XPeng GX: Groß-SUV ab 34.500 € – 24.863 Aufträge in 12h
„Der Preis ist absolut verrückt!“ – mit diesen Worten kommentierte XPeng-Chef He Xiaopeng auf der Markteinführung des GX in China den eigenen Preis. Der neue Flaggschiff-SUV ist ab sofort im Reich der Mitte zu einem Einstiegspreis von umgerechnet ca. 34.500 € (ca. 269.800 Yuan) erhältlich. Die Preisspanne liegt nach einer zeitlich begrenzten Aktion zwischen ca. 34.500 € und ca. 46.100 € (ca. 269.800 bis 359.800 Yuan).* Ursprünglich hatte das Unternehmen im Vorverkauf noch rund 51.200 € (ca. 399.800 Yuan) für die Topversion aufgerufen – nach heftigen internen Diskussionen senkte man den Preis jedoch drastisch, um sich im intensiven Wettbewerb zu behaupten. Die Rechnung ging auf: Innerhalb von zwölf Stunden nach dem Start gingen 24.863 Bestellungen ein, zu 70 Prozent für die teuerste Ultra-Ausstattung.
Riesenmaße, riesige Ausstattung
Mit einer Länge von 5.265 mm, einer Breite von 1.999 mm und einer Höhe von 1.800 mm bei einem Radstand von 3.115 mm tritt der GX in die Liga der Full-Size-SUVs ein – vergleichbar mit einem Mercedes GLS oder BMW X7. Das Design folgt der „Yacht-Linie“ mit durchgehender Lichtleiste und wirkt bullig. Innen setzt XPeng auf eine luxuriöse Komfortausstattung: Serienmäßig gibt es einen 17,3-Zoll-Mittelbildschirm, ein 88-Zoll-AR-Head-up-Display und einen Kühlschrank. Die Ultra-Version bietet zusätzlich einen 21,4-Zoll-Rücksitzbildschirm und in der Topvariante einen KI-gestützten persönlichen Assistenten.
Das Fahrassistenzsystem (ADAS) ist eine XPeng-Domäne. Der GX nutzt den hauseigenen Turing-AI-Chip, je nach Version ein bis drei Chips mit bis zu 3.000 TOPS Rechenleistung. Die Software basiert auf einem VLA+VLM-Multimodalmodell (Vision-Language-Action + Vision-Language-Model), das auch das autonome Fahren auf Robotaxi-Niveau ermöglicht. Noch in diesem Jahr will XPeng seinen Robotaxi-Dienst in ausgewählten chinesischen Städten testen – die Technik des GX dient dabei als Basis.
Zwei Antriebe: EREV und BEV
Der XPeng GX ist als Range-Extender-Elektrofahrzeug (EREV) oder als reines Elektroauto (BEV) erhältlich. Die EREV-Version kombiniert einen 1,5-Turbo-Benziner als Generator mit zwei E-Motoren (Allrad) und einem 63,3-kWh-Akku. Die rein elektrische Reichweite beträgt 430 km (CLTC) – das entspricht ca. 370 km (WLTP-Schätzwert). Die kombinierte Reichweite gibt XPeng mit 1.585 km (CLTC) an.
Das BEV-Modell ist mit zwei Motoren ausgestattet, die eine Systemleistung von 430 kW und ein Drehmoment von 750 Nm liefern. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 4,5 Sekunden. Der 110-kWh-Akku ermöglicht eine CLTC-Reichweite von 750 km – umgerechnet ca. 640 km nach WLTP. Hinweis: CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus) ist typischerweise 10–15 % höher als WLTP.
Fahrwerkstechnisch bietet der GX serienmäßig eine Luftfederung mit adaptiven Dämpfern und hydraulischer Bremsanlage. Die Ultra-Version verfügt über eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis auf 10,6 Meter reduziert – selbst auf engstem Raum wendig.
Sicherheit als Trumpf
XPeng legt großen Wert auf passive und aktive Sicherheit. Der GX besitzt eine vordere Druckguss-Aluminiumstruktur mit 16.000 Tonnen Presskraft und eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad – ein Spitzenwert in der Klasse. Elf Airbags sind Serie. Das „Allwetter-Sicherheitssystem“ umfasst unter anderem AES (Automatic Emergency Steering) bei Schnee, Reifenpanne-Assistent, Wasserwaten bis 700 mm Tiefe und ein Fahrer-Notfallsystem, das bei plötzlichem Unwohlsein des Fahrers automatisch warnt, bremst und den Notruf absetzt.
Wettbewerb: Kampf gegen die „9er-Klasse“
Mit seiner Größe und dem aggressiven Preis zielt der GX direkt auf die chinesischen Premium-SUVs wie den Li Auto L9, den AITO M9, den NIO ES8 und den Voyah V9X. XPeng selbst spricht von der „9er-Klasse“ – dem Top-Segment großvolumiger Sechssitzer. Während die genannten Konkurrenten meist zwischen 40.000 und 60.000 € liegen, besetzt der GX die Lücke zwischen 25.000 und 35.000 € – ein Bereich, in dem die Konkurrenz deutlich dünner ist. Allerdings droht der GX dem eigenen Modell G9 (ab ca. 31.000 €) kannibalistisch Konkurrenz zu machen, dessen Verkaufszahlen zuletzt auf unter 1.000 Einheiten pro Monat fielen. XPeng muss nun zeigen, ob die hohe Nachfrage auch in nachhaltige Verkäufe und stabile Lieferketten umgesetzt werden kann.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Europa
Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

