China verbietet vollversenkte Türgriffe – Voyah unterstützt
Das chinesische Industrie- und Informationsministerium (MIIT) hat gemeinsam mit dem Ministerium für öffentliche Sicherheit, dem Umweltministerium und der Staatlichen Marktaufsichtsbehörde am 10. Oktober einen Entwurf für neue Verwaltungsvorschriften veröffentlicht. Das Papier mit dem Titel „Mitteilung über die weitere Stärkung des Managements von innovativem Fahrzeugdesign sowie Forschung und Testvalidierung" zielt auf zahlreiche modernen Design-Extravaganzen ab, die in den vergangenen Jahren vor allem bei chinesischen EV-Startups populär geworden sind.
Der zugehörige technische Leitfaden für innovatives Fahrzeugdesign betrifft virtuelle Bedienelemente, Türgriffe, neue Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie stark verstellbare Sitze. Mehrere Branchenvertreter haben bereits ihre Unterstützung zugesagt — darunter der chinesische Automobilherstellerverband CAAM, der Staatskonzern FAW sowie der Elektro-Spezialist Voyah (岚图). Voyah gehört zum Dongfeng-Konzern und ist eine der Marken, die mit versenkten Türgriffen und aufwendigen Display-Konzepten zuletzt stark aufgefallen ist.
Härtere Prüfungen für neue Modelle
Neu angemeldete Fahrzeuge sollen künftig nach einem verbindlichen Prüfstandard umfassend getestet werden. Gefordert sind unter anderem Nachweise zur Gesamtzuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit, zur Struktur- und Softwarezuverlässigkeit, zur Umgebungsbeständigkeit sowie zu Heizung, Kühlung, Schutz- und Dichtheitseigenschaften.
Besonders streng ist die Umgebungsprüfung: Sie soll einen Zyklus von mindestens einem Jahr umfassen und die Abfolge Kälte – Hitze – Kälte („zwei Winter, ein Sommer") abdecken. Getestet werden muss mit mehreren Fahrzeugen, die den gesamten Prüfzeitraum durchlaufen und alle wichtigen Ausstattungsvarianten abbilden. Die Dauerhaltbarkeitsprüfung soll mindestens 30.000 km betragen.
Sicherheit hat Vorrang vor Design
Der Leitfaden verlangt, dass Hersteller Sicherheitsrisiken bereits in der Entwicklungsphase bewerten. Innovative Designs müssen auf Ausfallmuster unter komplexen Bedingungen und in Extrem-Szenarien geprüft werden. Designs, die die Anforderungen nicht erfüllen, dürfen nicht in Serie gehen.
Konkret bedeutet das:
- Sicherheitsrelevante Notbedienelemente wie Notausstieg, Notbremse und Trennschalter der Antriebsbatterie müssen als physische Schalter mit klarer Kennzeichnung ausgeführt sein.
- Türgriffe in innovativen Designs müssen ihre Funktion in extremen Umgebungen und ihre Bedienbarkeit im Notfall nachweisen. Gefordert sind eine mechanische Redundanzlösung sowie ausreichend Greifraum für die Hand. Vollversenkte Türgriffe werden ausdrücklich verboten.
- Sitze dürfen während der Fahrt nicht in Zero-Gravity-Position, in gedrehter Ausrichtung oder als Liegefläche genutzt werden. Hersteller müssen dies technisch sperren.
- Bei Fahrzeugen mit aufstellbarem Dachaufbau („Rising Roof") sind Quetschschutz, Crashsicherheit und Windstabilität nachzuweisen. Während der Fahrt darf die Funktion nicht aktiv sein.
- Große Mittelkonsolen-Displays, ausladende Bildschirme und komplexe Head-up-Displays müssen auf ihren Einfluss auf die Fahrsicherheit sowie ihre Zuverlässigkeit in extremen Umgebungen geprüft werden. Faltbare und flexible Displays sind nicht zulässig.
Meldepflicht bei Sicherheitsvorfällen
Zusätzlich soll ein verbindliches Melde- und Analysesystem für Sicherheitsereignisse entstehen. Erfährt ein Hersteller von Funktionsstörungen innovativer Designelemente oder von Unfällen seiner Fahrzeuge, muss er eigenständig eine Untersuchung einleiten, Risiken auswerten und die entscheidenden Daten wahrheitsgemäß und vollständig dokumentieren. Bei behördlichen Unfallermittlungen muss der Hersteller Daten und technische Unterstützung zeitnah bereitstellen.
In Deutschland
Voyah ist in Norwegen erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.
Voyah (岚图) von Dongfeng ist in Norwegen erhältlich. Weitere europäische Märkte sind geplant.


