Nissan stoppt E-Achsen-Werk: Leaf-Absatz bricht um 99 % ein
Nissan hat die Pläne für eine eigene E-Achsen-Produktion in Großbritannien auf Eis gelegt. Das Werk in Sunderland sollte ab 2026 jährlich 340.000 E-Achsen (e-axle – eine Komponente, die Motor, Wechselrichter und Getriebe in einem Gehäuse vereint) fertigen. Die Investition von rund 90 Milliarden Yen (etwa 560 Millionen US-Dollar, rund 520 Millionen Euro) wurde vor gut einem Jahr angekündigt, nun ist das Vorhaben gestoppt.
Warum der Rückzieher?
Ausschlaggebend sind die massiv gesunkenen Verkaufszahlen von Nissans Elektroautos in Europa. Im Geschäftsjahr 2025 fielen die Neuzulassungen des Leaf um 99 Prozent auf nur noch 87 Einheiten – weil das Modell in einer Modellpflegephase steckt. Auch der Ariya verlor 44 Prozent und kam auf 11.507 Fahrzeuge. Laut ACEA sank Nissans Marktanteil in Europa von 3,9 Prozent vor zehn Jahren auf zuletzt 2,2 Prozent.
Auswirkungen auf die Produktion
Nissan baut im Stammwerk Sunderland weiterhin den Leaf und plant ab 2027 eine vollelektrische Version des Juke. Die benötigten E-Achsen sollen vorerst weiter aus Japan importiert werden. Der Stopp des E-Achsen-Werks ist Teil des im Mai 2025 vorgestellten „Re:Nissan"-Sanierungsplans. Dabei wird die globale Produktion von Antriebssträngen neu bewertet – sowohl Motoren als auch E-Aggregate. Eine endgültige Entscheidung über die künftige Fertigungstiefe soll bis Frühjahr 2027 fallen. In Japan beschäftigt Nissan an den Standorten Yokohama und Iwaki rund 3.800 Mitarbeiter in der Antriebsstrangfertigung – auch dort sind weitere Anpassungen möglich.
Hinweis: Preise und Investitionen beziehen sich auf Nissans globale Planung, nicht auf den deutschen Markt.
In Europa
Dieses E-Achsen-Projekt von Nissan/Jatco ist in Europa aktuell nicht umgesetzt. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

