QCraft in München: 500 TOPS Physical-AI
Der chinesische Autonomie-Pionier QCraft (轻舟智航) hat auf der Auto Chongqing 2026 (eine der wichtigsten Automessen Chinas) seine Physical-AI-Plattform vorgestellt. Die Technologie kombiniert ein digitales Weltmodell mit Reinforcement Learning (bestärkendem Lernen), um autonome Fahrzeuge sicherer und effizienter zu machen. Der Fokus liegt auf dem urbanen Navigationspilot City-NOA, der mit über 500 TOPS Rechenleistung arbeitet. Erste Testfahrten mit assistierten Systemen in München und Paris laufen bereits – ein klares Signal für die geplante Europa-Expansion.
Physical-AI-Architektur: Weltmodell trifft Reinforcement Learning
QCrafts Physical-AI-Ansatz baut auf einer zweigeteilten Architektur auf: dem „Cloud World Model" und dem „Vehicle World Behavior Model". Das Cloud-Modell nutzt eine Welt-Simulations-Engine in Kombination mit sicherheitsoptimiertem Reinforcement Learning. Es generiert kostengünstig Millionen seltener, aber kritischer Verkehrsszenarien („Long-Tail-Szenarien") – von dynamischen Hindernissen bis zu extremen Wetterbedingungen. Die KI kann so nahezu unbegrenzt in einer digitalen Umgebung trainieren.
Das Fahrzeugmodell fasst Wahrnehmung (Perception) und Entscheidungsfindung (Decision) in einem einzigen modellbasierten Pfad zusammen. Ergebnis: ein intuitiveres, defensiveres Fahrverhalten, das dem eines menschlichen Piloten ähnelt. Die Architektur deckt alle Fahrzeugtypen ab – von Pkw über Robotaxis bis zu Lieferrobotern.
City-NOA und L4-Pläne: Von Robotaxi bis Lieferroboter
Die QCraft Chengfeng MAX-Lösung für urbanes automatisiertes Fahren setzt auf diese Physical-AI-Architektur in Fahrzeugen mit über 500 TOPS Rechenleistung. Das System erkennt Fußgängerabsichten, bewältigt komplexe Vorfahrtsregeln und meistert selbst enge Altstadtgassen oder unübersichtliche Kreuzungen – mit eine:r „defensiven Instinkt", der nah am menschlichen Fahrstil liegt.
Für das vollautonome Fahren (Stufe 4, SAE) verfolgt QCraft einen Zwei-Gleis-Ansatz: Robotaxi und Robovan. Der Lieferroboter Q5 mit flexiblem Ladevolumen (3 bis 12 Kubikmeter) ist bereits in mehreren chinesischen Städten wie Ningbo, Wuhu und Jinhua im Testbetrieb. Das Unternehmen setzt auf eine „Produktion ist Betrieb"-Strategie, um die Technologie schnell in den Alltag zu bringen.
Europa-Tests in München und Paris
QCraft hat bereits mit täglichen Testfahrten in München und Paris begonnen. Dabei werden assistierte Systeme unter europäischen Verkehrsbedingungen erprobt. Die gesammelten Daten sollen die Physical-AI-Plattform weiter verbessern und den Weg für eine kommerzielle Einführung in Europa ebnen.
QCraft ist als Technologieanbieter nicht direkt in Deutschland erhältlich, testet seine Systeme jedoch bereits in München. Eine konkrete Produkteinführung steht noch aus, der Fokus liegt zunächst auf Entwicklungspartnerschaften.

