Audi E7X startet bei ca. 37.100 € – Herausforderer für Xiaomi YU7
Audi (奥迪) fordert den Newcomer Xiaomi (小米) in dessen Heimatmarkt heraus: Der vollelektrische SUV E7X ist ab sofort in China zum Preis von ca. 37.100 € bis 48.600 € (ca. 289.800 bis 379.800 Yuan)* vorbestellbar. Damit positioniert sich der Ingolstädter direkt unterhalb des Xiaomi YU7, der zwischen ca. 32.400 € und 42.200 € (ca. 253.500 bis 329.900 Yuan) startet. Beide Fahrzeuge zielen auf das Segment der großen, rund 30.000 Euro teuren SUV – ein Bereich, den in China lange die deutschen Premiummarken dominierten.
Audi-Manager Gao Kun betonte in einem Interview, man wolle keinen direkten Vergleich inszenieren, sei aber vom eigenen Produkt überzeugt: „Die Marke respektiert die Wahl des Kunden. Wir laden zu einem fairen Vergleich ein – ob Design, Fahrdynamik oder intelligente Technik.“ Die Reaktion zeigt, wie ernst die etablierten Hersteller die Konkurrenz aus dem Tech-Lager mittlerweile nehmen. Xiaomi hatte mit dem SU7 bereits gezeigt, dass ein Smartphone-Hersteller auch bei Autos eine ernstzunehmende Größe sein kann.
Zwei Philosophien: Fahrdynamik trifft auf digitales Ökosystem
Der Audi E7X setzt auf klassische Tugenden: Er verfügt über eine Vollradlenkung, Luftfederung (je nach Ausstattung), eine 14°-Hinterachslenkung, das elektronische Quattro-System und eine 900-Volt-Architektur. Letztere ermöglicht laut Audi eine Nachladung von 429 Kilometern (CLTC – chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) in nur zehn Minuten – das entspricht ca. 365 km nach WLTP-Schätzwert. Das Fahrassistenzsystem nutzt die Plattform von Momenta und bietet bereits Stufe-3-Funktionen (Hände vom Lenkrad in bestimmten Situationen).
Der Xiaomi YU7 setzt dagegen auf eine 800-Volt-Architektur und bringt eine CLTC-Reichweite von bis zu 835 km – das entspricht ca. 710 km (WLTP-Schätzwert). Sein Max-Modell beschleunigt in 3,23 Sekunden auf 100 km/h. Die Stärke liegt im digitalen Erlebnis: Xiaomi verknüpft das Fahrzeug nahtlos mit Smartphone und Smart-Home-Ökosystem über das HyperOS. Ein Lidar-Sensor an der Windschutzscheibe ermöglicht fortschrittliche Assistenzfunktionen, die auf die Komfortbedürfnisse der jungen, technikaffinen Zielgruppe zugeschnitten sind.
Marktverschiebung: Vom Prestige zum Wettbewerb der Konzepte
Der offene Vergleich zwischen Audi und Xiaomi ist symptomatisch für den Wandel im chinesischen Automarkt. Wo früher das Markenprestige der deutschen OEMs ausreichte, zählen heute konkrete Produkteigenschaften und die digitale Erfahrung. Audi stellt sich der Herausforderung, indem es nicht auf den Traditionen ausruht, sondern mit 900-Volt-Technik, effizientem Ladevorgang und modernen Assistenzsystemen punktet. Xiaomi wiederum beweist, dass ein Technologiekonzern mit einer starken Community und einem durchdachten Ökosystem etablierte Hersteller unter Druck setzen kann.
Für Käufer stellt sich die Frage nach dem Nutzungsprofil: Wer häufig Langstrecken fährt und Wert auf eine ausgereifte Fahrdynamik sowie eine starke Allradtraktion legt, wird zum Audi E7X greifen. Wer dagegen im urbanen Umfeld lebt, die Vernetzung mit dem eigenen Smartphone schätzt und das neueste Tech-Gadget sucht, für den ist der Xiaomi YU7 die attraktivere Wahl. Die Entscheidung fällt nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen unterschiedlichen Lebensentwürfen.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Deutschland nicht erhältlich
Sowohl der Audi E7X als auch der Xiaomi YU7 sind derzeit ausschließlich in China erhältlich. Eine Markteinführung in Europa ist für beide Modelle bisher nicht angekündigt.

