Faraday Future: 23 Roboter – und die KI für autonomes Fahren
Faraday Future (FF) hat seinen humanoiden Roboter „Master“ erstmals an einen Kunden im Gesundheitswesen ausgeliefert. Der Roboter übernimmt in der Zahnklinik „Wonderful Life Dental Group“ in Los Angeles Aufgaben wie Patientenregistrierung, Terminverwaltung und Besucherführung. Die Lieferung erfolgte Anfang Juni 2025 – der erste Schritt von FF, seine Robotik-Plattform in realen Dienstleistungsumgebungen zu testen.
Doch der Roboter ist mehr als ein Spielzeug für Kliniken: Er nutzt dieselbe KI-Architektur, die auch im Elektro-SUV FF 91 für Fahrassistenzsysteme zum Einsatz kommen soll. Die Technologie für humanoide Roboter und autonomes Fahren basiert bei FF auf einer gemeinsamen Software-Plattform für Umwelterkennung, Bewegungsplanung und Entscheidungsfindung. Damit könnten die Erfahrungen aus dem Robotik-Bereich direkt in die Entwicklung des autonomen Fahrens (SAE-Stufe 2+) des FF 91 einfließen.
Robotik-Strategie von Faraday Future
Bereits Ende Mai 2025 hatte FF eine strategische Partnerschaft mit der nordamerikanischen Bildungsgruppe „Redwood Education“ bekannt gegeben. Im Rahmen der Kooperation wurde ein Vertrag über 23 FF EAI-Roboter unterzeichnet. Die Geräte sollen in K-12-Schulen für Robotik-Kurse, Lehrertrainings und Jugend-Entwicklerprogramme eingesetzt werden. Es ist der bislang größte Einzelauftrag für humanoide und biomimetische Roboter bei FF.
Die Zusammenarbeit umfasst auch eine Open-Source-Entwicklerplattform, die speziell Nachwuchsentwickler ansprechen soll. Redwood Education ist der dritte Bildungspartner von FF innerhalb kurzer Zeit. Das Unternehmen will so sowohl den B2B-Bildungsmarkt als auch den B2C-Heimsektor erschließen.
Technische Daten des Roboters (nach bekannten Angaben)
- Höhe: ca. 1,70 m
- Akkulaufzeit: nicht genannt (im Vergleich: Tesla Bot arbeitet ca. 8 Stunden im Feld)
- KI-Features: Spracherkennung, Gesichtserkennung, autonome Navigation, Objektmanipulation
Synergien mit der E-Auto-Sparte
FF sieht in der Robotik nicht nur ein neues Geschäftsfeld, sondern vor allem eine Testumgebung für Technologien, die auch im Elektroauto FF 91 zum Einsatz kommen. Die Sensorfusion aus Kameras, Lidar und Ultraschall, die der Roboter zur Navigation nutzt, ist vergleichbar mit dem Sensorpaket des FF 91. Auch die Bewegungsplanung und Hindernisvermeidung lassen sich direkt auf autonome Fahrfunktionen übertragen.
Der FF 91 selbst ist in den USA zu Preisen ab ca. 200.000 € (ca. 1,5 Millionen Yuan) erhältlich. Die Reichweite des rund 1.050 PS starken E-SUV beträgt nach US-Norm rund 600 km – eine Angabe, die nach WLTP-Schätzung etwa 510 km entspräche. Eine offizielle Europa-Einführung steht noch aus.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den US-amerikanischen Markt und können in Europa abweichen.
Faraday Future ist in Europa nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung des FF 91 in Deutschland wurde mehrfach angekündigt, aber bislang nicht realisiert. Der Roboter „Master“ ist ausschließlich für den US-Markt bestimmt.


