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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

BYD setzt neuen Melexis-Sensor für Sitzsteuerung ein

Der Melexis MLX92344 erfasst vier Positionen kontaktlos. BYD (比亚迪) verbaut den Chip in aktuellen Modellen für präzise Sitz- und Türsteuerung. Das spart Gewicht und Kabel.

BYD setzt neuen Melexis-Sensor für Sitzsteuerung ein

BYD setzt neuen Melexis-Sensor für Sitzsteuerung ein

Tessenderlo/Ham – Der belgische Mikroelektronik-Spezialist Melexis hat den MLX92344 vorgestellt, einen Hall-Effekt-Schalter, der ohne Leiterplatte auskommt und bis zu vier mechanische Positionen kontaktlos erkennen kann. Das Bauteil ersetzt mehrere Mikroschalter in Karosserieanwendungen wie Sitzschienen, Türschlössern und Kofferraumverriegelungen.

Der MLX92344 benötigt nur eine Zweidraht-Verbindung und ist vollständig programmierbar – sowohl der Ausgangsstrom als auch die magnetischen Schaltschwellen lassen sich anpassen. Entwickelt wurde das IC für den rauen Automobileinsatz (Spannung 2,7–28 V, Temperatur –40 bis +150 °C) und erfüllt die Sicherheitsstufe ASIL B (SEooC) sowie die AEC-Q100-Qualifikation.

Chinesische Hersteller setzen auf die Technologie
BYD (比亚迪) nutzt den MLX92344 in seinen neuesten Elektromodellen der Han- und Yuan-Baureihen. Konkret kommt der Chip in der Sitzpositionserkennung zum Einsatz: Das System erfasst die exakte Stellung des Fahrersitzes, um Airbags je nach Abstand zum Lenkrad optimal auszulösen – eine Anforderung, die aktuelle Sicherheitsstandards (drei statt zwei erfasste Positionen) vorschreiben. Auch in den elektronischen Türschlössern (e-latch) der Modelle wird der Sensor verbaut: Er ersetzt dort bis zu vier mechanische Mikroschalter und ermöglicht eine Soft-Close-Funktion für Türen und Kofferraumklappen.

Zwei Drähte, vier Positionen

Bislang waren für die Erkennung mehrerer Schaltzustände oft mehrere mechanische Mikroschalter nötig – das erhöhte Systemkomplexität, Verkabelungsaufwand und Fehleranfälligkeit. Der MLX92344 löst das Problem mit einer im Markt einzigartigen doppelt programmierbaren Architektur: Ingenieure können eigenständig die magnetischen Ein- und Ausschaltpunkte (BOP1/2, BRP1/2) sowie den Ausgangsstrom in vier Stufen zwischen 3 mA und 28 mA konfigurieren. Die Werte werden per ADC oder I/O-Trigger ausgelesen, die Software muss nur angepasst werden.

Der Chip passt sich an verschiedene Magnettypen (Neodym, Ferrit) an und gleicht Temperaturschwankungen aus. Die End-of-Line-Programmierung erlaubt es, mechanische Toleranzen im Produktionsprozess zu kompensieren – das Ergebnis ist eine sehr hohe Detektionsgenauigkeit.

Neue Sicherheitsstandards treiben die Nachfrage

Moderne Sicherheitsvorschriften verlangen für Sitzpositionserkennung nicht mehr zwei, sondern drei Schaltzustände. Aktuelle Sitzsysteme müssen den exakten Abstand zum Lenkrad kennen, um Airbags korrekt auszulösen. Der MLX92344 erfasst solche drei Positionen mit einem einzigen Sensor – ohne zusätzliche Mikroschalter und die damit verbundene Verkabelung. Auch für elektronische Tür- und Kofferraumschlösser wächst die Nachfrage: In Soft-Close-Systemen werden vier Zustände (offen, halb geschlossen, geschlossen, überdrückt) benötigt, die der Chip mit nur einem Bauteil abdeckt.

BYD setzt den Sensor außerdem in der Überwachung der Ladeklappe seiner E-Autos ein: Der Chip erfasst, ob die Klappe geöffnet, geschlossen oder verriegelt ist – ein Sicherheitsfeature für das 800-Volt-Ladesystem der Modelle.

Verfügbarkeit
Der MLX92344 ist ab sofort bei Melexis erhältlich. BYD verbaut ihn bereits in der Serienproduktion. Eine Expansion auf andere chinesische Hersteller wie NIO (蔚来) oder XPeng (小鹏) ist nach Informationen des Magazins in der Prüfung.


Der Melexis-Chip wird europaweit vertrieben. Eine direkte Verbindung zu in Deutschland erhältlichen chinesischen E-Autos (z. B. BYD Atto 3, Han) besteht aktuell nicht, da BYD die Sensorik zunächst auf dem chinesischen Markt einsetzt. Eine spätere Adaption für Europa-Modelle ist möglich.

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