Zotye: Comeback-Versuch über Indonesien geplant
Der einstige chinesische Automobilhersteller Zotye (众泰汽车), der vor einigen Jahren aufgrund von Schulden und Produktionsstillstand in die Insolvenz ging, wagt einen neuen Anlauf – diesmal nicht in China, sondern in Südostasien. Eine hochrangige Delegation der indonesischen Wettbewerbsbehörde BPKN unter Leitung von Dr. Muhamad Mufti Mubarak besuchte kürzlich die Zotye-Zentrale, um Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren. Dabei wurden erste Absichtserklärungen für eine komplette Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge unterzeichnet: von der Fertigung vor Ort über Technologietransfer bis hin zur Batterieproduktion und Fachkräfteausbildung. Allerdings handelt es sich bislang um unverbindliche Absichtserklärungen – ein finaler Vertrag steht noch aus.
Vom Niedergang zur Neuausrichtung
Noch vor wenigen Jahren galt Zotye als hoffnungsloser Fall. Der Hersteller hatte mit günstigen Modellen (oft als „chinesischer Porsche“ verspottet) Marktanteile gewonnen, verpasste aber den Anschluss an die Elektromobilität. Technologisch rückständig, qualitativ schwach und hoch verschuldet, verlor Zotye den Anschluss an die großen chinesischen EV-Player wie BYD oder NIO. 2020 folgte die Insolvenz und Umstrukturierung. Neue Investoren stabilisierten das Unternehmen, bewahrten die Produktionslizenzen, die vier Kernfertigungsprozesse (Pressen, Schweißen, Lackieren, Montage) sowie eine ausgereifte Lieferkette. Im überhitzten chinesischen Heimatmarkt hat Zotye jedoch keine Chance mehr – der Export ist die einzige Rettung.


