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BYD setzt auf 650-TOPS-Chip von Horizon Robotics

Horizon Robotics treibt die Chip-Entwicklung für autonomes Fahren voran: 650 TOPS Rechenleistung für Cockpit und Fahrassistenz. Das HSD-System erreicht 77 % Käufer-Akzeptanz – weit über Branchenschnitt.

BYD setzt auf 650-TOPS-Chip von Horizon Robotics

BYD (比亚迪) und Horizon Robotics (地平线) arbeiten noch enger zusammen. Auf dem China Auto Forum der Tongji-Universität in Shanghai gab Horizon-Chefökologe Xu Jian am 23. Mai 2026 Einblicke in die Technologie-Roadmap. Bereits heute stattet Horizon mehrere BYD-Modelle mit seinen Fahrassistenz-Chips der Baureihe „Journey" (征程) aus.

Von 100 auf 560 TOPS: Die Chip-Evolution

Horizon Robotics – 2015 gegründet – startete 2019 mit dem Journey 2 für einfache Assistenz (Stufe 2). Der Durchbruch gelang 2021 mit dem Journey 5 (ca. 100 TOPS), der unter anderem bei BYD in Serie ging. 2024 folgte der Journey 6, im April 2025 der Journey 6P mit 560 TOPS – der bislang leistungsstärkste Chip für autonomes Fahren in China. 2024 lag der Marktanteil von Horizon in chinesischen Marken bei 33,97 % – vor Mobileye. Insgesamt wurden seit 2020 über 7 Millionen Chips ausgeliefert.

End-to-End-System HSD: 77 % der Käufer steigen auf

Herzstück ist die „HSD"-Plattform – ein echtes End-to-End-System, das Sensorerfassung und Steuerung in einem KI-Modell vereint. Anders als segmentierte Systeme (z. B. regelbasiert für Stadtverkehr) skaliert HSD durch hohe Rechenleistung. Erste Serienanwendungen: Chery Exeed ET5 und Deepal L06 (2025). Xu Jian berichtete, dass 77 % der Käufer dieser Modelle das HSD-Upgrade erwarben – der Branchenschnitt liegt bei rund 10 %. Horizon peilt bis 2030 zehn Millionen ausgelieferte HSD-Systeme an.

Cockpit und Fahrsysteme auf einem Chip: 650 TOPS

Auf der Auto China 2026 in Peking präsentierte Horizon den branchenweit ersten Chip, der Cockpit- und Fahrassistenz-SOCs auf einem Die vereint. Mit 650 TOPS kann der Chip während der Fahrt die Rechenleistung dynamisch aufteilen. Steht das Auto, stehen die vollen 650 TOPS für das Cockpit zur Verfügung – für große Sprachmodelle, Gestensteuerung und spielerische Anwendungen. Ziel ist die vollständige Zentralisierung der Fahrzeugsteuerung.

Ausblick: Vom Auto zur physischen KI

Horizon Robotics sieht sich als Plattform für die „physische KI". Der Chip-Hersteller gründete eine Tochterfirma „Diji Robot", deren Chips in Robotern, Drohnen und Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen. Die nächste Chip-Generation (Riemann-Architektur) soll die Rechenleistung verzehnfachen. Für die Forschung arbeitet Horizon mit Unis wie der Tongji-Universität zusammen – rund 100 der 2.000 Mitarbeiter sind Tongji-Alumni.


Horizon Robotics ist in Europa nicht direkt als Marke präsent, beliefert aber zahlreiche chinesische Hersteller wie BYD, Chery und Deepal, die ihre Modelle zunehmend auf dem europäischen Markt anbieten. Eine eigenständige Markteinführung der Chips in Deutschland ist nicht geplant; die Technologie wird jedoch in vielen nach Europa exportierten chinesischen E-Autos verbaut sein.

BYDAutonomes FahrenMarktanteil