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OFweek NEVVon 5 Min. Lesezeit

XPeng GX: SUV-Flaggschiff startet ab 34.500 € und sprengt Rekorde

Mit Einstiegspreisen von 269.800 Yuan (ca. 34.500 €) lockt der XPeng GX binnen 12 Stunden 24.863 Bestellungen. Der 5,26-Meter-SUV tritt gegen Li Auto L9 und AITO M9 an.

XPeng GX: SUV-Flaggschiff startet ab 34.500 € und sprengt Rekorde

„Wer sagt, das sei zu teuer?“, rief XPeng-Chef He Xiaopeng bei der Enthüllung des neuen Flaggschiff-SUV GX. Die rhetorische Frage zielte auf die aggressive Preisgestaltung: Der XPeng (小鹏) GX wird in vier Ausstattungsvarianten angeboten – als reines Elektrofahrzeug (BEV) oder als Range-Extender (EREV). Der offizielle Preisrahmen liegt zwischen 279.800 und 359.800 Yuan. Wer bis zum 30. Juni bestellt, erhält einen Sofortrabatt von 10.000 Yuan, sodass der effektive Einstiegspreis bei 269.800 Yuan (ca. 34.500 €)* liegt.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Rekordstart: 24.863 Bestellungen in 12 Stunden

In der Vorbestellungsphase hatte XPeng den GX noch für 399.800 Yuan (ca. 51.200 €) gelistet – ein Preis, der als zu hoch kritisiert wurde. XPeng reagierte und senkte den Preis um 50.000 Yuan, was einer Reduzierung um umgerechnet ca. 6.400 € entspricht. Die Kalkulation ging auf: Laut offiziellen Angaben gingen innerhalb von 12 Stunden 24.863 Bestellungen ein. Dabei dominierte die Topvariante Ultra mit über 70 Prozent Anteil. Damit dürfte der GX der bislang erfolgreichste Marktstart eines chinesischen Full-Size-SUVs sein.

Dimensionen und Design: Full-Size gegen die 9er-Klasse

Mit 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite, 1.800 mm Höhe und einem Radstand von 3.115 mm erreicht der GX klassische Full-Size-Maße – vergleichbar mit einem BMW X7 oder Mercedes GLS. Das Design folgt einer „Yacht-Linie“ mit durchgehender Lichtleiste und wirkt sowohl bullig als auch elegant. XPeng stellt den GX selbstbewusst gegen die „9er-Klasse“ – gemeint sind Konkurrenten wie der Li Auto (理想) L9 und der AITO (问界) M9.

Hightech im Innenraum: KI, AR und Komfort pur

Serienmäßig an Bord: ein 17,3-Zoll-Zentraldisplay, ein 88-Zoll-AR-HUD und eine Kühlbox. Die Ultra-Variante bietet zusätzlich einen 21,4-Zoll-Rücksitzbildschirm und doppelte Nullschwerpunkt-Sitze. Die Topversion bekommt ein KI-assistiertes persönliches Assistenzsystem. Auch bei den Assistenzsystemen hat XPeng aufgerüstet.

Autonomes Fahren: Drei Chips, 3.000 TOPS Rechenleistung

Autonomes Fahren ist eine Kernkompetenz von XPeng. Der GX ist serienmäßig mit dem hauseigenen Turing AI-Chip ausgestattet. Je nach Version kommen unterschiedliche Konfigurationen zum Einsatz: Die MAX-Variante nutzt einen Turing-Chip mit der zweiten Generation des VLA-Systems (Vision-Language-Action), die Ultra SE zwei Chips, die Ultra-Version und die Sonderedition sogar drei Chips mit einer kombinierten Rechenleistung von 3.000 TOPS – das ermöglicht die zweite Generation von VLA plus VLM (Vision-Language-Model). Mit dem Marktstart des GX rollt XPeng außerdem die zweite Generation VLA mit dem Update 6.2.0 aus, das unter anderem einen automatischen City-Pilot „von Tür zu Tür“ ermöglicht. Für August ist das Update 6.3.0 mit weiteren Funktionen angekündigt. Zudem ist der GX die erste Plattform für XPengs Robotaxi, das im zweiten Halbjahr im Realbetrieb getestet werden soll.

Fahrwerk und Sicherheit: Hinterachslenkung und extreme Steifigkeit

Der XPeng GX bietet entweder ein High-End-Luftfahrwerk oder eine hydraulisch gesteuerte Hinterachslenkung (bei der Ultra-Variante). Letztere reduziert den Wendekreis um 0,6 Meter – ein spürbarer Vorteil bei einem 5,26 Meter langen Auto. Serienmäßig sind hydraulische Bremsen, Einzelradaufhängung vorn (Doppelquerlenker) und eine H-förmige Hinterachse. Die Karosserie ist mit einer neu entwickelten „schiffsbugähnlichen“ Struktur aus 16.000-Tonnen-Pressen gefertigt und erreicht eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad – Spitzenwert in dieser Klasse. Dazu kommen elf Airbags.

Bei der aktiven Sicherheit setzt der GX auf ein „Ganzzeit-Sicherheitsassistenzsystem“ mit Notfall-AES (Autonome Notbremsung auch bei Schnee), automatischer Reifendruckregelung, Unterboden-Schutz, 700-mm-Watfähigkeit und 12 hochauflösenden Kameras. Der Wagen warnt den Fahrer bei gesundheitlichen Notfällen und kann automatisch „warnen – abbremsen – anhalten – Hilfe rufen“ einleiten. Zusätzlich sind Brems-, Lenk- und Dämpfungssysteme doppelt redundant ausgelegt.

Antrieb und Reichweite: EREV und BEV mit bis zu 750 km

Der XPeng GX kann als Range-Extender (EREV) oder rein elektrisch (BEV) geordert werden. Der EREV kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator mit einem 63,3 kWh großen Akku und zwei Elektromotoren. Die rein elektrische Reichweite beträgt 430 km (CLTC) – entspricht ca. 366 km (WLTP-Schätzwert). Die Gesamtreichweite liegt bei 1.585 km. Die BEV-Version liefert 430 kW (585 PS) Systemleistung, 750 Nm Drehmoment, beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht mit einem 110-kWh-Akku 750 km (CLTC) – entspricht ca. 638 km (WLTP-Schätzwert). Der CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) wird in China verwendet.

Marktumfeld: Preiskampf im Full-Size-SUV-Segment

Der GX positioniert sich zwischen dem Li Auto L9 und dem künftigen Xiaomi YU9 sowie dem AITO M9 und NIO ES8. Mit einem effektiven Preis von 269.800 Yuan (ca. 34.500 €) unterbietet er die etablierte Konkurrenz deutlich. XPeng hofft, mit der aggressiven Preisstrategie Marktanteile im boomenden Full-Size-SUV-Markt zu gewinnen, der von 150.000 Yuan bis über 500.000 Yuan reicht. Der GX zielt auf das Segment zwischen 250.000 und 350.000 Yuan (ca. 32.000–45.000 €) – eine Nische, die bisher weniger umkämpft ist.

Intern könnte der GX jedoch dem eigenen Modell G9 Marktanteile abgraben. Der G9 ist zwar günstiger (ab ca. 240.000 Yuan), bietet aber weniger Platz und Ausstattung. XPeng muss nun abwägen, ob der GX den G9 kannibalisiert oder beide Modelle unterschiedliche Käuferschichten ansprechen. Der G9 wird als 5-Meter-SUV positioniert, der GX als 5,26-Meter-Flaggschiff.


Der XPeng GX ist bisher ausschließlich für den chinesischen Markt bestätigt. XPeng expandiert zwar nach Europa (Niederlande, Norwegen, Deutschland), ein Marktstart des GX in Deutschland ist jedoch nicht offiziell angekündigt. Angesichts der Größe und des Preises wäre ein späterer Eintritt in den europäischen Markt denkbar, jedoch nicht vor 2026.

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