Xiaomi YU7: Standardversion zurück – Angriff auf Tesla Model Y
YU7 Standardversion: Reaktivierung nach Marktanalyse
Xiaomi (小米) hat überraschend die Entscheidung revidiert, die Basisversion des vollelektrischen SUV YU7 einzustellen. Firmengründer Lei Jun gab am 21. Mai 2025 im Rahmen einer Medienkonferenz bekannt, dass die Standardausführung wieder ins Programm aufgenommen wird. Hintergrund ist eine gründliche Analyse der Absatzzahlen: In den ersten zehn Monaten nach Markteinführung des YU7 verlor Xiaomi acht von zehn direkten Vergleichen gegen das Tesla Model Y. Grund: Über 70 % der Model-Y-Käufer entscheiden sich für die 593-km-Version (CLTC – chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP). Diese Reichweite decke den Alltag der meisten Kunden ab, so Lei Jun. Xiaomi habe die Standardversion ursprünglich gestrichen, um das Modellportfolio zu verschlanken – räumte nun aber einen Fehler ein. Die neue Strategie: Standardversion gegen Standardversion, Langstreckenversion gegen Langstreckenversion, inklusive Preisvorteilen gegenüber Teslas 0-Prozent-Finanzierung.
Preis und Positionierung
Der Xiaomi YU7 Standard startet in China bei 23,35 万元 (ca. 29.900 €)*. Lei Jun betonte, man habe den Preis bewusst niedrig gehalten, obwohl steigende Speicherchippreise den Kostendruck erhöhen. Der YU7 GT, eine auf 2.400 Einheiten pro Monat limitierte Hochleistungsvariante, bleibt vorerst das Flaggschiff. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
YU7 GT: Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife
Parallel zur Standardversion feierte der YU7 GT seine Premiere. Das als „rennwagentaugliches SUV" beworbene Modell stellte mit einer Zeit von 7:34 Minuten einen neuen Rundstreckenrekord für Serien-SUV auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Xiaomi-Cheftestfahrer Ren Zhoucan, der die Runde selbst fuhr, sprach von einem „Gemeinschaftsprojekt chinesischer und europäischer Ingenieure". Die GT-Variante ist mit einer 800-Volt-Architektur, Lidar und einem hochentwickelten Fahrassistenzsystem (ADAS) ausgestattet. Lei Jun sieht darin den Anspruch, „auf dem Niveau von Porsche und Tesla" mitzuhalten. Ein europäisches Entwicklungszentrum mit 1.500 Spezialisten – darunter Ex-Mitarbeiter von BMW, Porsche und Rolls-Royce – arbeitet an der Optimierung von Fahrwerk und Fahrdynamik.
Wettbewerb und Zukunftspläne
Lei Jun betonte, Xiaomi strebe nicht an, Tesla „über Nacht" zu überholen, sondern wolle schrittweise aufschließen. „Wir müssen noch viel lernen", sagte er. Mit der Einstellung der Veröffentlichung von Anzahlungs- und Auslieferungszahlen („Large Order Data") will Xiaomi sich vom täglichen Vergleich mit anderen Herstellern lösen. Stattdessen setzt man auf langfristige Qualität und Kundenzufriedenheit. Die Produktionskapazität konnte unter Leitung des neu eingestellten Ex-Tesla-Fabrikleiters Song Gang erheblich gesteigert werden: Die Lieferzeit für den YU7 beträgt nun zwei bis drei Monate, für den GT etwa sechs Wochen.
===INHALT=== Lei Jun, CEO von Xiaomi, blickt zurück: „Vor sechs Jahren, zum zehnten Xiaomi-Jubiläum, standen wir unter deutlich größerem Druck als heute. Unser Start-up-Modell basierte auf dem Internet – wir stellten Smartphones und andere Geräte mit einer Internet-Company-Denkweise her. Wir sahen uns als reines Internetunternehmen, getrieben von Produktinnovation, neuen Geschäftsmodellen, Szenarien und Effizienzsteigerung. Doch nach zehn Jahren hatte sich unser damaliger Auftrag – die Verbreitung von Smartphones – erfüllt. Wohin sollte Xiaomi steuern? Also entschieden wir: mehr in Kern-Technologien investieren, um ein führender Hightech-Konzern der nächsten Generation zu werden. Seit sechs Jahren setzen wir auf Technologie als Fundament. Wir versprachen, innerhalb von fünf Jahren 100 Milliarden Yuan (ca. 12,8 Milliarden Euro) zu investieren – tatsächlich wurden es mit 105,5 Milliarden Yuan (ca. 13,5 Milliarden Euro) sogar etwas mehr. Das Ergebnis sehen Sie: Durchbrüche bei E-Autos, Chips, Ki-Basis-Modellen, Haushaltsgroßgeräten, intelligenter Fertigung und Robotik. Auf den ersten Blick wirkt das bunt gemischt, doch im Kern geht es um die drei Schlüsseltechnologien intelligenter Endgeräte: Chip, Betriebssystem und Künstliche Intelligenz. Darüber spannt sich ein Ökosystem aus Mensch, Fahrzeug und Zuhause – das ist Xiaomis Strategie.
Heute kündigen wir an: In den nächsten fünf Jahren werden wir unsere F&E-Ausgaben weiter massiv erhöhen, Ziel sind mindestens 200 Milliarden Yuan (ca. 25,6 Milliarden Euro). Ich bin überzeugt, dass Xiaomi damit in noch mehr Bereichen Innovationen und Durchbrüche erzielen wird. Die Produkte werden besser, die Palette breiter, und wir ziehen mehr Talente an. Dafür haben wir bereits über 200 Milliarden Yuan (ca. 25,6 Milliarden Euro) an Barmitteln bereitgestellt. Druck? Natürlich. Aber ich handele nach dem Prinzip „tief graben, Vorräte anlegen“ – erst die F&E finanziell sichern, dann die Umsetzung. Ich bitte um Geduld: Vergleichen Sie Xiaomi heute mit dem Unternehmen von vor fünf Jahren – meiner Meinung nach haben wir eine Stufe erklommen. In fünf Jahren werden wir eine noch größere Stufe erreicht haben. Vielen Dank!“
Moderator: „Meine Damen und Herren, aus Zeitgründen beenden wir hiermit die Pressekonferenz. Vielen Dank für Ihr Kommen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an unsere PR-Abteilung – wir beantworten alles im Einzelnen. Vielen Dank!“
In Deutschland nicht erhältlich
Xiaomi Auto ist ausschließlich im chinesischen Markt erhältlich. Pläne für eine europäische Expansion wurden bislang nicht angekündigt.

