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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

Trump fordert 82 % US-Teile: Bittere Pille für BYD & Co.

Die Trump-Regierung verlangt 82 % nordamerikanische Teile in USMCA-Fahrzeugen – ein harter Schlag für chinesische Hersteller wie BYD und Chery, die in Mexiko produzieren wollen. Die Pläne könnten deren gesamte Nordamerika-Strategie infrage stellen.

Trump fordert 82 % US-Teile: Bittere Pille für BYD & Co.

Trump fordert 82 % US-Teile: Bittere Pille für BYD & Co.

Die US-Regierung unter Donald Trump verschärft die Bedingungen des USMCA (US-Mexico-Canada-Abkommens). Laut fünf mit den Verhandlungen vertrauten Personen fordern US-Unterhändler von Mexiko, dass künftig 82 % der Komponenten von in Nordamerika produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus der Region stammen müssen – erst dann sollen Zollvorteile greifen. Zudem sollen 50 % des Fahrzeugwerts in den USA entstehen. Bisher lag die Schwelle bei 75 %.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Neue US-Forderung Nordamerika-Anteil: 82 % (vorher 75 %)
  • Neue US-Forderung Wertschöpfung USA: 50 %
  • Aktuelle Zölle auf China-E-Autos: 100 %
  • Aktuelle Zölle auf Mexiko/Kanada-Fahrzeuge: 25 %

Chinesische Hersteller besonders betroffen

Für chinesische Marken wie BYD (比亚迪), Chery (奇瑞) und Great Wall Motors (长城/GWM) ist diese Entwicklung ein schwerer Schlag. Alle drei planen oder bauen derzeit Werke in Mexiko, um von dort aus den nordamerikanischen Markt zollfrei zu beliefern. BYD hatte im Januar 2024 ein Werk im mexikanischen Bundesstaat Nuevo León angekündigt, Chery und GWM treiben ähnliche Projekte voran.

Die neuen US-Forderungen würden bedeuten, dass diese Werke kaum noch Zollvorteile genießen könnten, wenn sie nicht einen Großteil ihrer Zulieferkette in Nordamerika ansiedeln – insbesondere bei Batteriezellen, Motoren und Elektronik, die viele chinesische Hersteller derzeit aus Asien importieren.

Trump isoliert Kanada, baut Druck auf Mexiko auf

Die Verhandlungen laufen bilateral zwischen den USA und Mexiko; Kanada wurde nicht eingeladen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer macht klar, dass er kanadische Autoexporte als Bedrohung ansieht. Die neuen Quoten sollen offenbar zuerst mit Mexiko vereinbart und dann Kanada per „Take-it-or-leave-it"-Angebot vorgelegt werden. Aus dem USMCA könnte auf diese Weise ein reines US-Mexiko-Abkommen werden.

Parallel erhöht Washington die Zölle: Seit 2024 liegen auf mexikanischen und kanadischen Fahrzeugen sowie Komponenten 25 % Aufschlag, auf Stahl, Aluminium und Kupfer sogar 50 %. Damit sind diese Abgaben strenger als die regulären US-Zölle für Autos aus Japan, Korea, der EU oder Großbritannien.

Nächste Verhandlungsrunde im Juni

Die Gespräche sollen fortgesetzt werden: Am 16./17. Juni ist eine zweite Runde in Washington geplant, die sich auf Landwirtschaft und „faire Wettbewerbsbedingungen“ konzentriert. Eine dritte Runde ist für die Woche ab 20. Juli in Mexiko-Stadt angesetzt. Mit Kanada sind bislang keine Termine vereinbart.

US-Handelsbeauftragter Greer stellte klar, dass selbst nach einer Neufassung des Abkommens bestimmte Zölle auf mexikanische und kanadische Industriegüter und Metalle erhalten bleiben sollen – wenngleich zu Vorzugskonditionen.


Die Entwicklung könnte die globale Strategie chinesischer Hersteller massiv verändern: BYD, Chery und Great Wall könnten gezwungen sein, ihre Expansionspläne für Nordamerika zu überdenken und stattdessen noch stärker auf den europäischen Markt zu setzen. Das würde den Wettbewerbsdruck hierzulande weiter erhöhen – denn wer in den USA nicht landen kann, sucht sich andere Absatzmärkte.

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