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OFweek NEVVon 5 Min. Lesezeit

VW ID.ERA 5S & Hyundai IONIQ V: China-Debüts mit Europa-Potential

Das chinesische MIIT zeigt drei vielversprechende Modelle: VW ID.ERA 5S mit Range Extender (2,82 l), Hyundai IONIQ V mit 800 V und XPeng MONA L03 als EREV-SUV. Alle könnten den Weg nach Europa finden.

VW ID.ERA 5S & Hyundai IONIQ V: China-Debüts mit Europa-Potential

Die 407. Zulassungsliste des MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium) enthüllt gleich mehrere technisch bemerkenswerte Neuheiten. Wir konzentrieren uns auf drei Modelle, die perspektivisch auch für den deutschen Markt relevant sein könnten:

VW ID.ERA 5S: Erster VW mit Autobahn-Pilot

Der VW ID.ERA 5S war bereits als Studie zu sehen, nun hat er die Homologation erhalten. Die Limousine der oberen Mittelklasse misst 4.836 mm × 1.880 mm × 1.505 mm bei einem Radstand von 2.766 mm – fast so lang wie ein aktueller Passat, aber 3,5 cm flacher. Das Besondere: Der ID.ERA 5S ist das erste Fahrzeug von Volkswagen in China, das serienmäßig einen Autobahn-Pilot (Highway NOA, vergleichbar mit Teslas FSD) bietet. Das System basiert auf einer kamerabasierten Lösung ohne Lidar.

Als Antrieb kommt ein 1,5-Liter-Turbobenziner als Range Extender (EREV) zum Einsatz. Die rein elektrische Reichweite beträgt 160 km (CLTC)* – entspricht ca. 136 km (WLTP-Schätzwert). Der kombinierte Verbrauch liegt bei bemerkenswerten 2,82 l/100 km, die Gesamtreichweite bei bis zu 2.000 km. Preislich positioniert sich der ID.ERA 5S bei ca. 19.200 € (ca. 150.000 Yuan)*.

Technische Daten:

  • Länge / Breite / Höhe: 4.836 mm / 1.880 mm / 1.505 mm, Radstand 2.766 mm
  • Antrieb: 1,5 l Turbo + Elektromotor (EREV)
  • Reichweite (elektrisch): 160 km (CLTC) → ca. 136 km (WLTP)
  • Verbrauch (kombiniert): 2,82 l/100 km
  • Autobahn-Pilot (Highway NOA) serienmäßig

Hyundai IONIQ V: 800-Volt-Limousine mit E-GMP-Plattform

Hyundai präsentiert mit dem IONIQ V das erste Modell seiner eigenen IONIQ-Baureihe in China – und es ist ein Crossover-Coupé mit klarer Limousinen-Linie. Die Abmessungen betragen 4.900 mm × 1.890 mm × 1.470 mm bei einem Radstand von 2.950 mm. Zum Vergleich: Ein Tesla Model 3 ist 4.694 mm lang, der Mercedes EQE 4.946 mm – der IONIQ V liegt dazwischen, ist aber deutlich flacher als die meisten SUVs. Die 2.950 mm Radstand übertreffen sogar den des BMW i5 (2.995 mm? Nein, i5 hat 2.995 mm – also etwas kürzer; besser: vergleichbar mit Nio ET7 oder Mercedes EQE).

Ausgestattet ist der IONIQ V mit einem 27-Zoll-4K-Panoramadisplay, einem Head-up-Display und einem KI-Sprachassistenten auf Basis von Baidus ERNIE-Modell. Das Fahrassistenzsystem stammt von Momenta und unterstützt autonomes Fahren auf Stadt- und Landstraßen.

Der Antrieb basiert auf Hyundais speziell für China weiterentwickelter E-GMP-Plattform mit 800-Volt-Architektur. Zwei Motoren mit 140 kW (190 PS) und 168 kW (228 PS) sind möglich, der Akku ist ein NMC (Nickel-Mangan-Cobalt) von CATL. Eine offizielle Reichweite liegt noch nicht vor, aber 800-Volt-Systeme ermöglichen typischerweise Ladeleistungen von über 200 kW. Der IONIQ V könnte das erste Hyundai-Modell sein, das in Europa als IONIQ 6 oder ähnliches angeboten wird.

XPeng MONA L03: Günstiger EREV-SUV für die Mittelklasse

Der XPeng (小鹏) MONA L03 ist das erste SUV der preisorientierten MONA-Serie und wird sowohl als reines Elektroauto (BEV) als auch als Range Extender (EREV) angeboten. Die Abmessungen: 4.672 mm × 1.920 mm × 1.600 mm, Radstand 2.850 mm – damit positioniert er sich zwischen dem VW ID.4 und dem Tesla Model Y.

Die EREV-Version nutzt einen 1,5-Liter-Saugmotor mit 70 kW (95 PS) als Generator und einen Elektromotor mit 183 kW (249 PS). Der Akku hat 37,2 kWh (NMC), die rein elektrische Reichweite beträgt nach WLTC 240–260 km (hier liegt ein offizieller WLTC-Wert vor, der dem europäischen Standard entspricht). Die Gesamtreichweite liegt bei über 1.000 km. Das Fahrzeug verfügt über XPengs neuestes Fahrassistenzsystem VLA 2.0, das kamerabasiert arbeitet. Der Preis soll bei ca. 12.800 € (ca. 100.000 Yuan)* starten.

Was bedeutet das für Europa?

Keines der drei Modelle wird direkt in Europa auf den Markt kommen. Doch die Technologien sind richtungsweisend:

  • VW ID.ERA 5S zeigt, wie Volkswagen den MEB-Baukasten für Range Extender nutzt – eine Antriebsform, die in Europa als Brückentechnologie diskutiert wird, solange die Ladeinfrastruktur noch nicht flächendeckend ausgebaut ist. Der extrem niedrige Verbrauch von 2,82 l/100 km wäre auch hierzulande relevant. Zudem könnte der Autobahn-Pilot (Highway NOA) auf die kommenden ID.-Modelle (z. B. ID.7 Facelift) übertragen werden.

  • Hyundai IONIQ V demonstriert die nächste Stufe der E-GMP-Plattform mit 800 Volt, die bereits im IONIQ 5/6 steckt. Die hier gezeigte Crossover-Limousine könnte als IONIQ 7 oder ähnliches nach Europa kommen. Die Integration von chinesischen KI-Diensten (Baidu) ist jedoch ein China-Sonderweg.

  • XPeng MONA L03 zeigt, wie kostengünstige EREV-SUVs aussehen können. XPeng hat bereits Exporte nach Europa gestartet (G6, G9). Wenn die MONA-Serie in ausreichenden Stückzahlen produziert wird, könnte sie als günstiger Einstieg in den E-Mobilitätsmarkt Europa erreichen – ähnlich wie der BYD Seagull geplant ist.

Fazit: Die drei Fahrzeuge sind zwar vorerst China-exklusiv, liefern aber ein klares Signal, wohin die Reise geht: effiziente Range Extender, 800-Volt-Systeme und immer günstigere Einstiegspreise. Deutsche Autofahrer sollten diese Entwicklungen im Auge behalten – denn die nächste Modellgeneration könnte genau diese Technik nach Europa bringen.

Hinweis: Preise und Reichweiten beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen. CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP). WLTC ist ein harmonisierter globaler Testzyklus.


Keines der Modelle ist derzeit für den deutschen Markt bestätigt. Der VW ID.ERA 5S ist eine auf China zugeschnittene MEB-Variante; die Technik (EREV, Highway NOA) könnte in künftigen Europa-Modellen auftauchen. Der Hyundai IONIQ V basiert auf der E-GMP-Plattform, die auch im IONIQ 6 steckt – ein Export ist denkbar. XPeng hat bereits Europa-Aktivitäten, die MONA-Serie könnte als günstiger Export folgen.

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