Shentong Technology investiert 90 Mio. € in intelligente Fertigung
Der chinesische Automobilzulieferer Shentong Technology (神通科技) investiert umgerechnet rund 89,6 Mio. € (ca. 700 Mio. Yuan) in ein neues Werk im Stadtbezirk Lingang in Shanghai. Das Projekt umfasst eine Grundstücksfläche von rund 40.000 Quadratmetern und soll innerhalb von 30 Monaten nach Baubeginn die Serienproduktion aufnehmen. Schwerpunkt sind Komponenten für das intelligente Cockpit, Zugangssysteme sowie die Integration von Hard- und Software für Fahrzeugelektronik.
Von Präzisionsspritzguss zu intelligenter Elektronik
Bisher war Shentong vor allem auf Präzisionsspritzguss für Antriebsstrang und Innenraum spezialisiert – ein klassisches Geschäft mit begrenzten Margen. Bereits vor einiger Zeit stieg das Unternehmen in die Fertigung von optischen Komponenten für Lidar, Millimeterwellenradar und Head-up-Displays ein. Der neue Standort in Lingang baut darauf auf und erweitert das Portfolio um elektronische Steuersysteme, Funk-Zugangslösungen und Software für Smart-Cockpit-Anwendungen. Damit wandelt sich Shentong vom reinen Teilefertiger zum Entwickler von Systemlösungen mit höherer Wertschöpfung.
Warum Lingang – die Kombination von Industrie-Cluster und Politikvorteilen
Der Standort Lingang hat sich als eines der wichtigsten chinesischen Zentren für die Autoindustrie etabliert. Tesla und SAIC betreiben dort große Werke, und entlang der Lieferkette haben sich zahlreiche Chip- und Elektronikspezialisten angesiedelt. Durch die räumliche Nähe zu den OEMs kann Shentong Entwicklungszeiten verkürzen und Prototypen schneller testen. Zudem bietet die Sonderwirtschaftszone Lingang steuerliche Anreize, erleichterte Visumsregelungen für ausländische Fachkräfte und eine gezielte Förderung des intelligenten vernetzten Fahrens. Für das Recruiting von Ingenieuren mit Softwarekompetenz sind die Wohnungsbau- und Ansiedlungsprämien ein weiterer Pluspunkt.
Die Investition von Shentong ist ein Beispiel für den tiefgreifenden Wandel der chinesischen Zulieferindustrie: Vom einfachen Lohnfertiger zum Technologiepartner der globalen Autohersteller. Ob das Unternehmen damit in dem umkämpften Marktsegment der Cockpit-Elektronik Fuß fassen kann, wird sich in den nächsten 30 Monaten zeigen.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Unternehmen ist derzeit auf dem chinesischen Markt tätig.


