China EV News
Zurück
BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD Seal: Horizon-Chip spart 500 €, eigener Chip erst 2027

BYD-Chef Wang Chuanfu testet persönlich das Horizon Super Drive 2.0 im Seal. Der Einsatz von Zulieferchips senkt die Kosten pro Fahrzeug um bis zu 500 € – der hauseigene Xuanji A3 kommt erst 2027.

BYD Seal: Horizon-Chip spart 500 €, eigener Chip erst 2027

BYD Seal: Horizon-Chip spart 500 €, eigener Chip erst 2027

BYD-Chef Wang Chuanfu hat gemeinsam mit Horizon Robotics-CEO Yu Kai eine Testfahrt mit dem noch unveröffentlichten Fahrassistenzsystem Horizon Super Drive 2.0 in einer Seal-Elektrolimousine absolviert. Ziel der Aktion: die aktuelle Hardwarebasis für das Volumenmodell zu optimieren und die Produktionskosten pro Fahrzeug um bis zu ca. 500 € (ca. 4.000 Yuan) zu senken – ein entscheidender Vorteil im anhaltenden Preiskampf auf dem chinesischen Markt. Die Ingenieure arbeiten daran, die Kamerasignale direkt mit einem zentralen Domain-Controller zu verknüpfen, um die Leistung sofort zu verbessern, ohne auf die nächste Chip-Generation warten zu müssen.

Eigener Chip für Denza ab 2027

BYD hatte zuvor den eigenen 4-Nanometer-Prozessor Xuanji A3 mit einer Rechenleistung von 700 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) vorgestellt. Ursprünglich erwartete der Markt, dass dieser Baustein die Zulieferchips sofort verdrängen würde – was zeitweise zu einem Kursrutsch bei externen Chip-Anbietern führte. Doch wie das Branchenportal Late Auto berichtet, verschiebt sich der Serieneinsatz: Der Xuanji A3 kommt erst 2027 in den Premiummodellen der BYD-Tochter Denza (Denza) zum Einsatz. Damit bleibt vorerst ein Zeitfenster für unabhängige Chip-Partner in der Massenproduktion. Auch für den in Deutschland erhältlichen BYD Seal und Dolphin könnten mittelfristig Kostenvorteile aus dieser Partnerschaft entstehen.

Kostenvorteile durch Zulieferchips

Der Einsatz externer Fahrassistenzprozessoren spart BYD zwischen ca. 200 € und ca. 500 € pro Fahrzeug (ca. 1.500 bis 4.000 Yuan)*. Diese Ersparnis hilft, die Margen im anhaltenden Preiskampf zu sichern – besonders bei den Einstiegsmodellen, die auf standardisierte Komponenten angewiesen sind. Horizon Robotics hat bereits 2,5 Millionen Prozessoren für BYDs Fahrassistenzsystem (ADAS) geliefert. So bleiben die Lieferketten stabil, während die Produktion hochläuft.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Marktanteile: Nvidia noch vorn

Im April 2026 wurden in China insgesamt 600.000 Domain-Controller für Pkw verbaut. Nvidia hält mit über 300.000 Einheiten einen Marktanteil von 50,9 %. Horizon Robotics steigerte seinen Anteil auf 13,6 % (rund 80.000 Einheiten). Bis 2027 sollen die Horizon-Plattformen auf weitere Modelle ausgeweitet werden, bevor der BYD-eigene Chip in den Premiumbaureihen debütiert. Die lokale Chip-Versorgung wird sich voraussichtlich weiter verschieben, wenn die hauseigene Architektur größere Stückzahlen erreicht. Bis dahin setzt BYD konsequent auf externe Hardware-Partnerschaften, um die Kostenvorteile im gesamten Produktportfolio zu halten.


BYD ist in Deutschland mit Modellen wie Seal und Dolphin vertreten. Die beschriebenen Kostensenkungen durch Horizon-Chips könnten mittelfristig auch die Preise für europäische Kunden beeinflussen, sofern BYD die Einsparungen in günstigere Einstiegspreise weitergibt. Ein konkreter Marktstart des Horizon-Systems in Europa ist bislang nicht angekündigt.


Bild

BYDMarktanteil