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BYDD1EVVon 3 Min. Lesezeit

China überholt Japan: BYD & Co. erstmals vorn in Europa

Chinesische Autobauer verkauften im Mai 2026 erstmals mehr Neuwagen in Europa als japanische Marken. BYD, SAIC, Geely, Chery und Leapmotor legten um 65 % zu, während Toyota, Honda, Nissan & Co. schrumpften. EU-Zölle auf E-Autos bremsten den Aufschwung nicht.

China überholt Japan: BYD & Co. erstmals vorn in Europa

China überholt Japan: BYD & Co. erstmals vorn in Europa

Daten-Kipppunkt: 138.410 vs. 130.424 Einheiten Im Mai 2026 haben fünf große chinesische Autobauer – BYD (比亚迪), SAIC, Geely, Chery und Leapmotor – in den 31 Kernmärkten Europas erstmals mehr Neuwagen zugelassen als die sechs großen japanischen Hersteller (Toyota, Honda, Nissan, Suzuki, Mazda, Mitsubishi). Die chinesischen Marken steigerten ihre Verkäufe um 65 % auf 138.410 Einheiten, während die Japaner um 3 % auf 130.424 Stück einbrachen. Der Vorsprung beträgt rund 6 %.

Damit ist ein historischer Wendepunkt erreicht: Seit Jahrzehnten dominieren japanische Hersteller das europäische Volumensegment – nun überholen sie die chinesischen Newcomer. Interessant: Noch im April 2026 lagen die Japaner mit 127.064 Einheiten knapp vor den Chinesen (125.864). Der Umschwung kam schneller als erwartet.

Warum Chinesen trotz EU-Zöllen wachsen Die EU hatte im Herbst 2024 zusätzliche Zölle auf E-Autos aus China verhängt – bis zu 45,3 % Gesamtzoll. Dennoch gelang den chinesischen Herstellern der Durchbruch. Der Schlüssel: geschickte Produktstrategie.

  • Plug-in-Hybride (PHEV) als Türöffner: Weil die Sonderzölle nur auf reine Batterie-E-Autos (BEV) erhoben werden, setzen viele Chinesen verstärkt auf Plug-in-Hybride. Diese Modelle unterliegen den normalen 10 % Importzoll und sind damit preislich konkurrenzfähig. BYD etwa verzeichnete im Mai ein Plus von 140 % in Europa.
  • Preisvorteil: Der BYD Dolphin Surf startet in Europa bei 26.990 € und unterbietet damit den Konkurrenten Renault 5 E-Tech.
  • Wiederbelebte Kaufprämien: Deutschland hat im Januar 2026 die E-Auto-Prämie neu aufgelegt (bis zu 6.000 € für BEV und PHEV). Auch Schweden und Italien haben Subventionen ausgeweitet – genau die Fahrzeuge, die Chinesen anbieten.

Parallel dazu leiden die japanischen Hersteller unter einer schwachen E-Produktpalette. Sie haben jahrelang auf Hybride und Verbrenner gesetzt und sind in der reinen E-Mobilität kaum präsent. Zudem konzentrieren sich Toyota, Nissan & Co. strategisch stärker auf ihre Heimatmärkte und die USA – Europa verliert an Priorität.

Lokalisierung als nächster Schritt Um langfristig unabhängig von Zollrisiken zu werden, bauen chinesische Hersteller ihre Produktion in Europa aus. Leapmotor will über die Partnerschaft mit Stellantis in Spanien fertigen, Chery hat eine Europa-Zentrale in Barcelona eröffnet und verhandelt sogar über die Nutzung freier Kapazitäten von Nissan im britischen Sunderland.

BYD selbst ist mit sechs Modellen (Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han) in Deutschland vertreten und treibt seine Expansion voran. Konzernchef Wang Chuanfu hat sich das Ziel von 1,6 Millionen Auslandsverkäufen im Gesamtjahr 2026 gesetzt – 50 % mehr als 2025.

Fazit Dieser Erfolg ist kein einmaliger Ausreißer, sondern das Ergebnis einer grundlegenden Verschiebung: Die chinesische Autoindustrie nutzt ihre Technologie- und Kostenführerschaft bei E-Antrieben, während die Japaner in der Elektrifizierung nachhinken. Die nächste Eskalationsstufe – Lokalproduktion in Europa – wird den Trend weiter verstärken.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

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