XPeng: Kein Laserzwang für autonomes Fahren
Im chinesischen Netz kursierten zuletzt Behauptungen, wonach die neuen chinesischen Sicherheitsanforderungen für automatisiertes Fahren (SAE Level 3 und 4) zwingend Laserradar (Lidar) vorschreiben. XPeng (小鹏) weist dies nun offiziell zurück.
Konkret hatte die chinesische Regulierungsbehörde ein Dokument mit dem Titel „Sicherheitsanforderungen für automatisiertes Fahrsysteme“ veröffentlicht. Manche Medien interpretierten dies fälschlich als „L3 benötigt duale Redundanz, L4 zwingend Lidar“. XPeng-Vizepräsident Yu Peng stellte auf einer Social-Media-Plattform klar: „Das ist eine Fake News. In dem gesamten öffentlich einsehbaren Dokument kommt das Wort Lidar nicht einmal vor. Weder gibt es eine solche Klausel noch passt sie zur offiziellen Erläuterung. Wer solche Falschmeldungen verbreitet, hat die Quelle nicht gelesen – das verstößt gegen journalistische Grundsätze."
Hintergrund: Chinas Kurs beim automatisierten Fahren
China treibt die Zulassung von Systemen der Stufen L3 und L4 voran. Einige Hersteller wie XPeng setzen bei ihren Fahrassistenzsystemen (ADAS) auf eine Kombination aus Kameras, Radar und optional Lidar. Das neue Sicherheitsdokument legt allgemeine Anforderungen wie funktionale Sicherheit (ISO 26262) und Cybersecurity fest, jedoch keine spezifische Sensorpflicht. XPeng selbst nutzt in seinem Flaggschiff-Modell G9 und der kommenden Limousine P7+ sowohl Kamera- als auch Lidar-Lösungen – bleibt aber flexibel.
Für den deutschen Markt ist diese Klarstellung relevant, weil die EU ebenfalls an neuen Regeln für autonomes Fahren arbeitet. Während die EU auf den UN-Regelungen (R157) aufbaut, verfolgt China einen eigenen Standard. Bislang unterscheiden sich die Ansätze: Europa setzt auf Typgenehmigung für einzelne Systeme, China auf generische Sicherheitsanforderungen. Der XPeng-Vorstoß signalisiert, dass Beijing keinen Zwang zu teuren Lidar-Sensoren vorsieht – das könnte den Preiskampf in China weiter anheizen.
Auswirkungen für die Branche
Die Klarstellung kommt zu einem Zeitpunkt, da chinesische EV-Startups („新势力“) wie NIO, Li Auto und XPeng massiv in autonomes Fahren investieren. NIO setzt bei seinem ET7 auf einen Lidar von Innoviz, Li Auto nutzt beim L9 ebenfalls Lidar. Ohne Zwang bleibt den Herstellern die Freiheit, je nach Kosten und Leistung ihre Sensorstrategie zu wählen – was insbesondere bei günstigeren Modellen den Verzicht auf Lidar erlaubt. Analysten sehen darin einen Wettbewerbsvorteil für Hersteller, die auf reine Kameralösungen (Vision-only) setzen, ähnlich wie Tesla.
In Deutschland
XPeng ist in Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.
XPeng ist in mehreren nordeuropäischen Ländern vertreten, der Markteintritt in Deutschland ist angekündigt.


