XPeng GX: Elektro-SUV ab 34.500 € mit Rekordbestellungen
XPeng (小鹏) hat am 20. Mai in China den vollelektrischen SUV GX vorgestellt. Der Einstiegspreis liegt nach einem zeitlich begrenzten Rabatt von 10.000 Yuan (ca. 1.280 €) bei ca. 34.500 € (ca. 269.800 Yuan)*. Die Preisspanne reicht bis ca. 46.000 € (ca. 359.800 Yuan) für das Topmodell Ultra. Ursprünglich war die Spitzenversion mit ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan) angekündigt, doch XPeng senkte den Preis um 50.000 Yuan (ca. 6.400 €). Grund: extremer Wettbewerb im Segment großer SUVs. Die Aktion zeigte Wirkung: Innerhalb von zwölf Stunden gingen 24.863 verbindliche Bestellungen ein, davon 70 Prozent für das teuerste Ultramodell – ein Rekord für diesen Fahrzeugtyp in China.
Größe, Design und Ausstattung
Der GX misst 5.265 mm in der Länge, 1.999 mm in der Breite, 1.800 mm in der Höhe und hat einen Radstand von 3.115 mm. Damit liegt er auf dem Niveau eines Mercedes GLS. Das Design setzt auf eine schiffsheckähnliche Linienführung mit durchgehender Lichtleiste. Serienmäßig sind:
- 17,3‑Zoll‑Infotainment‑Display
- 88‑Zoll‑AR‑Head‑up‑Display
- Kühlbox
Die Ultramodelle bieten zusätzlich einen 21,4‑Zoll‑Bildschirm für die Fondpassagiere und eine KI‑gesteuerte Privatsphäre.
Antrieb und Reichweite
XPeng bietet den GX in zwei Versionen an: rein elektrisch (BEV) und als Range‑Extender‑Elektrofahrzeug (EREV). Die EREV‑Variante kombiniert einen 1,5‑Liter‑Turbo‑Verbrenner mit einem 63,3‑kWh‑Akku und erzielt eine rein elektrische Reichweite von 430 km (CLTC) – entspricht ca. 365 km (WLTP‑Schätzwert)**. Die kombinierte Reichweite liegt bei 1.585 km.
Die BEV‑Version kommt mit zwei Elektromotoren (Allrad) und leistet 430 kW (585 PS) sowie 750 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,5 Sekunden. Der Akku fasst 110 kWh und ermöglicht eine Reichweite von 750 km (CLTC) – ca. 637 km (WLTP‑Schätzwert). Beide Varianten nutzen eine 800‑Volt‑Architektur für schnelles Laden.
Fahrassistenz und Sicherheit
Das Fahrassistenzsystem basiert auf Nvidia‑Orin‑Chips. Die Mittelklasse‑Version MAX nutzt einen Chip und die VLA‑Plattform (Vision‑Language‑Action). Die Ultramodelle setzen auf zwei oder drei Chips mit bis zu 3.000 TOPS Rechenleistung und zusätzlichem VLM‑Modell. Serienmäßig ist Stufe‑2‑Autonomie enthalten; per Over‑the‑Air‑Update soll bis August das System der nächsten Generation (Version 6.3) ausgerollt werden. Zudem plant XPeng ab der zweiten Jahreshälfte 2025 den Einsatz seiner Robotaxi‑Technologie, die auch im GX nutzbar ist.
Für die Sicherheit setzt der GX auf eine hochfeste Karosserie mit einer Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad, elf Airbags und ein neu entwickeltes „Allwärts‑Schutz‑System“. Dieses umfasst unter anderem einen Notfall‑Assistenten, der bei plötzlichen gesundheitlichen Problemen des Fahrers automatisch warnt, abbremst und anhält. Die Hinterachse kann serienmäßig lenken – bei den Ultramodellen sogar aktiv über einen radarbasierten Controller, was den Wendekreis deutlich verkleinert. Ein genauer Wert wurde nicht genannt; der Hersteller spricht von „spürbar verbesserter Manövrierfähigkeit“.
Marktposition und Preisstrategie
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
**CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) – einmalige Erklärung.
Mit diesem Preispunkt positioniert XPeng den GX direkt gegen Konkurrenten wie Li Auto L9, NIO ES8 oder den AITO M9. Der GX unterbietet sie alle um mehrere tausend Euro. Gleichzeitig droht eine Kannibalisierung des eigenen Modells G9, das nun preislich nur noch knapp unter dem GX liegt. XPeng hofft, mit dem GX das Volumensegment großer SUVs zu erobern – ein Markt, der in China extrem umkämpft ist. Ob der GX langfristig überzeugen kann, hängt von Produktion, Service und der Qualität der Software ab.
Der XPeng GX wird bisher nur in China verkauft. Ein Europa-Start ist nicht angekündigt. XPeng plant jedoch eine Expansion nach Europa – der GX könnte mittelfristig auch hierzulande angeboten werden.

