Huawei-Veteran sichert 128 Mio. € für Auto-KI-Startup
Der chinesische KI-Spezialist Junao Panshi (具脑磐石) hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von einer Milliarde Yuan (ca. 128 Mio. €) abgeschlossen.* Die Runde wird von einem führenden Industrieinvestor aus dem Bereich neuromorphes Computing und Embodied Intelligence angeführt, weitere Mittel kommen von Bestandsinvestoren und mehreren Top-Fonds. Das frische Geld fließt in die Entwicklung der Kernalgorithmen, den Personalaufbau und die globale Expansion.
Gründer und CEO Zhu Senhua galt bei Huawei als „erster Mann für Embodied Intelligence". Er leitete dort das KI-Algorithmen-Innovationslabor des Cloud-Bereichs und war für Projekte wie die AI-Brain-Cloud-Plattform, das Pangu-Embodied-Modell und das globale Innovationszentrum für Embodied Intelligence verantwortlich. Co-Gründer Liu Jinyu bringt Erfahrung aus der Kommerzialisierung von KI und Robotik mit, unter anderem bei Huawei, Lenovo und Megvii.
Cognitive World Model als Schlüsseltechnologie
Junao Panshi entwickelt ein „Cognitive World Model" – eine KI, die nicht nur die Umwelt vorhersagt, sondern Robotern erlaubt, eigenständig Ziele zu setzen und aus Rückmeldungen zu lernen. Dafür kombiniert das Team Erkenntnisse aus der Hirnforschung (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, sparse Berechnung) mit ingenieurtechnischen Algorithmen. Die vier Kernziele: geringer Datenbedarf, hohe Generalisierung, lebenslanges Lernen und niedriger Stromverbrauch – alles kritische Hürden für den realen Robotereinsatz.
Das Startup hat bereits mehrere systemische Technologievalidierungen in Wahrnehmung, Navigation, Manipulation und Multi-Roboter-Koordination durchgeführt. Mit mehreren Partnern aus der chinesischen Automobilindustrie – darunter ein großer Hersteller von Elektroautos – laufen konkrete Kooperationsprojekte, etwa in der Fertigungsautomatisierung. Auch international ist Junao Panshi aktiv: In Japan wurde ein erster Proof-of-Concept in einem industriellen Umfeld abgeschlossen.
Hinweis: Finanzierungsbeträge beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Junao Panshi hat bislang keine konkreten Pläne für eine Expansion nach Europa oder Deutschland bekannt gegeben. Die Technologie des Cognitive World Models könnte jedoch für europäische Automobilzulieferer und Hersteller von Industrierobotern interessant sein, da sie flexibles Lernen in realen Umgebungen ermöglicht.

