Avatr: Level-3-Lizenz und Börsengang – 6.912 Einheiten im Mai
Avatr (阿维塔), das Joint Venture von Changan, Huawei und CATL, hat von der chinesischen Regierung eine Testlizenz für autonomes Fahren der Stufe 3 (Level 3) erhalten. Gleichzeitig reichte das Unternehmen den Antrag auf Börsennotierung an der Hongkonger Börse ein. Beide Schritte sollen die Kommerzialisierung des hochautomatisierten Fahrens und die internationale Expansion vorantreiben.
Was Level 3 bedeutet
Level 3 bedeutet, dass das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen – etwa im Stau auf der Autobahn – die Fahraufgabe vollständig übernehmen kann. Der Fahrer darf dann die Hände vom Lenkrad nehmen und sich anderen Tätigkeiten widmen, muss aber jederzeit übernahmebereit bleiben. Avatr war bereits 2023 eines der ersten chinesischen Unternehmen, das Level-3-Tests auf Autobahnen genehmigt bekam. Damals absolvierte der Avatr 11 über 5.000 Kilometer auf Autobahnen in Chongqing bei Geschwindigkeiten von 0 bis 80 km/h und erhielt ein Zertifikat des chinesischen Forschungszentrums für Automobiltechnik (CATARC).
Welches konkrete Modell die neue Genehmigung erhalten hat, gab Avatr nicht bekannt. Branchengerüchten zufolge könnte es sich um den kommenden Avatr 07L handeln, der noch dieses Jahr in China auf den Markt kommen soll – offiziell bestätigt ist das nicht.
Technik unter der Haube
Changan hatte zuvor mitgeteilt, dass seine Level-3-zertifizierten Modelle mit einem 4D-Millimeterwellenradar ausgestattet sind, das in 17 Szenarien aus fünf Kategorien führende Leistung biete. Zudem liefert Hesai den FTX-Lidar-Sensor mit 180-Grad-Sichtfeld, der speziell für Level 3 entwickelt wurde. Dieser Sensor kam bereits im Changan Deepal SL03 zum Einsatz – es ist wahrscheinlich, dass auch das Avatr-Modell damit ausgerüstet ist.
Börsengang und Absatz
Parallel zu den technischen Fortschritten hat Avatr den Listing-Antrag an der Hongkonger Börse eingereicht. Das frische Kapital soll in neue Modelle und die geplante Expansion nach Europa fließen. Ein genauer Zeitplan für den Börsengang steht noch aus.
Laut China EV DataTracker lieferte Avatr im Mai 2025 insgesamt 6.912 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von 37,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den ersten fünf Monaten des Jahres summieren sich die Auslieferungen auf 23.458 Einheiten. Die Marke kämpft damit weiterhin um Marktanteile im hart umkämpften chinesischen Premium-EV-Segment.
Avatr hat noch keine Modelle in Deutschland auf den Markt gebracht. Mit dem Börsengang soll die Expansion nach Europa finanziert werden – ein konkreter Zeitplan für den Markteintritt in Deutschland steht noch aus.




