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OFweek NEVVon 5 Min. Lesezeit

XPeng GX: Fullsize-SUV ab 34.500 € mit 750 km Reichweite

Der XPeng GX startet in China ab 269.800 Yuan (ca. 34.500 €) und konkurriert mit Li Auto L9 und AITO M9. In 12 Stunden gingen 24.863 Bestellungen ein.

XPeng GX: Fullsize-SUV ab 34.500 € mit 750 km Reichweite

„Warum ist der Markt so hart? Wir wollen ihn zum Explodieren bringen!“ Mit diesen Worten eröffnete XPeng (小鹏)-CEO He Xiaopeng am 20. Mai die Präsentation des GX in Guangzhou. Der Fullsize-SUV ist in zwei Antriebsformen (EREV und BEV) sowie vier Ausstattungsvarianten erhältlich. Der offizielle Preis lag zunächst bei 279.800 bis 359.800 Yuan (ca. 35.800 bis 46.100 €)*. Wer jedoch bis 30. Juni bestellt, erhält einen Rabatt von 10.000 Yuan – der effektive Einstiegspreis sinkt auf 269.800 Yuan (ca. 34.500 €).

Bereits in der Vorbestellungsphase war der GX zu 399.800 Yuan (ca. 51.200 €) gelistet, was intern als zu hoch kritisiert wurde. He Xiaopeng räumte ein, dass die Preisgestaltung nach heftigen internen Debatten aggressiv nach unten korrigiert wurde – direkt 5.000 Yuan unter den ursprünglichen Preis. „Unter dem Strich“, so der CEO, „wollen wir das Auto für Kunden attraktiv machen, ohne die Marge komplett zu opfern.“

Ein Déjà-vu? 2022 war der G9 mit über 40 Modellvarianten und zu hohem Preis gestartet – ein Flop, der XPeng monatelang lähmte. Diesmal zog man die Reißleine bereits in der Vorbestellungsphase. Der Erfolg gibt dem Hersteller recht: Die Server der offiziellen App brachen zeitweise zusammen, und binnen 12 Stunden gingen 24.863 Bestellungen ein. Die Ultra-Topversion machte dabei 70 % der Aufträge aus – das beste Ergebnis für ein chinesisches SUV in diesem Segment.

Riesiges Format, luxuriöse Ausstattung

Mit 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite, 1.800 mm Höhe und einem Radstand von 3.115 mm erreicht der XPeng GX die Dimensionen eines Fullsize-SUV. Das Design orientiert sich an einer Schnellboot-Optik mit durchgehender Lichtleiste. Serienmäßig sind unter anderem ein 17,3-Zoll-Mitteldisplay, ein 88-Zoll-AR-Head-up-Display und eine Kühlbox. Die Ultra-Version bietet zusätzlich einen 21,4-Zoll-Bildschirm für die Fondpassagiere sowie zwei elektrisch verstellbare Sitze im Fond. Das Topmodell ergänzt eine KI-Assistentin und Privatsphäre-Trennung.

Intelligentes Fahren als Kernkompetenz

Alle Versionen des GX sind mit dem hauseigenen Turing-AI-Chip ausgestattet. Je nach Variante kommen ein, zwei oder drei Chips zum Einsatz – die Ultra-Version erreicht eine Rechenleistung von 3.000 TOPS, genug für das multimodale Modell VLA+VLM. Mit dem GX-Marktstart erhält auch das Fahrassistenzsystem ein Update auf Version 6.2.0, das unter anderem verbessertes automatisches Einparken bietet. Für August ist Version 6.3 angekündigt. Zudem soll der GX die Plattform für XPengs erste Robotaxis werden – Tests sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

Zwei Antriebsstränge: EREV und BEV

Der GX bietet zwei Antriebsoptionen:

  • EREV (Range Extender): 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator + zwei Elektromotoren (vorn/hinten), 63,3-kWh-Akku, Reichweite 430 km (CLTC)* — entspricht ca. 366 km (WLTP-Schätzwert), kombinierte Reichweite 1.585 km.
  • BEV (rein elektrisch): Zwei Elektromotoren mit 430 kW (585 PS) Systemleistung und 750 Nm Drehmoment, 0–100 km/h in 4,5 Sekunden, 110-kWh-Akku, Reichweite 750 km (CLTC)* — entspricht ca. 640 km (WLTP-Schätzwert).

*Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen. CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP).

Beide Versionen sind serienmäßig mit Luftfederung und hydraulischen Bremsen ausgestattet. Die Vorderachse nutzt eine Doppelquerlenker-Konstruktion, die Hinterachse eine H-Arm-Mehrlenkerachse. Die Ultra- und Topversionen bieten zudem eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis um 0,6 Meter reduziert – bei einem Fahrzeug dieser Größe ein signifikanter Vorteil in engen Stadtstraßen.

Sicherheit on top

„Ein großes Familienauto muss nicht nur weit fahren, sondern vor allem sicher sein“, betont He Xiaopeng. Der GX verfügt über eine 16.000-Tonnen-Pressguss-Karosseriestruktur („Schiffspanzer“), die eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad erreicht – Klassenbestwert. Serienmäßig sind elf Airbags an Bord.

Erstmals kommt ein „Allwetter-Fahrsicherheitssystem“ zum Einsatz, das unter anderem AES-Notbremsung, Reifenplatzerkennung, Reifenpannen-Assistent, Ausweich-Manöver und eine Wattiefe von bis zu 700 mm umfasst. Alle Versionen sind mit einem Fahrer-Notfallsystem ausgestattet: Erkennt die Kamera plötzliche gesundheitliche Probleme des Fahrers, leitet das System automatisch eine – je nach Situation – „Warnung → Verzögerung → Anhalten → Notruf“-Kette ein.

Konkurrenz im Fullsize-SUV-Segment

Der XPeng GX zielt auf die Oberklasse der sechssitzigen Fullsize-SUVs – ein Segment, das seit 2024 rasant wächst. Direkte Wettbewerber sind Li Auto L9, NIO ES8, AITO M9, Voyah Dreamer sowie der kürzlich vorgestellte Wey 80. Hinzu kommen neue Modelle wie der Denza N9 und der kommende XPeng YU9. Der GX positioniert sich preislich zwischen 25.000 und 35.000 € – deutlich unter den etwa 40.000 € für L9 oder M9.

XPeng setzt dabei auf seine Technologie-Marke: KI-Chips, Over-the-Air-Updates und die Robotaxi-Vision. Die enorme Nachfrage zeigt, dass der GX im umkämpften Markt der großen SUVs Fuß fassen kann. Ob er sich langfristig durchsetzt, hängt nun von der Produktion, der Service-Infrastruktur und der Markenwahrnehmung ab. Ein internes Problem: Der GX kannibalisiert den eigenen Flaggschiff-SUV G9, der mit ähnlicher Ausstattung aber geringerer Größe nur 30.000 Yuan (ca. 3.800 €) günstiger ist. XPengs Hoffnung ruht daher darauf, dass der GX das Volumenmodell wird, während der G9 in der 5-m-SUV-Klasse eine eigenständige Nische findet.


Der XPeng GX ist bisher ausschließlich für den chinesischen Markt angekündigt. Ein Europa-Start steht nicht auf der Agenda – XPeng fokussiert derzeit den G6 und G9 für den europäischen Markt.

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