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BYDSinaVon 2 Min. Lesezeit

BYD löst Preiserhöhungswelle aus – ab 28. April steigen die Preise

Seit Ende April haben über ein Dutzend chinesische E-Auto-Marken die Preise angehoben. Den Anfang machte BYD am 28. April – Analysten sehen dahinter eine koordinierte Aktion zur Margenreparatur.

BYD löst Preiserhöhungswelle aus – ab 28. April steigen die Preise

Der chinesische E-Auto-Markt erlebt eine seltene Preiswende: Seit Ende April haben über ein Dutzend Hersteller ihre Preise nach oben korrigiert. Den Anfang machte am 28. April der Branchenführer BYD (比亚迪). Offiziell wird der Schritt mit gestiegenen Kosten für Lithiumcarbonat und Speicherchips begründet. Doch Analysten zweifeln an dieser Darstellung.

Kostendruck oder Kalkül?

Die Preise für Lithiumcarbonat (Batterie-Rohstoff) liegen aktuell bei rund 18.000 € pro Tonne – weit entfernt vom Rekordhoch von knapp 80.000 € (umgerechnet 60万元/吨) im Jahr 2022. Auch Speicherchips sind heute günstiger als während der Chipkrise. Warum also jetzt die Preiserhöhung? Die plausiblere Erklärung ist die Reparatur der Gewinnmargen: Zwei Jahre intensiver Preiskampf haben die Erträge drastisch geschrumpft. Die Hersteller nutzen die stabilere Nachfrage, um ihre Bilanzen zu schonen.

BYD kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Im Segment unter 200.000 Yuan (ca. 25.600 €)* besitzt der Konzern faktisch ein Preissetzungsrecht. Ohne den ersten Schritt des Branchenprimus hätten andere Hersteller kaum gewagt, selbst die Preise anzuheben. Es handelt sich nach Einschätzung von Marktexperten um einen Testballon: Fällt die Nachfrage nicht ein, werden weitere Anhebungen folgen.

Psychologische Erwartungsschieflage

Ein weiterer Treiber ist die veränderte Wahrnehmung von Verbrennern und E-Autos. Hohe Spritpreise (angetrieben durch die Nahost-Krise) lassen Verbrenner weniger attraktiv erscheinen. Gleichzeitig verbessern neue Batterietechnologien den Nutzen von E-Autos auch in nördlichen Regionen Chinas. Die Folge: Die erwartete Obergrenze für den E-Auto-Marktanteil – bisher bei 60–75 % vermutet – verschiebt sich nach oben. Die E-Auto-Hersteller gewinnen das Vertrauen, die Preise anzuheben, ohne Kunden zu verlieren.

OEM will Wertschöpfung zurück

Hinter der Aktion steckt auch ein strategisches Ziel: Chinesische OEM (Hersteller) wollen die Kontrolle über die Wertschöpfungskette zurückgewinnen. In den letzten Jahren haben Batterieriesen und Chip-Zulieferer (Tier-1) einen Großteil der Gewinne abgeschöpft. Die neuen Vertriebswege (Direktvertrieb, transparente Preise) haben die Stellung der OEM geschwächt. Die Preiserhöhung ist daher auch ein Versuch, die Verhandlungsmacht gegenüber Zulieferern zu stärken – und Zeit für den Aufbau eigener Batterie- und Chip-Kapazitäten zu gewinnen.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


Die beschriebenen Preiserhöhungen betreffen ausschließlich den chinesischen Heimatmarkt. Für Europa hat BYD noch keine vergleichbaren Anpassungen angekündigt. Die Preise für Modelle wie den BYD Atto 3 oder Dolphin bleiben in Deutschland vorerst stabil.

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