USMCA-Ausstieg: BYD-Werk in Mexiko in Gefahr – Verhandlungen starten 20. Juli
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat am 1. Juli offiziell erklärt, das US-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) nicht zu verlängern. Damit beginnt der vertraglich festgelegte Zehn-Jahres-Ausstiegsprozess. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer kündigte an, die Klauseln neu zu verhandeln, vor allem die Ursprungsregeln für Autos und Industriegüter zu verschärfen. Ziel ist es, Handelsdefizite abzubauen und Arbeitsplätze in die USA zurückzuholen.
Handelsdefizite als Treiber
Die USA verzeichnen ein Handelsdefizit von 197 Milliarden US-Dollar mit Mexiko und 48,3 Milliarden US-Dollar mit Kanada – die höchsten Werte seit Jahren. Diese Zahlen sind der Hauptgrund für den harten Kurs. Solange kein neues Abkommen mit geänderten Bedingungen steht, gilt das aktuelle USMCA noch zehn Jahre mit jährlicher Überprüfung. Nach Ablauf dieser Frist würde es automatisch auslaufen.
Autoindustrie im Fokus: Strengere Ursprungsregeln
Besonders brisant: Die USA wollen strengere regionale Wertschöpfungsquoten für Fahrzeuge und Teile durchsetzen, um zu verhindern, dass Drittländer die Zollvorteile des USMCA ausnutzen. Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard betonte in einer Pressekonferenz, man werde die eigene Automobilindustrie nicht in Wettbewerbsnachteile bringen. Auch Kanada drängt auf die Aufhebung von Strafzöllen auf Stahl, Aluminium und Autos. Die Verhandlungen zwischen den USA und Mexiko sollen in der Woche des 20. Juli in Mexiko-Stadt beginnen.
Die Entscheidung betrifft nicht nur nordamerikanische Hersteller wie General Motors, sondern auch europäische Konzerne wie Volkswagen, BMW oder Mercedes-Benz, die in Mexiko oder Kanada produzieren. Sie müssen mit höheren Kosten oder Zöllen bei Exporten in die USA rechnen. Indirekt könnten auch chinesische Hersteller wie BYD (比亚迪) betroffen sein, die in Mexiko Werke planen: Strengere Ursprungsregeln könnten ihren Marktzugang in die USA erschweren.
Ausblick: Kein Konsens in Sicht
Ebrard betonte, dass es keine unüberbrückbaren Differenzen gebe. Kanada pocht auf die Abschaffung von US-Strafzöllen auf Stahl, Aluminium und Autos. Das USMCA, einst von Trumps erster Regierung ausgehandelt, regelt jährlich Handelsvolumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar zwischen den drei Ländern. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob ein Kompromiss möglich ist – oder ob die Zehn-Jahres-Frist zur automatischen Auflösung führt.
Der USMCA-Ausstieg betrifft direkt deutsche Hersteller (VW, BMW, Mercedes-Benz) mit Produktion in Mexiko. Für chinesische Hersteller wie BYD, die Werke in Mexiko planen, könnten die strengeren Regeln den Zugang zum US-Markt erschweren. Eine unmittelbare Auswirkung auf den deutschen Fahrzeugmarkt ist nicht absehbar.


