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Xiaomi SU7 erstmals in staatlichem E-Auto-Förderprogramm

Das chinesische Förderprogramm „E-Autos aufs Land' 2026 umfasst 155 Modelle – erstmals auch Xiaomi SU7 und Tesla Model 3. Parallel beendet BMW die Produktion alter E-Autos in China.

Xiaomi SU7 erstmals in staatlichem E-Auto-Förderprogramm

Xiaomi SU7 erstmals in staatlichem E-Auto-Förderprogramm

Die chinesische Regierung hat die 2026er Auflage des Programms „E-Autos aufs Land" gestartet. Am 18. Juni veröffentlichten das MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium) und vier weitere Ministerien eine Liste mit 155 förderfähigen Fahrzeugen. Ziel ist es, den Absatz von Elektroautos in ländlichen Regionen anzukurbeln, die noch immer hinter den städtischen Märkten hinterherhinken. Die Aktion läuft unter dem Motto „Grün, CO₂-arm, intelligent, sicher – Elektromobilität für tausend Kreise und zehntausend Gemeinden".

Erstmals sind auch Modelle von Xiaomi (小米) – der Xiaomi SU7 – und der Tesla Model 3 in der Liste enthalten. Der Xiaomi SU7 ist in mehreren Versionen erhältlich: die Basisversion bietet 700 km (CLTC) – entspricht ca. 595 km (WLTP-Schätzwert) –, die Langstreckenversion 830 km (CLTC) – ca. 706 km (WLTP). Die Preise starten in China bei ca. 27.600 € (ca. 215.900 Yuan) für die Basisversion. Die Topversion Max mit Allrad und 495 kW (673 PS) liegt bei ca. 39.600 € (ca. 299.900 Yuan).* Der SU7 tritt damit gegen den BYD Han und den NIO ET5 an. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Die Liste umfasst insgesamt 155 Modelle – von günstigen Stadtautos über Mittelklasse-Limousinen bis zu leichten Nutzfahrzeugen. Seit Start der Initiative 2020 wurden laut MIIT über 20 Millionen E-Autos über diesen Kanal verkauft. Ein Novum: Die Verschrottungsprämie für den Umstieg auf ein E-Auto ist nun ohne Begrenzung der Förderkontingente möglich – ein starker Anreiz für ländliche Haushalte.

BMW beendet Produktion alter E-Autos in China

Parallel dazu gibt es eine strategische Neuausrichtung bei BMW. Der Münchner Hersteller stellt die Fertigung seiner bisherigen chinesischen E-Modelle – BMW i3, i5 und iX1 – zum Juli 2026 ein. BMW betont, dies sei keine Abkehr vom chinesischen E-Markt, sondern eine Umstellung auf die neue „Neue Klasse"-Plattform. Die bisherigen Modelle basierten auf der CLAR-Plattform, einer konventionellen Architektur. Im ersten Quartal 2026 erzielten die drei Modelle zusammen nur 5.680 Verkäufe – bei einer chinesischen E-Quote von 6,6 % weit unter dem Gesamtmarkt von 54,1 %.

Die Nachfolger kommen auf der reinen E-Plattform „Neue Klasse". Das erste Modell ist der BMW iX3 Langversion, der ab dem vierten Quartal 2026 in Shenyang vom Band läuft. Er bietet eine 800-Volt-Architektur, einen 108-kWh-Akku und über 900 km (CLTC) – entspricht ca. 765 km (WLTP). Zehn Minuten Laden reichen für rund 400 km (CLTC). Das Assistenzsystem (ADAS) wurde gemeinsam mit Momenta entwickelt. Ein i3 Langversion ist ebenfalls geplant – insgesamt sollen innerhalb von 24 Monaten mindestens sechs Modelle auf der Plattform erscheinen.

CATL-Chef: Feststoffbatterien bis 2030 nicht massentauglich

Robin Zeng, Vorstandsvorsitzender von CATL (宁德时代), dämpft die Erwartungen an Feststoffbatterien. Auf die Frage, ob bis 2030 eine Million Fahrzeuge damit ausgerüstet sein könnten, antwortete er: „Sehr unwahrscheinlich". CATL stuft die Technologiereife auf TRL4 von 9 ein – reine Laborgrundlagen. Derzeit kosten Feststoffzellen zwischen 1,60 und 2,20 Yuan pro Wh (ca. 0,20 bis 0,28 €/Wh) – drei- bis fünfmal so viel wie LFP-Batterien (0,39–0,50 Yuan/Wh). Bei einem 70-kWh-Akku würde der Aufpreis über 8.000 Euro betragen. Zudem sei das Fest-Fest-Grenzflächenproblem noch ungelöst: Die Elektroden und der Festelektrolyt lassen sich nicht gleichmäßig verdichten. Zeng plädiert für „ereignisgetriebene" statt „zeitgetriebene" Innovation.

Leapmotor C10 in Malaysia lokal produziert

Leapmotor (零跑) hat am 15. Juni in Kulim, Malaysia, die lokale Montage des C10 gestartet. Das Unternehmen arbeitet mit Cycle & Carriage zusammen und nutzt die Fertigungskapazitäten von Stellantis. Das Modell soll schnellere Lieferzeiten und günstigere Kosten bieten. Auch der B10 soll künftig dort gebaut werden.

NIO-Gründer: Aktiensperren und finanzielle Schieflage

Am 17. Juni wurden neue gerichtliche Verfügungen gegen den NIO (蔚来)-Gründer Fang Yunzhou (方运舟) und Ex-CEO Zhang Yong (张勇) bekannt: Insgesamt 116 Millionen Yuan (ca. 14,8 Millionen Euro) an Aktienvermögen wurden eingefroren (Aktiensperren). Betroffen ist die Beteiligungsgesellschaft Tongxiang Hechuang Deli II, die indirekt Anteile an der Muttergesellschaft Hozon New Energy hält. Die Sperrfrist beträgt drei Jahre. Bereits 2025 waren mehrere Sperren verhängt worden – die jüngste ist die höchste Einzelforderung. Die finanziellen Probleme des Startups zeichnen sich seit Ende 2024 ab.


Xiaomi SU7: Bisher keine Europapläne bekannt. BMW iX3 Neue Klasse ab 2026 in China, Europa-Start folgt voraussichtlich 2027. Leapmotor und NIO sind in Deutschland nicht direkt vertreten. CATL ist globaler Zulieferer.

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