China: 17 Verbrenner-Modelle über 10.000 Einheiten im Juni
Der chinesische Pkw-Markt hat im Juni eine bemerkenswerte Gegenbewegung erlebt: Nachdem im Mai kein einziger Verbrenner mehr in den Top 10 der Zulassungsstatistik stand, schoben sich gleich zwei Benziner wieder in die Spitzengruppe. Insgesamt 17 Modelle mit Verbrennungsmotor überschritten die Marke von 10.000 Einheiten pro Monat.
Toyota und VW führen das Comeback an
An der Spitze steht der Toyota Camry mit 17.114 Einheiten — Platz eins unter den Verbrennern und Rang neun im Gesamtranking aller Pkw. Der Mittelklässler profitiert seit Jahren von seinem ausgereiften Hybridantrieb (THS), der niedrigen Verbrauch mit hoher Zuverlässigkeit verbindet. Dahinter folgt der VW Lavida mit 15.444 Einheiten, der im ersten Halbjahr die Schwelle von 100.000 Stück überschritt. Die neue Lavida Pro setzt erstmals auf eine Vierlenker-Hinterachse und den Snapdragon-8155-Chip von Qualcomm — ein klassischer Fall von „mehr Ausstattung zum gleichen Preis", der die Nachfrage im Einstiegssegment neu belebt hat.
Chinesische SUV und deutsche Mittelklasse stark
Bei den heimischen Marken dominieren drei SUVs: Der Geely Xingyue L (15.220), der Geely Boyue L (14.970) und der Changan CS75 PLUS (11.682) positionieren sich gezielt gegen die Joint-Venture-Konkurrenz. Der Toyota RAV4 kam nach zusätzlichen Rabatten auf 13.798 Einheiten. Besonders gebündelt tritt Volkswagen auf: Magotan, Passat, Tiguan L und Tayron kommen zusammen auf 50.228 Einheiten — gestützt auf den Ruf deutscher Fahrwerksqualität und Rabatte.
Zwei Gründe für den kurzen Aufschwung
Der Juni-Aufschwung hat vor allem zwei Ursachen: Zum einen sank der Benzinpreis zweimal, die 92-Oktan-Sorte verbilligte sich um 0,81 Yuan pro Liter (ca. 0,10 €) — das senkte die Betriebskosten spürbar und lockte zuvor zögernde Käufer zurück. Zum anderen fiel der Juni in den Halbjahresabschluss: Händler gewährten zur Lagerräumung Rabatte von ca. 2.600 bis 6.400 € (ca. 20.000 bis 50.000 Yuan), was den Absatz ankurbelte.
Doch die Zahlen relativieren sich: Der Verbrenner-Absatz fiel im Juni um 39 Prozent im Jahresvergleich, die Marktdurchdringung schrumpfte auf 37,2 Prozent. Elektro- und Hybridfahrzeuge (NEV) kommen auf 62,8 Prozent und liegen damit den dritten Monat in Folge über der 60-Prozent-Marke.
Kurzfristig werden Verbrenner nicht verschwinden — auf Langstrecken und in dünn besiedelten Regionen bleibt ihr Tankvorteil gefragt. Mittel- bis langfristig dürfte sich der Markt jedoch auf Nischen wie Hochleistungs- oder Nutzfahrzeuge verengen, während das große Volumensegment weiter von elektrifizierten Antrieben übernommen wird.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.

