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BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD, Xiaomi & VW erhöhen Preise – Chipkrise trifft E-Autos

Über 15 chinesische Hersteller ziehen die Preise an – Grund sind massiv gestiegene Kosten für Speicherchips und Rohstoffe. BYD, Xiaomi und Volkswagen sind betroffen. Tesla dementiert Gerüchte. Die Erhöhungen gelten nur für China, Deutschland bleibt außen vor.

BYD, Xiaomi & VW erhöhen Preise – Chipkrise trifft E-Autos

Eine Welle von Preiserhöhungen erfasst den chinesischen Markt für New Energy Vehicles (NEV – Elektro- und Plug-in-Hybride). Über 15 Hersteller, darunter BYD (比亚迪), Xiaomi (小米) und mehrere Joint Ventures, haben Aufschläge angekündigt. Grund sind massiv gestiegene Kosten für Speicherchips und Rohstoffe wie Lithiumcarbonat.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Wer erhöht wie viel?

BYD hob zum 1. Mai 2025 den Preis für das „God’s Eye B“-Fahrassistenzpaket mit Lidar von 9.900 Yuan (ca. 1.300 €) auf 12.000 Yuan (ca. 1.500 €) an. Die Option betrifft die Baureihen Dynasty, Ocean und Fangchengbao. Xiaomis SU7 verteuerte sich flächendeckend um 4.000 Yuan (ca. 500 €) – für alle drei Varianten (Standard, Pro, Max). Changan Nevo (Qiyuan) legte beim Modell Q07 SDA Intelligent Laser Edition 3.000 Yuan (ca. 400 €) drauf, GAC Aion verlangt für Aion Y und Aion S Plus 3.000 bis 6.000 Yuan (ca. 400 bis 800 €) mehr.

Auch Joint Ventures sind betroffen: Volkswagens ID.-Familie wird in China um 4.000 bis 7.000 Yuan (ca. 500 bis 900 €) teurer, der Toyota bZ4X steigt um 6.000 Yuan (ca. 800 €). Zeekr und Avatr haben zinsgünstige Finanzierungen zurückgefahren.

Tesla dementiert – aber Finanzierung wird teurer

Gerüchte, Tesla wolle den Model Y Long Range und Performance um 18.000 bzw. 20.000 Yuan (ca. 2.300 bis 2.600 €) verteuern, wies Tesla China am 15. Mai als „Fake News“ zurück. Allerdings lief am 30. April das zinsgünstige 7-Jahres-Programm aus. Der neue „Easy Loan“-Tarif ab 13. Mai verteuert die Gesamtkosten durch höhere Zinsen oder Restzahlungen.

Lieferkette unter Druck: Lithium und Chips

Die Kostentreiber im Überblick:

  • Lithiumcarbonat (Batterierohstoff): von 75.000 Yuan/Tonne (ca. 9.600 €) im Juli 2025 auf knapp 200.000 Yuan (ca. 25.600 €) gestiegen. Futures notieren bei rund 194.000 Yuan (ca. 24.800 €).
  • Automotive-Speicherchips: Preise um 180 % hochgeschnellt, DDR5-Speicher sogar über 300 %. Grund: KI-Boom lenkt Chip-Produktion auf Server-Komponenten um.
  • Pro-Fahrzeug-Mehrkosten durch Chips: Laut UBS zwischen 3.000 und 7.000 Yuan (ca. 400 bis 900 €).
  • Aluminium und Kupfer: Alu über 25.000 Yuan/Tonne (ca. 3.200 €), Kupfer 100.000 Yuan (ca. 12.800 €). Die Mehrkosten für ein Mittelklasse-E-Auto betragen rund 1.800 Yuan (ca. 230 €).

Gewinnmargen auf Tiefstand

Die Kostenlawine trifft eine Branche, die von jahrelangen Preiskriegen geschwächt ist. Laut chinesischem Personenwagenverband (CPCA) fiel die Gewinnmarge der heimischen Autoindustrie im ersten Quartal 2026 auf 3,2 % – im Januar/Februar lag sie mit 2,9 % auf einem Jahrzehnttief. Der Gesamtgewinn der Branche brach im Q1 um 18 % auf 78,4 Milliarden Yuan (ca. 10 Mrd. €) ein. Während Premium-EV-Hersteller mit Margen über 20 % die Krise besser abfedern, kämpfen Mittel- und Niedrigpreisanbieter nahe der schwarzen Null.

Brancheninsidern zufolge erwägen weitere Marken wie Leapmotor ebenfalls Preisanpassungen. Eine flächendeckende Erhöhung bleibt aufgrund des intensiven Wettbewerbs unwahrscheinlich – aber die Ära aggressiver Preissenkungen scheint vorerst beendet.


Die Preiserhöhungen betreffen ausschließlich den chinesischen Heimatmarkt. BYD verkauft in Deutschland zwar Modelle (Atto 3, Dolphin, Seal), aber das „God’s Eye B“-Paket ist hier nicht im Programm. Xiaomis SU7 wird in Europa nicht offiziell angeboten, und die genannten VW-ID.-Preise gelten nur für das chinesische Joint Venture. Deutsche Kunden sind von den Anpassungen derzeit nicht betroffen.

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