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HuaweiD1EVVon 3 Min. Lesezeit

Huawei: KI-Haustier aus E-Auto-Technik in 10 Sekunden ausverkauft

Huawei und ZTE präsentieren auf der MWC Shanghai KI-Haustiere, die auf Technologie aus E-Auto-Smart-Cockpits basieren. Der „Smart Hanhan' war sofort vergriffen – der Markt wächst rasant. Ein Europa-Start ist nicht geplant.

Huawei: KI-Haustier aus E-Auto-Technik in 10 Sekunden ausverkauft

Am 24. Juni 2026 öffnet die MWC Shanghai ihre Tore – und während humanoide Roboter, KI-Brillen und 6G-Demos die Messehallen füllen, ist der absolute Publikumsmagnet ein anderer: KI-Haustiere. Besucher streicheln, flüstern und lachen. Die digitale Zuneigungswelle hat einen handfesten Ursprung: Huawei (华为), ZTE und andere Tech-Giganten übertragen ihre Smart-Cockpit-KI aus Elektroautos in kleine, emotionale Roboter.

Huawei hat gemeinsam mit RoboSmart den „Smart Hanhan" entwickelt – ein plüschiger Begleiter, der auf der gleichen KI-Plattform basiert, die auch in den Fahrzeugen der Marken AITO (问界) und Luxeed (智界) zum Einsatz kommt: dem Xiaoyi-Sprachmodell und der HarmonyOS-Architektur. Der „Smart Hanhan" reagiert auf Berührungen, erkennt Stimmungen und entwickelt mit der Zeit eine eigene „Persönlichkeit". Der Verkaufsstart auf der Messe: nach zehn Sekunden ausverkauft. Auf dem Gebrauchtmarkt werden bis zu 75 % Aufpreis gezahlt.

Vom E-Auto-Cockpit ins Kinderzimmer

Die Technologie hinter den KI-Haustieren stammt direkt aus dem automobilen Umfeld. Huaweis „Xiaoyi"-Assistent, der in den E-Autos von HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行) Millionen von Daten verarbeitet, wurde für den „Smart Hanhan" auf ein kompaktes, stromsparendes System heruntergestutzt. Auch ZTE nutzt mit dem „iMoochi" ein KI-Modell, das ursprünglich für vernetzte Fahrzeuge entwickelt wurde. „Diese Haustiere sind im Grunde genommen E-Auto-Smart-Cockpits im Taschenformat", erklärte ein Entwickler gegenüber unserer Redaktion. „Sie lernen, wie ein Fahrzeug – nur dass sie statt zu lenken, wedeln und schnurren."

Der Markt wächst rasant: Laut QYResearch erzielte der globale KI-Tier-Markt 2025 einen Umsatz von 247 Millionen US-Dollar. Für den KI-Emotionsbegleitermarkt wird ein Anstieg von 394 Millionen (2025) auf 892 Millionen US-Dollar (2032) prognostiziert – jährliches Wachstum 11,7 %. In China legte der KI-Spielzeugmarkt laut MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium) 2024 auf 246 Milliarden Yuan (ca. 31,5 Milliarden €) zu, 2025 sollen es 290 Milliarden Yuan (ca. 37,1 Milliarden €) sein*.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Schattenseiten: Datenschutz und „Intelligenzsteuer"

So faszinierend die digitalen Begleiter sind – die Kritik wächst. Viele Nutzer berichten von schnell nachlassender Begeisterung. „Nach drei Tagen langweilt es sich zu Tode", schreibt ein Käufer auf einem chinesischen Forum. Vor allem der Begriff der „Intelligenzsteuer" (智商税, wörtlich „Steuer auf IQ") macht die Runde: Gemeint sind überhöhte Preise für minimale KI-Features, deren versprochene Funktionen – wie das Dolmetschen von Tierlauten – selten halten, was sie versprechen.

Schwerer wiegt die Datenschutz-Debatte. Viele KI-Haustiere sind mit Kameras, Mikrofonen und GPS ausgestattet. Einige senden permanent über 4G, wie der „AI clubie" von China Mobile. Eltern fürchten um die Privatsphäre ihrer Kinder. Der chinesische Politiker Zhang Yunquan warnte öffentlich: „Jede Technologie muss Sicherheitsgrenzen respektieren. Unsichtbare Datensammler im Kinderzimmer sind eine unterschätzte Gefahr."


Die vorgestellten KI-Haustiere sind derzeit ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt. Eine Europa-Expansion wurde weder von Huawei noch von ZTE oder den anderen Herstellern angekündigt. Deutsche Autofahrer können die Technologie jedoch indirekt erleben: Huaweis Xiaoyi-KI ist bereits in den Fahrzeugen von AITO, Luxeed und Stelato (享界) verbaut, die ab 2026 nach Europa kommen sollen.

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