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BYDD1EVVon 3 Min. Lesezeit

BYD & Co. überholen Japaner: 138.410 Zulassungen in Europa

Im Mai 2025 verkauften chinesische Hersteller erstmals mehr Autos in Europa als ihre japanischen Rivalen. BYD, SAIC & Co. erzielten 138.410 Neuzulassungen – ein Plus von 65 % – und profitierten von einer geschickten Hybrid-Strategie, die EU-Strafzölle umgeht.

BYD & Co. überholen Japaner: 138.410 Zulassungen in Europa

BYD & Co. überholen Japaner: 138.410 Zulassungen in Europa

Chinesen legen zu, Japaner verlieren – Europa-Markt dreht sich

Erstmals haben chinesische Autohersteller in Europa mehr Pkw verkauft als ihre japanischen Konkurrenten. Im Mai 2025 kamen die fünf größten chinesischen Marken BYD (比亚迪), SAIC, Geely, Chery und Leapmotor in 31 europäischen Ländern auf 138.410 Neuzulassungen – ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die sechs japanischen Volumenhersteller (Toyota, Honda, Nissan, Suzuki, Mazda, Mitsubishi) landeten bei nur 130.424 Einheiten, ein Rückgang von drei Prozent. Damit liegen die Chinesen rund sechs Prozent vorn – vor allem dank starker E-Auto-Nachfrage und einem Fokus auf Plug-in-Hybride, die von den EU-Strafzöllen ausgenommen sind.

Der Wendepunkt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Elektrostrategie und flexiblen Marktbearbeitung. Der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA) hatte zwar im April seine Statistik angepasst und unter anderem Volvo zu Geely geschlagen – aber selbst ohne diesen Effekt wäre der Rückstand der Japaner bereits im Mai verschwunden. Schon im April lagen die Chinesen mit 125.864 Einheiten nur knapp hinter den Japanern (127.064). Nur einen Monat später drehten sie den Spieß um.

Warum Chinesen trotz Zollmauern wachsen

Die EU hatte im Herbst 2024 Strafzölle auf chinesische E-Autos verhängt. Auf den Basis-Zollsatz von zehn Prozent kommen bis zu 35,3 Prozentpunkte extra – Gesamtbelastung bis zu 45,3 Prozent. Dennoch legten die Chinesen kräftig zu. Grund: Sie verlagern den Fokus auf Plug-in-Hybride (PHEV), die von den Extrazöllen ausgenommen sind. So baute BYD seine Europaverkäufe im Mai um 140 Prozent aus.

Hinzu kommen wettbewerbsfähige Preise. Der BYD Dolphin Surf startet in Europa bei 26.990 € – günstiger als der Renault 5 E-Tech. Und die Nachfrage wird durch wiederbelebte Kaufprämien angekurbelt. Deutschland hatte die Prämie im Dezember 2023 ausgesetzt, aber im Januar 2025 wieder eingeführt – bis zu 6.000 € für reine E-Autos und Hybride. Auch Schweden und Italien haben ihre Förderprogramme ausgeweitet.

Japaner verlieren Anschluss

Die japanischen Hersteller setzen weiter stark auf Hybride und Verbrenner. Ihre reinen Elektromodelle finden in Europa wenig Beachtung. Die Analystin Beatrix Keim vom CAR-Institut sagt: „Japanische E-Autos spielen im europäischen EV-Markt kaum eine Rolle." Das zeigt sich in den Verkaufszahlen: Von den sechs japanischen Marken verzeichneten nur zwei (Nissan und Mazda) in wenigen Monaten ein Plus, die meisten schrumpfen. Der Anteil japanischer Marken an den europäischen EV-Zulassungen ist marginal.

Nissan hat im April 2025 eine neue Langfriststrategie vorgelegt, die Japan, USA und China als Kernmärkte definiert – Europa wird kaum erwähnt. Währenddessen bauen Chinesen ihre Präsenz aus: Leapmotor plant mit Stellantis eine Fertigung in Spanien, Chery hat ein Europa-Headquarter in Barcelona eröffnet und verhandelt sogar über die Nutzung von Nissans ungenutzten Werkskapazitäten in Großbritannien.

BYD als Zugpferd der Expansion

BYD wächst rasant. Im Mai 2025 lag der Auslandsanteil an BYDs Gesamtverkäufen bei 44 Prozent – ein Anstieg um 20 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Konzernchef Wang Chuanfu (王传福) gab auf der Hauptversammlung das Ziel aus, 2025 insgesamt 160.000 Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen – nach 104.000 Einheiten im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von über 50 Prozent.

Die Strategie geht auf: Chinesische Hersteller nutzen die Kombination aus wettbewerbsfähigen E-Autos, zollfreien Plug-in-Hybriden und steigender lokaler Produktion, um in Europa Fuß zu fassen. Japanische Marken hingegen verlieren an Boden, weil sie den Wandel zur Elektromobilität verschlafen und ihr Engagement in Europa herunterfahren.


Die beschriebenen Marken sind in Deutschland erhältlich, insbesondere BYD mit Modellen wie Dolphin, Atto 3 und Seal. SAIC (MG) ist ebenfalls vertreten. Die Entwicklung zeigt, dass chinesische Hersteller auch hierzulande Marktanteile gewinnen – derzeit vor allem durch PHEV-Modelle, die von den EU-Sonderzöllen ausgenommen sind.

BYDZollHybridPHEVMarktanteil