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Li AutoSinaVon 4 Min. Lesezeit

Li Auto vs. HIMA: Cockpit-Agenten im Duell um die Auto-Zukunft

Auf der Peking Auto Show liefern sich Li Auto und HIMA (Harmony) einen Schlagabtausch bei KI-Cockpit-Agenten. Während Li Auto mit dem „Livis'-Agenten auf ganzheitliche physische Intelligenz setzt, baut HIMA auf Task-Delegation und sein Milliarden-Ökosystem. Ein Trend, der auch deutsche Hersteller er

Li Auto vs. HIMA: Cockpit-Agenten im Duell um die Auto-Zukunft

Die Peking Auto Show (Auto China) stand ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz – doch der Fokus hat sich verschoben: Statt rein auf autonomes Fahren geht es nun um das intelligente Cockpit (智舱). Chinesische Hersteller wie Li Auto (理想) und HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行) zeigen, wie aus dem Auto ein KI-Agent wird, der eigenständig wahrnimmt, entscheidet und handelt.

Konkret bedeutet das: In Li Autos Flaggschiff Li Auto L9 kommt der neue „Livis"-Agent zum Einsatz – der KI-Assistent ist direkt ins Fahrzeug integriert und verarbeitet Sensorströme in Echtzeit. HIMA, der Technologieverbund um Huawei, installiert seinen Pool-Agenten MoLA 2.0 in Modellen wie dem AITO M9 und Luxeed S7. Beide Systeme sind in der Lage, Sprache, Gestik und Umgebungsdaten zu kombinieren und darauf zu reagieren – etwa durch automatische Navigation, Klimasteuerung oder Unterhaltungsvorschläge.

Zwei Philosophien im Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Unterschiede der beiden Agent-Plattformen zusammen:

Merkmal Li Auto (Livis/L9) HIMA (HarmonyOS/MoLA 2.0)
Architektur StreamingClaw (durchgängig, sensorgetrieben) Gehirn+Kleinhirn (Cloud-Zentrale + dezentrale Tasks)
Kernprinzip End-to-End-VLA (Vision, Sprache, Aktion in einem Modell) Generieren, Optimieren, Vorhersagen (Weltmodell-Simulation)
Modellbeispiel Li Auto L9 (2025, mit „Livis"-Assistent) AITO M9, Luxeed S7 (HarmonyOS-Cockpit)
Geplanter Schritt 2026: Unified-Modell-Architektur für einen „Universal-Agenten" Weiterentwicklung des MoLA-Frameworks zur Ökosystem-Integration
Rechenleistung (geschätzt) Eigenentwicklung, dedizierter KI-Beschleuniger (keine offiziellen TOPS) Huawei Kirin-Chips (für mobile Intelligenz optimiert)
Ökosystem Eigenständig, modellabhängig Über 1 Milliarde HarmonyOS-Geräte (Smartphones, Tablets, Smart Home)

Li Autos StreamingClaw-Ansatz verarbeitet Video- und Audiodaten ohne Verzögerung – ein „Alleskönner für die physische Welt", der das ganze Fahrzeug als intelligente Einheit betrachtet. HIMA hingegen delegiert Aufgaben via Cloud an spezialisierte Einheiten – eine „Kommandozentrale", die das riesige HarmonyOS-Ökosystem einbindet.

Warum das auch für deutsche Autofahrer interessant ist

Auch wenn Li Auto aktuell nicht nach Europa liefert und HIMA nur in China aktiv ist – die Technologie hinter diesen Cockpit-Agenten ist ein wichtiger Trend für die gesamte Branche. Deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen arbeiten ebenfalls an integrierten KI-Assistenten (z.B. MBUX Voice Assistant, BMW Intelligent Personal Assistant). Die chinesische Entwicklung zeigt, wohin die Reise geht: weg von einfachen Sprachbefehlen hin zu agentenbasierten Systemen, die proaktiv handeln.

In beiden Lagern wird die Entscheidung über die richtige Architektur zur Schlüsselfrage: Soll der Agent als zentraler Koordinator (HIMA) oder als durchgängige Intelligenz (Li Auto) agieren? Die Antwort wird in den kommenden Jahren die Benutzererfahrung in allen Fahrzeugen prägen – auch in den importierten China-Modellen, die ab 2026 nach Deutschland kommen (etwa von BYD, NIO oder Geely).

Was das für den Wettbewerb bedeutet

Li Auto setzt alles auf eine Karte: Der „Livis"-Agent soll die Marke differenzieren und eine eigene Wahrnehmungsschöpfung aufbauen. HIMA dagegen hat das Volumen: Mit über einer Milliarde HarmonyOS-Geräten kann es sich leisten, zu warten und das Ökosystem zu optimieren. Für deutsche Leser ist interessant, dass dieser Wettbewerb den Innovationsdruck auf dem Weltmarkt erhöht – und dass ähnliche Konzepte auch in Europa Einzug halten werden, sobald die Ladeinfrastruktur und Software-Updates dies ermöglichen.


Aktuell sind Li Auto und HIMA nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Dennoch ist die Technologie für deutsche Autokäufer relevant: Sie zeigt, wie KI-Cockpit-Agenten die nächste Evolutionsstufe der Mensch-Maschine-Interaktion definieren. Deutsche Hersteller könnten ähnliche Ansätze übernehmen – etwa in Kooperation mit chinesischen Partnern oder durch eigene Entwicklungen. Auch künftige China-Importe wie der BYD Han oder NIO ET7 könnten solche Agenten frühzeitig integrieren. Der Markteintritt von Li Auto in Europa ist für die zweite Hälfte der 2020er Jahre nicht ausgeschlossen – dann mit einer für den EU-Markt angepassten Version des Livis-Agenten.

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