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Xiaomi SU7 im Fokus: Chinas neues Gewichtsgesetz für E-Autos

China führt strenge Gewichtsgrenzen für Elektroautos ein – mit drastischen Folgen für schwere Modelle. Xiaomi SU7 zeigt, wie Leichtbau gelingt.

Xiaomi SU7 im Fokus: Chinas neues Gewichtsgesetz für E-Autos

Wer, was, wann, warum? Ab 1. Januar 2026 gilt in China der neue Standard GB 36980.1—2025, der den Energieverbrauch von Elektroautos an ihr Leergewicht koppelt. Wer die Grenzwerte überschreitet, verliert den Anspruch auf staatliche Kaufprämien – bis zu 10.000 Yuan (ca. 1.280 €)* Zuschuss können wegfallen. Hintergrund: Der Wettlauf um immer höhere Reichweiten hat die Autos in den letzten Jahren drastisch schwerer gemacht. Ein 100-kWh-Akku wiegt rund 600 kg, und die durchschnittliche Masse von E-Autos stieg von 1.312 kg (2012) auf über 1.700 kg (2024). Der neue Standard zwingt Hersteller zum Umdenken: Leichtbau und Effizienz statt dicker Akkus.

Die neue Formel: Gewicht x Energie = Strafe

Die Berechnung ist simpel: Der zulässige Energieverbrauch sinkt mit jedem Kilogramm Mehrgewicht. Grob gesagt: Pro 100 kg zusätzlicher Masse darf der Verbrauch nur um 0,556 kWh/100 km steigen. Für schwere Fahrzeuge gibt es enge Grenzen: Autos über 2,71 Tonnen dürfen maximal 19,1 kWh/100 km verbrauchen – ein Wert, den viele schwere SUVs und Vans aktuell überschreiten. Branchenschätzungen zufolge erfüllen rund 40 % der derzeit verkauften Modelle die neuen Grenzen nicht, darunter der Yangwang U8L (3.639 kg), der Li Auto Mega (3.130 kg) oder der GAC Trumpchi ES9 (2.845 kg). Bis 2028 müssen alle Neuwagen die Vorgaben einhalten – sonst droht Verkaufsverbot.

Leichtbau als Trumpf: Xiaomi SU7 als Positivbeispiel

Das Xiaomi (小米) SU7 zeigt, wie es geht: Mit einem Leergewicht von 2.055 kg (Standardversion) und einem Energieverbrauch von 11,7 kWh/100 km (CLTC) liegt es weit unter der Grenze für Fahrzeuge über 2 Tonnen (15,1 kWh/100 km). Xiaomi setzt auf eine Kombination aus aerodynamischer Karosserie (cw 0,195), einer CTB-Batterie (Cell-to-Body) und einem effizienten Antriebsstrang. Die Topversion mit Allrad und 495 kW verbraucht nur 13,7 kWh/100 km – trotz 2.055 kg Gewicht. Auch der AITO R7 (2.180 kg) bleibt mit seinem Huawei DriveONE 800-Volt-System unter 13,2 kWh/100 km.

Andere Hersteller haben dagegen Nachholbedarf: Der NIO (蔚来) ET7 liegt mit 2.390 kg und 16,2 kWh/100 km nur knapp im grünen Bereich. Der Denali L EV (2.882 kg) überschreitet mit 19,1 kWh/100 km exakt die Grenze für Großfahrzeuge – ein Warnsignal. „Wenn Hersteller keine leichten Materialien einsetzen, werden sie bald nicht mehr verkaufen können", sagt ein Sprecher des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT).

Die Werkzeuge: Aluminium, Kohlefaser, 800 Volt

Um Gewicht zu sparen, setzen die Entwickler auf eine ganze Reihe von Maßnahmen:

  • Hochfester Stahl und Aluminium: Leichter als herkömmlicher Stahl, aber stabiler. Ein kompletter Umstieg auf Aluminium kann 40 % Gewicht sparen.
  • Magnesiumlegierungen: Noch leichter als Aluminium (ca. 30 % weniger Dichte), aber teurer. Aktuell sind die Kosten noch doppelt so hoch wie bei Aluminium.
  • CTC/CTP-Batterien: Zellen direkt in die Karosserie integriert, ohne Modulgehäuse. Spart 10–15 % Systemgewicht.
  • 800-Volt-Technik: Erhöht die Effizienz des Antriebs um 8–12 % und ermöglicht kleinere, leichtere Kabel. Eine Umstellung von 12 auf 48 Volt spart bis zu 10 kg Bordnetzgewicht.
  • Carbon-Silizium-Wechselrichter: Wirkungsgrad über 87 % und kompaktere Bauweise.

Doch die Umstellung kostet: Schätzungen zufolge verteuert eine Reduzierung des Fahrzeuggewichts um 100 kg die Produktion um 3.200 bis 15.000 Yuan (ca. 410 bis 1.920 €). Für den Käufer rechnet sich das aber: 100 kg weniger bedeuten rund 7,5 % niedrigeren Verbrauch – bei 500 km Reichweite steigt die erzielbare Distanz um 35 Kilometer.

Ausblick: Wer gewinnt, wer verliert?

Die neue Norm wirkt wie ein Katalysator für den Wettbewerb. Unternehmen, die früh in Leichtbau und Effizienz investiert haben – wie Xiaomi (小米) , AITO oder BYD (mit seiner Blade-Battery) – haben einen Vorsprung. Hersteller, die auf schwere, komfortbeladene SUVs setzen – etwa NIO oder Li Auto – stehen unter Druck. Immerhin: Der Standard gilt erst ab 2028 endgültig. Bis dahin müssen alle Modelle nachgebessert werden – sonst droht der Ausschluss vom Markt.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


In Deutschland nicht erhältlich

Xiaomi Auto ist ausschließlich im chinesischen Markt erhältlich. Pläne für eine europäische Expansion wurden bislang nicht angekündigt.

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