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OFweek NEVVon 4 Min. Lesezeit

XPeng GX startet ab ca. 34.500 € – 24.863 Bestellungen in 12 Stunden

Das neue Flaggschiff-SUV von XPeng (小鹏) startet in China zu einem Kampfpreis von ca. 34.500 € (269.800 Yuan). Die ersten 12 Stunden brachten 24.863 Bestellungen – der Hersteller zielt damit direkt auf Modelle wie Li Auto L9 und AITO M9.

XPeng GX startet ab ca. 34.500 € – 24.863 Bestellungen in 12 Stunden

Preisschlacht: XPeng setzt zum Befreiungsschlag an

„Sind wir zu günstig? Das ist eine Bombe!“ Mit diesen Worten präsentierte XPeng-Chef He Xiaopeng am 20. Mai den neuen GX auf der Markteinführungsveranstaltung. Das große SUV wird in vier Ausstattungen angeboten, die regulären Preise liegen zwischen ca. 35.800 und 46.000 € (279.800 bis 359.800 Yuan). Doch wer bis zum 30. Juni bestellt, spart umgerechnet ca. 1.280 € (10.000 Yuan) – der effektive Einstiegspreis sinkt auf ca. 34.500 € (269.800 Yuan).

Die ursprüngliche Vorbestellungsphase hatte für das Topmodell noch ca. 39.800 € (299.800 Yuan) vorgesehen, was auf Kritik stieß. „Der Wettbewerb ist extrem hart“, erklärte He Xiaopeng. „Wir haben intern intensiv über die Preisgestaltung diskutiert. Am Ende haben wir den Vorbestellpreis um ca. 6.400 € (50.000 Yuan) gesenkt und liegen nun unter 27.000 Yuan.“ Das sei nur möglich, weil die Kostenkontrolle bei gleichzeitiger Qualitätssicherung stimme.

Die Aktion erinnert an die schwierige Markteinführung des XPeng G9 im Oktober 2022, der aufgrund überlappender Ausstattungsvarianten und überhöhter Preise zunächst floppte. Damals rettete ein schnelles Umsteuern die Baureihe – nun hat XPeng aus den Fehlern gelernt. Der GX verkaufte sich in den ersten zwölf Stunden rund 24.863 Mal, wobei die Ultra-Flaggschiff-Version einen Anteil von rund 70 Prozent hatte. Es dürfte damit der beste Start eines vollelektrischen großen SUV in China in diesem Jahr sein.

Technik und Ausstattung: „Besser als ein 9er-Modell“

Der GX misst stolze 5.265 mm in der Länge, 1.999 mm in der Breite, 1.800 mm in der Höhe und hat einen Radstand von 3.115 mm – das sind Vollformat-Maße. Optisch setzt XPeng auf eine jachthafenartige Linienführung mit durchgehender Frontleuchte, die mächtig aufträgt.

Im Innenraum dominiert ein 17,3 Zoll großer Zentralbildschirm, ein 88 Zoll großes AR-Head-up-Display und eine Kühlbox. Die Ultra-Version bietet zusätzlich eine 21,4 Zoll große Rücksitz-Konsole und zwei Liegesessel, das Flaggschiff-Modell sogar einen KI-gestützten persönlichen Assistenten.

Fahrassistenz: XPengs Paradestück

Alle GX-Modelle setzen auf KI-Chips von Nvidia – je nach Version ein oder zwei Chips mit bis zu drei für das Topmodell, was einer Rechenleistung von 3.000 TOPS entspricht. Diese unterstützen die zweite Generation des VLA (Vision-Language-Action)-Modells und VLM (Vision-Language-Model), die mit der Softwareversion 6.2.0 ausgeliefert werden. Funktionen wie automatisches Einparken in enge Lücken und „Abrufen des Fahrzeugs“ sind an Bord.

Für August kündigte XPeng Version 6.3 an, die weitere Prozentpunkte an Verbesserungen bringen soll. Zudem wird der GX das erste XPeng-Modell sein, das als Robotaxi einsatzbereit ist – die Testphase soll noch in der zweiten Jahreshälfte starten.

Fahrwerk und Sicherheit

Serienmäßig verfügt der GX über eine Luftfederung mit Zweikammer-Federbeinen, eine hydraulische Bremsanlage und eine Hinterachslenkung. Die Ultra-Version bietet darüber hinaus eine kabelgebundene Lenkung (Steer-by-Wire) mit einem Wendekreis von nur sechs Metern – enger als beim smart fortwo.

Für die Karosseriestruktur verwendet XPeng eine 16.000 Tonnen schwere Druckgussmaschine, die eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad ermöglicht – Bestwert in dieser Klasse. An Bord sind elf Airbags.

Erstmals kommt im GX ein „ganzheitliches Sicherheitssystem“ zum Einsatz, das unter anderem Notbremsungen bei Schnee (AES), automatisches Ausweichen bei Hindernissen, Reifenpannen-Sicherheit (auch bei plötzlichem Luftverlust) und sogar eine Fahrerausfallerkennung umfasst: Erkennt das System, dass der Fahrer plötzlich handlungsunfähig wird, leitet es automatisch eine Kette von Warnung, Verlangsamung, Anhalten und Absicherung ein.

Antrieb: Zwei Varianten

Der GX ist als Range-Extender (EREV) und als reines Elektroauto (BEV) erhältlich. Der EREV kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren (vorn und hinten) und einem 63,3 kWh großen Akku. Die rein elektrische Reichweite beträgt 430 km (CLTC) – entspricht ca. 366 km (WLTP-Schätzwert)*, die Gesamtreichweite liegt bei 1.585 km. Die BEV-Version bringt es auf 430 kW Systemleistung (750 Nm Drehmoment) und beschleunigt in 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Der 110-kWh-Akku ermöglicht eine CLTC-Reichweite von 750 km (ca. 638 km WLTP-Schätzwert).

*Hinweis: Preise und Reichweiten beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen. CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus) ist typischerweise 10–15 % höher als WLTP.

Marktposition und Konkurrenz

Mit einer effektiven Preisspanne von ca. 34.500 bis 46.000 € (269.800 bis 359.800 Yuan) positioniert sich der GX zwischen dem Li Auto L9 (理想 L9) und dem Kongqi V9X. Direkte Rivalen sind der AITO M9 (问界 M9) und der NIO ES8 (蔚来 ES8). XPeng setzt auf seine Technologiekompetenz – vor allem beim autonomen Fahren –, um sich abzuheben.

Der Preis des GX liegt nur etwa 3.800 € (30.000 Yuan) über dem des eigenen G9, bietet aber deutlich mehr Platz und eine reichhaltigere Serienausstattung. Dies könnte dem G9 Marktanteile wegnehmen, dessen Verkaufszahlen zuletzt auf unter 4.000 Einheiten pro Monat gefallen sind. Ob der GX langfristig erfolgreich sein wird, hängt nun von Produktion, Service und Liefertreue ab.


In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

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