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D1EVVon 2 Min. Lesezeit

TE & Komax: Alu-Kabel sollen 60 % leichter werden

TE Connectivity und drei chinesische Partner wollen E-Auto-Kabelbäume von Kupfer auf Aluminium umstellen. Die Technik spart bis zu 60 % Gewicht und über eine Million Tonnen CO₂ jährlich – bisher ohne konkretes Serienprojekt.

TE & Komax: Alu-Kabel sollen 60 % leichter werden

TE & Komax: Alu-Kabel sollen 60 % leichter werden

Auf der electronica China in Shanghai haben TE Connectivity (TE), Boway Alloy, Jiaocheng Ultrasonic und Komax eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Die Allianz will die komplette Umstellung von Kupfer- auf Aluminium-Kabelbäume in der Automobilindustrie vorantreiben – von der Materialentwicklung über die Fertigungstechnik bis zur Serienintegration. Die Ankündigung erfolgte als Presseinformation zeitgleich zur Messe.

Warum Alu statt Kupfer?

Der Hintergrund: China besitzt nur rund 3 bis 4 Prozent der weltweiten Kupferreserven, ist aber der größte Verbraucher. Mit steigenden E-Auto-Zulassungen steigt der Kupferbedarf pro Fahrzeug auf das Drei- bis Vierfache eines Verbrenners. Gleichzeitig fordern Klimaziele und Kostendruck leichtere, günstigere Lösungen. „Aluminium statt Kupfer" wird damit vom Technologie-Experiment zum industriellen Muss.

Die vier Partner decken die gesamte Wertschöpfungskette ab:

  • Boway Alloy liefert leistungsfähige Aluminium-Legierungen
  • Jiaocheng Ultrasonic und Komax steuern ultraschallbasierte Schweißverfahren und automatisierte Kabelbaum-Fertigung bei
  • TE Connectivity als Systemintegrator übernimmt Engineering, Qualifikation und Markteinführung

Die Vorteile im Überblick

Erste Produkte sind bereits verfügbar: Niederspannungs-Alu-Kabel, Hochspannungs-Alu-Leitungen und Alu-Sammelschienen (Busbar) für verteilte Stromversorgungseinheiten. TE verspricht für die Verbindungskomponenten:

  • Gewichtsreduktion von bis zu 60 % – das entspricht über 6 kg pro Fahrzeug
  • keine tiefgreifenden Änderungen an bestehenden Fertigungslinien
  • jährliche CO₂-Einsparung von mehr als einer Million Tonnen (bei flächendeckender Einführung in China)
    • Niederspannungs-Anwendungen: rund 850.000 Tonnen CO₂
    • Hochspannungs-Anwendungen: rund 180.000 Tonnen CO₂

Damit unterstützt die Allianz die chinesischen Klimaziele (Kohlenstoffneutralität bis 2060). Allerdings handelt es sich um eine reine Technologievorstellung – ein konkretes Fahrzeugprojekt oder ein erster chinesischer Abnehmer wurde nicht genannt.

Blick nach Europa

Da TE Connectivity global aufgestellt ist, könnte die Alu-Verkabelung künftig auch in europäischen Modellen zum Einsatz kommen – offizielle Ankündigungen gibt es dazu aber noch nicht.

Quelle: d1ev.com


Die vorgestellten Alu-Kabel-Technologien sind noch nicht für konkrete europäische Modelle bestätigt. Aufgrund der globalen Aufstellung der Partner könnten sie aber auch in europäischen E-Autos zum Einsatz kommen – offizielle Ankündigungen stehen aus.