XPeng GX ab 34.500 €: 24.863 Bestellungen in 12 Stunden
Mit einem aggressiven Einstiegspreis von 269.800 Yuan (ca. 34.500 €)* hat XPeng (小鹏) am 20. Mai den GX offiziell auf den Markt gebracht. Das Fullsize-SUV ist in zwei Antriebsvarianten – Range Extender (EREV) und rein elektrisch (BEV) – sowie mehreren Ausstattungslinien erhältlich. Die Topversion Ultra, die im Vorverkauf noch 399.800 Yuan (ca. 51.200 €) kosten sollte, wurde um rund 50.000 Yuan (ca. 6.400 €) auf 359.800 Yuan (ca. 46.100 €) gesenkt.
CEO He Xiaopeng erklärte: „Der Wettbewerb ist extrem hart. Wir haben die Preise so weit gesenkt, wie es die Kosten erlauben.“ Das Echo war gewaltig: Laut Unternehmensangaben gingen innerhalb der ersten 12 Stunden 24.863 verbindliche Bestellungen ein – die beste Startbilanz eines großen SUV in China. Der Ultra-Anteil an den Bestellungen liegt bei über 20 Prozent.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Maße und Design: Fünf Meter zwanzig bullig
Mit 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite, 1.800 mm Höhe und einem Radstand von 3.115 mm bewegt sich der GX auf dem Niveau eines Mercedes GLS oder BMW X7. Das Design folgt einer Yacht-inspirierten Linie (Superyacht-Design) mit durchgehender Lichtleiste und wirkt bullig und präsent. Der cW-Wert ist nicht bekannt, dürfte aber angesichts der Größe im Bereich um 0,30 liegen.
Innenraum: Komfort und große Displays
Serienmäßig an Bord sind ein 17,3 Zoll großes Mitteldisplay, ein AR-Head-up-Display (88 Zoll projizierte Bilddiagonale) sowie eine Kühlbox. Die Ultra-Ausstattung (ab 359.800 Yuan / ca. 46.100 €) bietet zusätzlich einen 21,4-Zoll-Bildschirm auf der Mittelkonsole, zwei Executive-Sitze mit Massagefunktion und ein KI-gestütztes Privatsphärenmodul.
Fahrerassistenz: XNGP mit Nvidia-Chips
Das Assistenzsystem XNGP ist ein Kernthema von XPeng. Der GX ist serienmäßig mit Nvidia-Orin-Chips bestückt, je nach Ausstattungsstufe mit ein bis maximal zwei Orin-X-Chips (508 TOPS Rechenleistung). Die Topversion Ultra erhält zusätzlich einen Sicherheitschip. Das System unterstützt die zweite Generation der VLA-Architektur (Vision-Language-Action) und soll im August ein Over-the-Air-Update auf Version 6.3 erhalten, das unter anderem die Funktion „vollautomatischer Fußgängerschutz“ verbessert. Zudem ist der GX die Basis für XPengs geplante Robotaxi-Flotte, die ab der zweiten Jahreshälfte getestet wird.
Reichweite und Antrieb
Der GX bietet zwei Antriebsvarianten:
- EREV (Range Extender): 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator + zwei E-Motoren (Vorder- und Hinterachse). Batteriekapazität 63,3 kWh. Stromverbrauch nach CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP): 430 km elektrisch (CLTC) – entspricht ca. 370 km (WLTP-Schätzwert). Kombinierte Reichweite (Strom + Benzin): 1.585 km. Systemleistung und Drehmoment wurden noch nicht offiziell genannt; der Sprint von 0 auf 100 km/h dürfte (basierend auf dem E-Antrieb) bei etwa 5,5 Sekunden liegen – genaue Werte stehen noch aus.
- BEV (rein elektrisch): Zwei E-Motoren mit zusammen 430 kW (585 PS) und 750 Nm maximalem Drehmoment. 0–100 km/h in 4,5 Sekunden. Batteriekapazität 110 kWh. Reichweite: 750 km (CLTC) – entspricht ca. 640 km (WLTP-Schätzwert).
Wettbewerb und Einordnung
XPeng positioniert den GX preislich zwischen dem Li Auto L9 (ab ca. 53.000 € in China) und dem Voyah V9X (ca. 42.000 €). Direkte Konkurrenten sind zudem der NIO ES8, der AITO M9 und der Neta S. Mit einem Startpreis von unter 35.000 € unterbietet der GX die meisten etablierten Fullsize-SUV deutlich – und das bei umfangreicher Serienausstattung. He Xiaopeng zeigte auf der Bühne eine Vergleichsgrafik, die den GX unter anderem dem Li Auto L9 gegenüberstellt; er betonte, der GX sei „technisch überlegen und preislich fair“.
Das SUV ist Teil einer neuen Welle chinesischer Fullsize-SUV, die den Markt in den Segmenten von 25.000 bis 55.000 Euro überschwemmen. Ob der GX langfristig überzeugen kann, hängt von der Lieferfähigkeit, dem Service-Netz und der Zuverlässigkeit ab. Erste Auslieferungen sollen im Juli beginnen.
Der XPeng GX ist bislang ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt. Ein Europastart ist nicht angekündigt.

