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AvatrCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

Avatr erhält L3-Testlizenz – Börsengang in Hongkong geplant

Avatr (Changan, Huawei, CATL) treibt hochautomatisiertes Fahren voran und bereitet den Börsengang vor. Das Modell für die L3-Tests ist noch unbekannt. Absatzprobleme und Relevanz für Europa werden eingeordnet.

Avatr erhält L3-Testlizenz – Börsengang in Hongkong geplant

Avatr erhält L3-Testlizenz – Börsengang in Hongkong geplant

Die chinesische Premium-EV-Marke Avatr (AVATR) – ein Joint Venture von Changan, Huawei und CATL – hat im Juli 2026 zwei wichtige Schritte verkündet: eine Testlizenz für das hochautomatisierte Fahren der Stufe 3 (L3) sowie die Einreichung des Börsenzulassungsantrags an der Hongkonger Börse. Der Vorstoß zeigt den Anspruch, bei intelligenter Fahrassistenz eine Führungsrolle zu übernehmen.

Für den deutschen Markt ist Avatr zwar nicht direkt als Fahrzeuganbieter relevant, doch die zugrundeliegende Technologie könnte über Zulieferbeziehungen auch nach Europa kommen. Huawei liefert als Partner Komponenten wie LiDAR und Steuergeräte, die bereits in anderen chinesischen Modellen verbaut werden. Deutsche Hersteller wie VW, BMW oder Mercedes beobachten diese Entwicklungen genau – denn die chinesische Konkurrenz setzt Maßstäbe bei Software und Vernetzung.

L3-Tests: Noch offen, welches Modell

Die L3-Freigabe erlaubt dem Fahrzeug, unter bestimmten Bedingungen – etwa im Stau – selbstständig zu fahren. Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber jederzeit übernehmen können. Welches konkrete Modell die Lizenz erhielt, ließ Avatr offen. Branchenkenner spekulieren über den neuen Avatr 07L, der noch 2026 in China auf den Markt kommen soll. Offiziell bestätigt ist dies jedoch nicht. Avatr selbst spricht von planmäßig verlaufenden „multiszenarischen Straßentests".

Bereits 2023 gehörte Avatr zu den ersten chinesischen Herstellern mit einer L3-Testzulassung für Autobahnen. Der Avatr 11 absolvierte damals über 5.000 Kilometer auf Autobahnen in Chongqing bei Geschwindigkeiten von 0–80 km/h und erhielt ein Zertifikat des chinesischen Forschungsinstituts CATARC.

Technik: 4D-Radar und Hesai-LiDAR

Die sensorbestückten L3-Modelle von Changan setzen auf folgende Technik:

  • 4D-Millimeterwellenradar: Laut Changan mit Spitzenleistung in 17 Szenarien aus fünf Kategorien.
  • Hesai FTX LiDAR: 180-Grad-Sichtwinkel, speziell für L3 entwickelt. Wurde bereits im Schwestermodell Deepal SL03 verbaut – ein Einsatz im Avatr 07L gilt als wahrscheinlich, ist aber nicht bestätigt.

Börsengang und Absatzflaute

Parallel zur Technikentwicklung treibt Avatr die Kapitalbeschaffung voran. Mit dem Börsenzulassungsantrag in Hongkong ist ein wichtiger Schritt getan; Details zu Volumen und Zeitplan stehen noch aus.

Der Absatz schwächelt jedoch: Im Mai 2026 verkaufte Avatr 6.912 Fahrzeuge – ein Rückgang von 37,8 % gegenüber dem Vorjahr. Von Januar bis Mai summierten sich die Auslieferungen auf 23.458 Einheiten. Zum Vergleich: BYD verkaufte im selben Zeitraum weit über 300.000 Fahrzeuge pro Monat, NIO rund 20.000, XPeng etwa 15.000. Der Einbruch bei Avatr ist also markenspezifisch und nicht auf einen allgemeinen Marktrückgang zurückzuführen – er könnte auf die anstehenden Modellwechsel (Avatr 07L) oder eine schwächelnde Nachfrage im Premiumsegment hindeuten.

Fazit: Avatr zeigt technologische Stärke, kämpft aber mit sinkenden Verkaufszahlen. Der Börsengang soll frisches Kapital für die Weiterentwicklung bringen – und vielleicht auch für die Expansion außerhalb Chinas.


Avatr ist in Deutschland nicht erhältlich. Eine Europa-Expansion ist bislang nicht angekündigt. Die Technologie von Huawei und CATL könnte jedoch indirekt Einfluss auf den deutschen Markt haben – etwa als Zulieferer oder durch Joint Venture-Partner.


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