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OFweek NEVVon 4 Min. Lesezeit

XPeng GX: 34.500-Euro-SUV mit 750 km Reichweite

Der neue XPeng GX startet in China ab ca. 34.500 € und sammelt 24.863 Bestellungen in 12 Stunden. Als 5,26 m langes Fullsize-SUV mit bis zu 750 km CLTC-Reichweite greift er das Segment von Li Auto L9 an.

XPeng GX: 34.500-Euro-SUV mit 750 km Reichweite

Mit einem Paukenschlag startet XPeng (小鹏) den Verkauf seines neuen Flaggschiff-SUV GX. Auf der Markteinführungsveranstaltung am 20. Mai verkündete CEO He Xiaopeng den Einstiegspreis von ca. 34.500 € (ca. 269.800 Yuan) – ein radikaler Schritt, denn ursprünglich lag der Vorbestellpreis bei ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan). Damit senkt XPeng den Preis um fast 16.700 € und spricht von einem „durchschlagenden" Angebot. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich beruhen: Innerhalb von 12 Stunden gingen 24.863 verbindliche Bestellungen ein, wobei das Topmodell Ultra mit über 70 % dominierte.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Gigantische Abmessungen, gigantische Konkurrenz

Der XPeng GX misst 5.265 mm in der Länge, 1.999 mm in der Breite und 1.800 mm in der Höhe bei einem Radstand von 3.115 mm – er fährt damit in der Klasse der Fullsize-SUVs, wo er auf etablierte Rivalen wie den Li Auto (理想) L9 oder den NIO (蔚来) ES8 trifft. Das Design folgt der „Jacht"-Linie mit durchgehender Lichtleiste und präsentiert sich bullig. Doch XPeng setzt vor allem auf Technologie: Serienmäßig sind ein 17,3-Zoll-Mitteldisplay, ein 88-Zoll-AR-Head-up-Display und eine Kühlbox an Bord. Die Ultra-Version bietet zusätzlich zwei 21,4-Zoll-Bildschirme für die Fondpassagiere sowie einen AI-gestützten Privatassistenten.

Fahrassistenz auf neuem Niveau

Das Herzstück des GX ist das Fahrassistenzsystem. Alle Versionen nutzen den hauseigenen Turing-Chip, wobei die Basis-Versionen einen Chip und die VLA-Software (Vision-Language-Action) der zweiten Generation erhalten. Die Ultra-Version setzt auf zwei Chips, das Spitzenmodell Ultra sogar auf drei Chips mit einer Rechenleistung von 3.000 TOPS – das entspricht rund dem Vierfachen eines Tesla FSD-Computers. Damit unterstützt der GX VLA und VLM (Vision-Language-Model) sowie den geplanten Robotaxi-Betrieb: XPeng kündigte für das zweite Halbjahr 2025 Robotaxi-Tests an, deren Erkenntnisse in die Serienfahrzeuge einfließen sollen.

Die Over-the-Air-Updates (OTA) sind ebenfalls ambitioniert: Version 6.2.0 bringt die VLA-Funktionen auf die bereits ausgelieferten Fahrzeuge – inklusive automatischem Ausweichen und Notbremsung bei Schnee (AES). Version 6.3 ist für August angekündigt.

Zwei Antriebsstränge: EREV und BEV

Der XPeng GX wird in zwei Varianten angeboten:

  • Range-Extender (EREV): 1,5-Liter-Turbobenziner + zwei Elektromotoren, 63,3-kWh-Akku. CLTC-reinelektrische Reichweite: 430 km – entspricht ca. 365 km (WLTP-Schätzwert). Kombinierte Reichweite: 1.585 km (CLTC).
  • Rein elektrisch (BEV): Zwei Elektromotoren mit 430 kW Systemleistung und 750 Nm Drehmoment. 0–100 km/h in 4,5 Sekunden. 110-kWh-Akku, CLTC-Reichweite: 750 km – entspricht ca. 640 km (WLTP-Schätzwert).

CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) wird in Europa durch den realistischeren WLTP-Standard ersetzt.

Komfort und Sicherheit: Volle Hütte

Der GX bietet serienmäßig eine Luftfederung mit hydraulischer Bremsanlage und eine Zwei-Kammer-Dämpfung. Die Ultra-Version erhält zusätzlich eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis auf 10,6 Meter reduziert – ein Wert, der in dieser Klasse nur von wenigen Konkurrenten (z. B. dem Mercedes EQS SUV) erreicht wird. Die Karosserie aus 16.000-Tonnen-Pressen mit einer Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad übertrifft die meisten Konkurrenten.

Zur Sicherheitsausstattung gehören elf Airbags, ein „Allwetter-Aktives-Sicherheitssystem" mit AES bei Schnee, Reifendruck-Überwachung in Echtzeit, ein Unterboden-Schutz gegen Steinschlag sowie eine automatische Fahrer-Notbremsung bei medizinischen Notfällen. Zusätzlich sind eine Unterwasser-Nottüröffnung, ein Notruffunk und ein doppelt isoliertes Hochvoltsystem verbaut.

Preiskampf im Fullsize-SUV-Segment

Der chinesische Markt für große SUVs (5–7 Sitzer) ist extrem umkämpft. Zu den aktuellen oder kurz bevorstehenden Modellen zählen unter anderem:

  • Li Auto (理想) L9 (ca. 45.000–55.000 €)
  • NIO (蔚来) ES8 (ca. 52.000–65.000 €)
  • AITO (问界) M9 (ca. 47.000–60.000 €)
  • Denza (腾势) N9 (ca. 35.000–50.000 €)
  • Zeekr (极氪) 9X (ca. 32.000–45.000 €)
  • WEY (魏牌) V9X (ca. 28.000–38.000 €)
  • Voyah (岚图) Dream (ca. 33.000–45.000 €)
  • Deepal (深蓝) S (ca. 25.000–35.000 €)

Mit dem Einstiegspreis von unter 35.000 € positioniert sich der GX klar unter dem Li Auto L9 und selbst günstiger als der Denza N9. Gleichzeitig zieht er Käufer von XPengs eigenem G9 ab – ein SUV der 5-m-Klasse, das aktuell nur noch knapp 3.000 Einheiten pro Monat verkauft. Der GX ist technisch überlegen und nur etwa 3.000 € teurer. XPeng dürfte sich damit selbst kannibalisieren, doch das Unternehmen setzt offenbar auf Volumen statt Marge – eine Taktik, die in China als „innerer Wettbewerb" bekannt ist.


In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

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