Range Rover GT: Elektro-GT mit 118-kWh-Akku und 850 Volt
Land Rover (路虎) baut zum ersten Mal in der Firmengeschichte eine Limousine. Der Range Rover GT (揽胜) steht auf der neuen Elektro-Plattform EMA, hat den tiefsten Schwerpunkt aller Modelle der Baureihe und fährt aktuell als getarnter Prototyp vom britischen Werk über Belgien zum Nürburgring. Dort stimmen die Ingenieure von Jaguar Land Rover (捷豹路虎) Fahrwerk und Langstreckenkomfort ab.
Flacher als jeder Range Rover
Die offizielle Definition ist bemerkenswert: kein Crossover, sondern eine „echte GT-Limousine". Optisch bleibt trotzdem viel Range Rover erkennbar – Scheinwerfergrafik, Rückleuchten, ausgestellte Radhäuser und ein flach auslaufendes Dach. Ein tiefergelegter Velar trifft es ganz gut. Für deutsche Kunden ist das vor allem eine Ansage an Porsche Taycan Sport Turismo und BMW i5 Touring: gleiche Kundschaft, gleiches Format, anderer Absender.
Die flache Karosserie ist kein Zufall. Sie soll den geringsten Luftwiderstand aller Range-Rover-Modelle liefern, die Reichweite strecken und Windgeräusche drücken. Die Geländegängigkeit will Land Rover trotzdem auf Klassenbestwert gebracht haben – ein Anspruch, den die niedrige Bodenfreiheit physikalisch begrenzt.
850 Volt und 118 kWh aus dem Jaguar-Regal
Bestätigt ist bislang nur die Basis: die elektrische Modulararchitektur EMA, Erstauflage als reines Elektroauto. Wahrscheinlich – aber nicht offiziell bestätigt – übernimmt der GT die 850-Volt-Technik des neuen Jaguar Type 01 samt dessen 118-kWh-Akku. Das würde bedeuten:
- 850-Volt-Architektur (wahrscheinlich, aus dem Jaguar Type 01)
- Akkukapazität 118 kWh (NMC-Zellen, unbestätigt)
- DC-Ladeleistung bis 350 kW
- zwei Elektromotoren, kein Dreimotoren-Antrieb wie beim Jaguar-Flaggschiff
- Reichweite: noch keine Werksangabe
Werksangaben zu Reichweite und Verbrauch liegen nicht vor. Auch ein Datum für den Marktstart nennt Jaguar Land Rover nicht.
Hybrid kommt nach dem Elektro-GT
Der Range Rover GT bleibt nicht elektrisch. Eine Hybridversion ist in Entwicklung, sie erscheint aber später als der BEV. Offen ist, ob die Briten einen vorhandenen Antriebsstrang übernehmen oder eine eigene Kombination aus Verbrenner, E-Maschine und Akku auflegen.
Innenraum neu gedacht
Auch innen trennt sich der GT deutlich vom Rest der Baureihe. Die Linien folgen dem Jaguar Type 01: ein Zweispeichen-Lenkrad, eine schwebende Mittelkonsole und ein großer zentraler Touchscreen. Ein Euro-NCAP-Ergebnis liegt nicht vor, ebenso wenig ein Preis oder eine EU-Typgenehmigung.
In Europa
Range Rover ist in Deutschland etabliert, der GT selbst ist bislang nicht bestellbar. Eine Markteinführung in Europa wurde noch nicht offiziell angekündigt, Preise und Termine nennt Jaguar Land Rover nicht. Da das Modell auf der europäischen EMA-Plattform entsteht und bereits auf dem Nürburgring testet, gilt ein Europa-Start als wahrscheinlich — bestätigt ist er nicht.