Chery startet Freelander als E-Auto – Evoque L im Ausverkauf
Chery (奇瑞) und Jaguar Land Rover (JLR) stellen ihr Joint Venture CJLR in China radikal um. Statt weiterhin Verbrenner wie den Range Rover Evoque L zu bauen, konzentriert sich das Werk in Suzhou ab 2027 auf die neue Marke Freelander. Dabei handelt es sich um eine Wiederbelebung des klassischen Land Rover-Modells – allerdings als reines Elektroauto und Plug-in-Hybrid, entwickelt auf Cherys Elektro-Plattform. Der Schritt ist eine Reaktion auf den dramatischen Absatzrückgang von Land Rover in China: Von Januar bis Mai 2025 wurden nur 3.976 Fahrzeuge zugelassen – ein Minus von 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Höhepunkt lag 2017 mit 61.915 Einheiten.
Auslaufmodell: Evoque L zum Kampfpreis
Der bisherige Verbrenner Evoque L wird derzeit massiv abverkauft. Chinesische Händler bieten die Langversion des Kompakt-SUV für Barzahlung ab ca. 25.600 € (ca. 200.000 Yuan). Bei Finanzierung sind es sogar nur ca. 24.900 € (ca. 195.000 Yuan). Ursprünglich lag der Einstiegspreis bei ca. 55.000 € (ca. 429.800 Yuan) – ein Preisnachlass von rund 29.400 € (ca. 229.800 Yuan). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Zum Vergleich: Ein gebrauchter Evoque L Baujahr 2025 kostet im Schnitt ca. 24.500 € (ca. 191.400 Yuan) – der Neuwagen liegt nur knapp darüber. Der Standard Range Rover Evoque startet in Großbritannien bei umgerechnet ca. 50.800 € (44.430 GBP) – der Evoque L ist in China nicht einmal halb so teuer. Technisch bleibt der Wagen ein reiner Verbrenner: ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 183 kW (245 PS), ohne Elektrifizierung. Die Abmessungen betragen 4.531/1.904/1.650 mm (L/B/H) bei einem Radstand von 2.841 mm.
Freelander: Cherys großer E-Wurf
Die neue Marke Freelander soll Chery den Zugang zum globalen Premium-SUV-Markt öffnen. Erste Bilder zeigen ein bulliges SUV-Design, das an klassische Land Rover erinnert. Die Produktion im umgerüsteten Suzhou-Werk soll Ende 2026 anlaufen. Chery bringt damit bereits die zweite Elektro-Submarke nach Omoda (欧萌达) auf den Weg – beide sollen auch nach Europa kommen.
Chery ist in Deutschland mit der Marke Omoda bereits aktiv (Omoda 5 EV). Der Freelander als reines E-Modell wäre ein logischer nächster Schritt für den europäischen Markt, ein konkreter Deutschland-Start ist bislang aber nicht bestätigt. Der Evoque L ist in Europa nicht als Langversion erhältlich.




