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Xiaomi Auto Q1: 80.856 Fahrzeuge, 397 Mio. € Verlust

Xiaomi liefert im ersten Quartal 2026 80.856 E-Autos aus. Der Umsatz steigt auf 19 Mrd. Yuan (ca. 2,43 Mrd. €), der operative Verlust beträgt 3,1 Mrd. Yuan (ca. 397 Mio. €). Die SU7 ist Bestseller ab 200.000 Yuan (ca. 25.600 €)*. Der Export nach Deutschland ist für 2027 geplant.

Xiaomi Auto Q1: 80.856 Fahrzeuge, 397 Mio. € Verlust

Xiaomi (小米) hat am 26. Mai 2026 seine Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Die Automobilsparte des chinesischen Technologiekonzerns lieferte zwischen Januar und März 80.856 Fahrzeuge aus – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz der Sparte belief sich auf 19 Mrd. Yuan (ca. 2,43 Mrd. €)*. Zusammen mit dem KI-Geschäft erzielte das Segment „Innovationsgeschäft" 19,9 Mrd. Yuan (ca. 2,55 Mrd. €) und trug damit mehr als 20 Prozent zum Gesamtumsatz der Xiaomi-Gruppe bei.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Trotz des Umsatzwachstums schreibt die Automobilsparte weiterhin rote Zahlen. Der operative Verlust betrug 3,1 Mrd. Yuan (ca. 397 Mio. €). Die Bruttomarge lag bei 20,1 Prozent – belastet durch den Wegfall der staatlichen EV-Kaufprämie (国补) in China und gestiegene Rohstoffpreise. Damit fiel Xiaomi nach zwei profitablen Quartalen (Q3 und Q4 2025) wieder in die Verlustzone zurück.

SU7 und YU7 dominieren ihre Segmente

Die neue SU7-Limousine entwickelt sich zum Verkaufsschlager: Innerhalb von 48 Tagen nach dem Marktstart verbuchte Xiaomi über 80.000 verbindliche Vorbestellungen. Laut Hersteller ist die SU7 das meistverkaufte reine Elektro-Sedan (BEV) über 200.000 Yuan (ca. 25.600 €) in China. Auch das SUV-Modell YU7 belegt in seinem Segment den zweiten Platz.

Ausbau von Produktion und Vertrieb

Bis Ende März betrieb Xiaomi 490 Ausstellungsräume in 143 chinesischen Städten. Die Produktion läuft an den Standorten Peking (Phase I und II), Wuhan und der dritten Pekinger Fabrik auf Hochtouren – die Jahreskapazität soll 2026 auf über 600.000 Fahrzeuge steigen. Für das Gesamtjahr hält Xiaomi an seinem Ziel von 550.000 Auslieferungen fest. In den ersten vier Monaten wurden bereits 109.000 Einheiten ausgeliefert (knapp 20 Prozent des Jahresziels). CFO Lin Shiwei betonte in einer Telefonkonferenz, dass im zweiten Halbjahr weitere innovative Modelle auf den Markt kommen, die „das Verständnis von Xiaomi für verschiedene Märkte und Nutzer widerspiegeln".

9 Mrd. Yuan für Forschung – KI-Modell für autonomes Fahren

Im ersten Quartal gab Xiaomi 9 Mrd. Yuan (ca. 1,15 Mrd. €) für Forschung und Entwicklung aus – ein Plus von 33,4 Prozent. Ein Großteil floss in KI und Elektroantrieb. Herzstück ist die XLA-Architektur (eine kognitive KI-Plattform), die im März 2026 vorgestellt wurde. Die neue SU7 wird ab Werk mit diesem System ausgeliefert – ein Schritt von der „Wahrnehmung und Nachahmung" hin zum „Verstehen und logischen Schlussfolgern".

Im Mai folgte das Xiaomi OneVL-Modell, ein Open-Source-Modell für autonomes Fahren, das erstmals die drei Technologiepfade VLA (Vision-Language-Action), Weltmodell und räumliches Denken vereint. Laut Xiaomi beträgt die Reaktionszeit des Modells nur 0,24 Sekunden und liegt damit bei lediglich 5,4 Prozent der Reaktionszeit herkömmlicher VLA-Systeme (Vision-Language-Action – KI-Modelle, die visuelle und sprachliche Informationen kombinieren, um Handlungen zu steuern). Damit ist das System für den Serieneinsatz im Fahrzeug geeignet.

Parallel entwickelt Xiaomi das hauseigene große Sprachmodell Xiaomi MiMo-V2.5-Pro weiter, das in einem internationalen Benchmark als weltweit bestes Open-Source-Modell eingestuft wurde. Die KI-Forschung dient nicht nur dem Auto, sondern auch Smartphones, Smart-Home-Geräten und anderen Endgeräten.

Internationalisierung: 2027 nach Deutschland

Xiaomi treibt den Markteintritt in Europa voran. Auf der Auto China (Peking Auto Show) 2026 präsentierte das Unternehmen erste Ergebnisse des europäischen Entwicklungszentrums, das im März 2025 in München gegründet wurde. Das Team rekrutiert Ingenieure und Designer von BMW, Porsche, Lamborghini und Mercedes. CTO Hu Zhengnan erklärte, Europa sei als erste Station gewählt worden, um lokale Kundenbedürfnisse, Gewohnheiten und gesetzliche Vorschriften präzise zu verstehen.

In der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht konkretisierte Präsident Lu Weibing die Pläne: „Der Markteintritt erfolgt im dritten oder vierten Quartal 2027 – zuerst in Industrieländer, dann in Schwellenländer; erst Mittel- und Oberklasse, dann Mittelklasse; erst Rechtslenker, dann Linkslenker."

Ein erstes Aushängeschild ist der YU7 GT, der von der Münchener Mannschaft maßgeblich mitentwickelt wurde. Mit einer Zeit von 7:22,755 Minuten stellte er einen neuen Rundenrekord für SUVs auf der Nürburgring-Nordschleife auf.

Fazit

Das erste Quartal 2026 zeigt für Xiaomis Automobilsparte eine positive Umsatz- und Auslieferungsentwicklung. Die 550.000 Einheiten Jahresziel erfordern jedoch erhebliche Steigerungen in den verbleibenden Quartalen. Kurzfristig leidet die Sparte unter externen Kostentreibern, langfristig schafft die F&E-Offensive mit XLA und OneVL eine solide technologische Basis für autonomes Fahren. Der geplante Export nach Deutschland ab 2027 unterstreicht die globalen Ambitionen.


Xiaomi plant den Markteintritt in Europa für 2027, beginnend mit Deutschland. Aktuell sind die Fahrzeuge nur in China erhältlich. Ein Verkauf in Deutschland ist frühestens 2027 zu erwarten.

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