AVATR siegt in 5 von 6 Huawei-ADAS-Vorrunden (2025/2026)
AVATR (阿维塔) – das Joint Venture aus Changan, Huawei und CATL – hat in fünf von sechs Vorrunden des zweiten chinesischen ADAS-Wettbewerbs („Zhi Jia Da Sai") die Nase vorn behalten. Die Modelle 06, 07, 11 und 12 setzten sich zwischen November 2025 und Juni 2026 in Taizhou, Wenzhou, Wuhu, Hefei und Tianjin gegen alle anderen Huawei-ADS-Fahrzeuge durch – darunter AITO (问界), Luxeed (智界), Stelato (享界), Voyah (岚图) und Deepal (深蓝). Einzige Niederlage: Am 21. März 2026 gewann in Jinhua der Luxeed S7 die Huawei-interne Gruppe mit 117,89 Punkten, während der AVATR 11 (Baujahr 2023) mit 108,07 Punkten Vierter wurde.
Warum AVATR trotz identischer Software konstant gewinnt
Alle Teilnehmer nutzen dieselbe Huawei ADS-Software (Versionen von V4.0.2 bis V4.1.5). Dennoch zeigt AVATR in nahezu jeder Kategorie bessere Werte:
- Sicherheitsabzüge (Verkehrsverstöße): null Punkte in allen fünf Siegen. Konkurrenten wie Voyah oder Deepal kassierten 2 bis 9 Abzugspunkte.
- Manuelle Eingriffe pro Vorrunde: Taizhou 1, Wenzhou 1, Wuhu 3, Hefei 1, Tianjin 1 – im Durchschnitt 1,4 Eingriffe. Die Konkurrenz lag oft bei 3–5 und mehr.
- Effizienzabzüge: in Taizhou, Wenzhou und Wuhu jeweils 2 Punkte; in Hefei und Tianjin null Abzüge – Spitzenwerte im Feld.
Der entscheidende Faktor: AVATR hat den Huawei-ADAS vom ersten Tag an nativ in die Fahrzeugarchitektur integriert – mit eigener E/E-Architektur, auf ADS abgestimmter Brems-, Lenk- und Fahrwerkssteuerung. Marken wie AITO, Luxeed oder Voyah nutzen hingegen eine „adaptierte" Lösung, bei der ADS auf vorhandenen Plattformen nachgerüstet wird. Diese Differenz wird in unbekannten, komplexen Verkehrssituationen („closed book") deutlich sichtbar.
Hinweis: Die Wettbewerbsbedingungen (Strecken, Verkehrsdichte, Tageszeit) waren nicht standardisiert. Die Ergebnisse sind daher als Vergleich unter Realbedingungen, nicht als Laborwerte zu verstehen.
Die eine Niederlage: Ausnahme bestätigt die Regel
Die einzige Schlappe in Jinhua (21. März 2026) erklärt sich durch Modellgeneration: Der AVATR 11 (2023er Baujahr mit älterer Hardware – lineares Fahrwerk, weniger Sensorredundanz, geringere Rechenleistung) kassierte 4 Sicherheitsabzugspunkte – die höchsten im Feld. Am Prüfpunkt 4 (enger, belebter Straßenabschnitt mit Gegen- und Querverkehr) musste der Fahrer nach kurzem Zögern selbst übernehmen. Der siegreiche Luxeed S7 als Neumodell glitt dort problemlos durch. Hier zeigte sich: AVATR verlor nicht wegen der ADAS-Abstimmung, sondern wegen der veralteten Aktorik des 2023er-Modells.
Ausblick: ADS 5.0 verschärft den Wettbewerb
Mit dem Update auf Huawei Qiankun ADS 5.0 (Debüt im AITO M9) wechselt die Herausforderung: Die neue KI-basierte Architektur WEWA 2.0 lernt nicht nur aus Karten, sondern agiert vorausschauend in unbekannten Szenarien. AVATR setzt darauf, seine native Integration auch in der neuen Ära auszuspielen. Der Wettbewerb verlagert sich von der reinen Abstimmung hin zur ganzheitlichen Perzeptions-Entscheidungs-Aktions-Kette.
In Deutschland
AVATR ist derzeit ausschließlich auf dem chinesischen Markt erhältlich. Eine Europa-Einführung ist nicht angekündigt.
AVATR ist aktuell nur in China erhältlich. Ein Marktstart in Deutschland oder Europa ist nicht bekannt. Der Artikel bezieht sich ausschließlich auf den chinesischen Wettbewerb.


