz kommen.


