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BYDSinaVon 2 Min. Lesezeit

BYD: Assistenzpaket wird 270 € teurer – 14 Marken folgen

BYD erhöht den Preis für sein Fahrassistenzsystem „Shenzhiyan“ um umgerechnet 270 €. Insgesamt 14 weitere Hersteller ziehen mit moderaten Aufschlägen nach – ein strategischer Schwenk, um die Abwartehaltung der Kunden zu durchbrechen.

BYD: Assistenzpaket wird 270 € teurer – 14 Marken folgen

Im zweiten Quartal 2025 haben chinesische E-Auto-Hersteller überraschend eine Welle moderater Preiserhöhungen gestartet. BYD (比亚迪) verlangt für das Fahrassistenzpaket „Shenzhiyan“ (天神之眼, wörtlich „Auge des Himmels“) rund 270 €* mehr (2.100 Yuan). 14 weitere Marken folgen mit Aufschlägen von mehreren Hundert bis wenige Tausend Euro – nur Einzelfälle überspringen die 1.300-€-Marke (10.000 Yuan). Gleichzeitig streichen viele Hersteller Rabatte oder verschärfen Finanzierungsbedingungen.

Mehr Strategie als Kostenwahrheit

Die offizielle Begründung – gestiegene Rohstoffkosten für Batteriemetalle und Chips – ist nur die halbe Wahrheit. Branchenkenner sehen dahinter vor allem einen psychologischen Kurswechsel. Nach Jahren permanenter Rabattschlachten herrscht unter den Kunden eine extreme Abwartehaltung. Die Hersteller versuchen, mit den verhaltenen Anhebungen das Signal zu setzen: „Der Preiskampf ist vorbei – jetzt wird es teurer.“ Ein Risiko: Wer zu stark erhöht, verliert Marktanteile.

Die Zurückhaltung zeigt jedoch auch eine tiefere Schwäche der Hersteller: Sie können die gestiegenen Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergeben, weil sie gegenüber Zulieferern wie CATL (宁德时代) an Verhandlungsmacht eingebüßt haben. Die Wertschöpfungskette hat sich verschoben: Wer die Kernkomponenten beherrscht, diktiert die Preise.

Strategische Bodenhaftung

Der chinesische Pkw-Markt schrumpft; selbst Marktführer BYD verzeichnet leichte Anteilsverluste. Die Hersteller suchen daher neues Wachstum im Export. Der Inlandsmarkt muss konsolidiert werden. Die aktuellen Preiserhöhungen sind ein erster Test: Sollte kein Hersteller mutig genug sein, eine kräftige Anhebung durchzudrücken, bleibt zumindest die kollektive Ansage: „Keine weiteren Preissenkungen.“ So soll der Wertverlust der Marken gestoppt werden.

Langfristig müssen die Hersteller jedoch echte Innovationen bieten, um die Preissetzungsmacht zurückzugewinnen. Ohne technologische Differenzierung bleiben Preiserhöhungen ein bloßes Signal ohne nachhaltige Wirkung.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt. Umrechnungskurs 1 Yuan = 0,128 €.


Die Preiserhöhungen betreffen zunächst nur den chinesischen Inlandsmarkt. Eine Übertragung auf europäische Märkte ist derzeit nicht absehbar. BYD verkauft in Deutschland bereits Modelle wie den Atto 3 und Dolphin zu wettbewerbsfähigen Preisen.

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