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Huawei übernimmt Haftung für ADAS – Preise steigen leicht

Huawei führt eine Haftungsgarantie für sein Qiankun-ADAS ein, ähnlich wie BYD. Bei Unfällen unter Assistenz übernimmt der Konzern wirtschaftliche Schäden. Gleichzeitig verteuert sich das Premium-Paket von 32.000 auf 36.000 Yuan (ca. 4.100 € auf 4.600 €).

Huawei übernimmt Haftung für ADAS – Preise steigen leicht

Huawei übernimmt Haftung für ADAS – Preise steigen leicht

Nach BYD hat nun auch Huawei (华为) eine umfassende Haftungsgarantie für seine Fahrassistenzsysteme eingeführt. Der chinesische Hightech-Konzern verspricht, bei bestimmungsgemäßer Nutzung des Qiankun-ADAS (乾崑智驾) entstandene Personen- und Sachschäden zu ersetzen – sowohl am eigenen Fahrzeug als auch an Dritten. Die Ankündigung erfolgt nur knapp einen Monat nach BYDs ähnlichem Schritt.

Die Details der Haftungsgarantie

Huawei koppelt die Garantieleistung an den Kauf des „ADS Premium Function Packs". Wer das Paket vor dem 1. Juli 2026 erwirbt, erhält ein Jahr Abdeckung; danach sind es drei Jahre. Zeitgleich steigen die Preise: Der einmalige Kaufpreis wird von 32.000 Yuan auf 36.000 Yuan angehoben – umgerechnet etwa von 4.100 € auf 4.600 €*. Nach Abzug von Herstellerzuschüssen steigt der effektive Preis von 12.000 Yuan (ca. 1.500 €) auf 15.000 Yuan (ca. 1.900 €). Als Grund nennt Huawei gestiegene Hardwarekosten, insbesondere für KI-Chips und DDR5-Arbeitsspeicher.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

BYD hatte seine Garantie bereits Ende Mai eingeführt. Für Systeme „Götterauge A und B" übernimmt der Hersteller sämtliche wirtschaftlichen Schäden ohne Obergrenze. Für das Basissystem „Götterauge C" ist eine kostenpflichtige Aufrüstung nötig: Der Preis stieg von 9.900 Yuan (ca. 1.270 €) auf 12.000 Yuan (ca. 1.500 €).

Verantwortung bleibt beim Fahrer

Beide Hersteller betonen, dass die Garantie nur finanzielle Schäden abdeckt. Strafrechtliche Konsequenzen und Punkte in Flensburg (chinesisch: Führerscheinpunkte) trägt weiterhin der Fahrer. Ein Leitfall des Obersten Volksgerichts Chinas von Februar 2026 stellt klar: „Das Assistenzsystem ersetzt nicht den Fahrer – wer die Funktion aktiviert, bleibt verantwortlich."

Die Branche steht vor einem Dilemma: Während Werbevideos oft suggestiv zeigen, wie Fahrer das Lenkrad loslassen, betonen die Bedienungsanleitungen stets die Aufsichtspflicht. Mit den neuen Garantien überbrücken BYD und Huawei diese Kluft zumindest wirtschaftlich. Juristisch bleibt vieles ungeklärt – insbesondere für L3-Systeme, deren Zulassung die chinesische Regierung erst 2025/2026 vorantreibt.

Die Garantien sind ein erster Schritt: Hersteller gehen finanziell in Vorleistung, ersetzen aber nicht das Rechtssystem. Wie sich der neue Wettbewerb um Haftungszusagen auf die Preise in Europa auswirken wird, bleibt abzuwarten.


Huawei ist in Deutschland vor allem als Technologiepartner für Automobilhersteller (z. B. AITO, Luxeed) bekannt, bietet aber keine eigenen Pkw an. Die Garantie gilt vorerst nur auf dem chinesischen Markt. Ob sie auf europäische Exportmodelle übertragen wird, ist offen.

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