China EV News
Zurück
SinaVon 2 Min. Lesezeit

Mengshi M817: 206 kW Serienmotor siegt in Wüsten-Rallye

Der chinesische Geländewagen Mengshi M817 bestand die Taklamakan-Rallye mit serienmäßiger Antriebstechnik. Der Mach-Hybridantrieb mit 206 kW und 415 Nm zeigt, dass Serienfahrzeuge Extrembedingungen standhalten – ein Technologiebeweis für die Massenproduktion.

Mengshi M817: 206 kW Serienmotor siegt in Wüsten-Rallye

Mengshi M817: 206 kW Serienmotor siegt in Wüsten-Rallye

Der chinesische Offroad-Hersteller Mengshi (猛士) hat mit seinem Modell M817 bei der diesjährigen Taklamakan-Rallye (环塔) einen Achtungserfolg erzielt. Das knapp 8000 Kilometer lange Wüstenrennen zählt zu den härtesten der Welt – Temperaturen über 40 °C, Sandstürme und extreme Steigungen inklusive. Der M817 trat in der Klasse T2.E (Serienfahrzeuge mit E-Antrieb) an und gewann mehrere Etappen. Entscheidend: Bis auf sicherheitsrelevante Umbauten (Überrollkäfig, Feuerlöscher) blieb die Antriebstechnik völlig unverändert – ein Härtetest für die Serienqualität.

Die Taklamakan-Rallye als Prüfstand

Technik-Chef Du Jiangwei, der selbst am Rennen teilnahm, berichtete von einem Beinahe-Unfall: Nach 210 Kilometern zerschlug ein Stein die Frontscheibe und den Kühler – die Antriebstemperatur stieg auf 124 °C. Doch das eingebaute Hitzeschutzsystem hielt den Motor am Laufen. „Die Wüste verzeiht keine PowerPoint-Präsentationen, und Labordaten interessieren sie nicht“, so Du. Insgesamt starteten 19 Elektro- und Hybrid-Serienfahrzeuge in der T2.E-Klasse – ein klares Zeichen für den Vormarsch chinesischer Eigenentwicklungen.

Die Technik: Mach-Antriebssysteme

Die gesamte Antriebsplattform stammt von Zhinxin Technology (智新科技), einer Tochter von Dongfeng. Herzstück ist die Mach-Serie, die in zwei Varianten angeboten wird:

  • Mach H Hybrid: 2,0‑Liter‑Turbo (B20TDE) mit 206 kW und 415 Nm, kombiniert mit einem HD200‑Zweigang-Hybridgetriebe (P1+P3, längs). Der E-Motor leistet 240 kW, das radseitige Drehmoment erreicht kurzzeitig 6300 Nm. Dank Siliciumcarbid-Wechselrichter liegt der Wirkungsgrad im WLTP-Zyklus bei rund 90 %.
  • Mach E rein elektrisch: Hinterachsmotor iD4‑200 mit 95,4 % Spitzenwirkungsgrad (CLTC: 92,5 %). Die Effizienz bleibt auch bei Dauerlast hoch.

Eine Neuerung ist der koaxiale EiD5‑Motor mit axialem Magnetfluss – kompakt, leistungsdicht und für künftige Assistenzsysteme der Stufen L3/L4 ausgelegt. Die Technik lasse sich auch auf Drohnen, Roboter und Schiffsantriebe übertragen, so Zhinxin.

Fahrerlebnis: Serienqualität spürbar

Bei einer Testfahrt mit dem 1,5‑Liter‑M817 zeigte sich: Die im Rennen erprobten Schutzfunktionen und die Kennfeldabstimmung sind unverändert in die Serie übernommen worden. Im Stadtverkehr wechselt der Hybridantrieb sanft zwischen Benzin- und E-Modus, ohne Ruckeln. Auf unbefestigten Pisten sorgt der sofort anstehende E-Motor für kraftvollen Durchzug. Neun Geländefahrmodi ermöglichen die intelligente Umschaltung zwischen Zwei- und Allradantrieb. Die Erkenntnis des Autors: „Serienrennsport ist keine leere Marketingphrase – der Kunde kauft ein Antriebssystem, das eine 8000‑km‑Wüstenrallye überstanden hat.“


In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

HybridSicherheit