USMCA-Aus bedroht China-E-Auto-Exporte über Mexiko
Die US-Regierung hat am 1. Juli bekanntgegeben, das USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) nicht zu verlängern. Damit beginnt der zehnjährige Auslaufprozess des Freihandelsabkommens, das die nordamerikanische Wirtschaftsregion mit einem jährlichen Handelsvolumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar zusammenhält. Für chinesische Elektroauto-Hersteller bedeutet dies eine potenziell existenzielle Bedrohung ihrer Nordamerika-Strategie: Viele von ihnen hatten Mexiko als Sprungbrett für den zollfreien Zugang zum US-Markt auserkoren.
Chinesische Hersteller unter Druck
Besonders BYD (比亚迪) hatte ambitionierte Pläne für ein Werk im mexikanischen Bundesstaat Nuevo León, das ab 2026 jährlich bis zu 300.000 Fahrzeuge produzieren sollte – vor allem für den US-Markt. Auch SAIC (mit der Marke MG) und Geely (mit Marken wie Zeekr) haben Produktionsstätten oder Vertriebswege in Mexiko aufgebaut. Sollten die USA die regionalen Ursprungsregeln für Autos deutlich verschärfen, könnten diese Fahrzeuge nicht mehr zollfrei in die USA eingeführt werden. Die USA verzeichneten 2025 ein Handelsdefizit von 197 Milliarden US-Dollar mit Mexiko und 48,3 Milliarden mit Kanada – ein zentraler Grund für die harte Haltung.
Strengere Ursprungsregeln gezielt gegen Drittländer
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer kündigte an, die Verhandlungen mit Mexiko und Kanada zu nutzen, um „Schlupflöcher“ zu schließen, über die Drittländer wie China die USMCA-Vorteile nutzen. Insbesondere die regionalen Wertschöpfungsanforderungen für Autos sollen steigen: Ein höherer Anteil der Teile und Arbeit muss aus Nordamerika stammen. Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard zeigte sich gesprächsbereit, betonte aber: „Wir werden unsere Autoindustrie nicht in einen Wettbewerbsnachteil bringen.“ Kanada forderte zugleich die Aufhebung von US-Sonderzöllen auf Stahl, Aluminium und Autos.
Parallelen zur EU-Zollpolitik
Die Entwicklung ist auch für den europäischen Markt relevant: Die EU hatte im Juli 2024 vorläufige Zölle von bis zu 37,6 % auf chinesische E-Autos verhängt – mit ähnlicher Begründung wie die USA (Überkapazitäten, unfairer Wettbewerb). Während die EU die Zölle durch Verhandlungen zeitweise entschärfte (z. B. für BYD auf 17 % gesenkt), zeigt das USMCA-Aus, wie schnell geopolitische Handelsbarrieren auch für chinesische Hersteller errichtet werden können. Analysten erwarten, dass chinesische Marken nun verstärkt auf lokale Produktion in der EU setzen werden – etwa BYD in Ungarn oder Chery in Spanien.
Kein direkter Bezug zu einem in Deutschland erhältlichen Modell. Die Entwicklung betrifft jedoch alle chinesischen E-Auto-Exporteure und hat Signalwirkung für die EU-Handelspolitik.


