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CheryD1EVVon 3 Min. Lesezeit

Chery-Vize: Wert statt Preiskampf – Omoda-Start in Europa ab 2026

Auf dem Zukunftsmobilitäts-Gipfel in Shanghai warnte Chery-Vorstand Wang Lang vor dem Preiskampf und forderte Qualität und Nutzererlebnis. Die Marke Omoda soll ab 2026 in Europa starten.

Chery-Vize: Wert statt Preiskampf – Omoda-Start in Europa ab 2026

Chery-Vize: Wert statt Preiskampf – Omoda-Start in Europa ab 2026

„Wenn China bereits den größten Automarkt und die vollständigste Industriekette der Welt besitzt, geht es nicht mehr darum, schneller zu laufen, sondern stabiler, höher und weiter zu springen." Mit diesen Worten eröffnete Wang Lang, stellvertretender Vorstand von Chery (奇瑞), seine Rede auf dem Zukunftsmobilitäts-Gipfel (Future Mobility Pioneer Summit) Ende Mai 2024 in Shanghai. Der Anlass: die zunehmende Homogenisierung und der Preiskampf in der chinesischen Autoindustrie.

Wang kritisierte scharf, dass der Wettbewerb auf niedrigem Niveau feststecke. „Preiskämpfe können Qualität und F&E-Ausgaben erdrücken, Parameterwettkämpfe übersehen die echte Nutzererfahrung, und laute Werbung kann das Markenvertrauen überstrapazieren." Stattdessen gelte es, die Wettbewerbsebene anzuheben: vom Parameter- zum Wertwettbewerb.

Vom Preis- zum Wertwettbewerb

Der Manager beobachtete, dass immer mehr Modelle mit immer besseren Datenblättern auf den Markt kämen, aber die Produkte sich immer ähnlicher sähen. Die Kunden unterschieden die Konfigurationen kaum noch. „Nötig ist nicht eine Technik zum Angeben, sondern eine zuverlässige, erklärbare und sichere Assistenz", betonte Wang. Sicherheit sei die absolute Grenze: „Hochwertigkeit ohne Sicherheit ist fundamentlos; Intelligenz ohne Qualität unzuverlässig."

Wang forderte, Produkte aus der realen Nutzung heraus zu definieren, nicht aus der Konfigurationsliste. Es gehe nicht nur um Reichweite und Rechenleistung, sondern etwa um Komfort für Kinder und Senioren oder die Langzeitqualität nach mehreren Jahren. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidet über den Kauf, aber der Markenwert entscheidet über Vertrauen, langfristige Bindung und Weiterempfehlung", so Wang.

Vier Säulen des Vertrauens

Wang fasste die Basis für den Markenaufbau chinesischer Hersteller in „vier Vertrauenswürdigkeiten" zusammen: Qualität, Technik, Service und Wert. Technologie müsse sich langfristig beweisen, nicht nur auf Messen glänzen. „Parameter lassen sich kopieren, das Nutzererlebnis nicht. Konfigurationen kann man schnell anpassen, doch Systemkompetenz muss über Jahre aufgebaut werden." Intern halte Chery am Grundsatz fest: „Qualität ist wichtiger als Absatz."

Globalisierung als Vertrauensprojekt

Mit Blick auf den Export rief Wang zu einem gemeinsamen Auftreten auf: „Jedes chinesische Unternehmen steht für das Gesamtbild der chinesischen Autoindustrie." Es gehe nicht um schnelle Exporte, sondern um den Aufbau von Vertrauen – vom Produkt- zum Marken-, Service- und Verantwortungsexport. Konkret bereitet Chery den Europa-Start mit seiner Tochtermarke Omoda vor. Die ersten Modelle, darunter ein vollelektrischer Crossover, sollen ab etwa 2026 in Europa erhältlich sein. Einen genauen Preisplan gibt es noch nicht. Wang schloss mit einem Appell: Weniger Oberflächlichkeit, mehr langfristige Wertschöpfung – dann könne China vom Exporteur zur globalen Automobilmarke werden.

Hinweis: Preise und Zeitpläne für Europa sind vorläufig und basieren auf Unternehmensangaben.


Chery ist in Deutschland derzeit nicht mit eigenen Modellen vertreten. Die Marke Omoda soll ab 2026 in Europa angeboten werden. Ein konkreter Deutschland-Start und Preise stehen noch nicht fest.

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